Leherheide (Bremerhaven)

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53.5947222222228.608611111111110Koordinaten: 53° 35′ 41″ N, 8° 36′ 31″ O

Leherheide
Höhe: 3–11,1 m
Einwohner: 16.043 (31. Dez. 2009)
Postleitzahl: 27578
Vorwahl: 0471
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Lage von Leherheide in Bremerhaven

Leherheide ist ein Stadtteil im Stadtbezirk Nord der Stadtgemeinde Bremerhaven in der Freien Hansestadt Bremen. Die Telefonvorwahl lautet 0471.

Geografie[Bearbeiten]

Leherheide liegt auf den Ausläufern der Hohen Lieth. In Leherheide liegt der höchste Punkt von Bremerhaven, ein Hügel von 11,1 m Höhe ü. NN.
Der nördlichste Stadtteil grenzt im Norden an die Stadt Langen und im Süden an den Stadtteil Lehe.

Der Stadtteil besteht aus den Ortsteilen Königsheide, Fehrmoor und Leherheide-West. Die Einwohnerzahl beträgt 16.054 (2007).

Ein Teil des Ortsteiles Fehrmoor ist durch einen schmalen Streifen Niedersachsens vom restlichen Stadtgebiet abgetrennt und somit eine Exklave der Stadt und des Bundeslandes.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Namen[Bearbeiten]

Der Wortteil Lehe steht für das althochdeutsche Wort Lieth, was so viel bedeutet wie Hügel. Leherheide liegt wie der namensgebende Stadtteil Lehe auf dem Ausläufer der eiszeitlich gebildeten Hohen Lieth, dem Geestrücken zwischen Cuxhaven und Lehe. Der zweite Wortteil von Leher Haide deutet nur darauf hin, dass auf dem sandigen Gebiet viel Heide zu finden war.

Im Nordosten von Leherheide lag in überlieferten, verschiedenen Schreibweisen das Fehr-, Feer-, Veer-, Fer- oder Fernemoor, das als Flurname eines „fernen“ Moors dem Ortsteil Fehrmoor seinen Namen gab.

Durch den späteren Ortsteil Königsheide soll einst der König von Hannover geritten sein und ein Lager aufgeschlagen haben. Hannover war von 1814/15 bis 1866 ein Königreich.

Frühe Entwicklung[Bearbeiten]

Steinzeitliche und bronzezeitliche Funde weisen auf frühere kleinere Besiedlungen hin. In mittelalterlichen Schriften wurde eine Mühle zur Versorgung der Sieverdesburg im Ferne Moor erwähnt, die um 1343/44 vom Bremer Erzbischof Burchard Grelle bei Sievern errichtet wurde. Die Herren bzw. Ritter von Bederkesa verwalteten Burg und Mühle, bis beide 1500 zerstört wurden. Weiderechte, Grundstücksgrenzen sowie die Aufteilung der Allmende als gemeinschaftliches Eigentums sind belegt worden. Hier entwickelt sich zunächst ein landwirtschaftliches Gebiet der Gemeinde Lehe; der Ort war also kein gewachsenes altes Dorf.

Ab 1846 fand ein Zuzug von Landarbeitern aus Mecklenburg statt, die im Hafen von Bremerhaven Arbeit fanden. Johann Krüger mit seinem Haus am heutigen Fehrmoorweg wurde als erster Siedler auf der Leher Haide in der Leher Feldmarkt aus dieser Zeit genannt. Die Allmende wurde 1846 aufgelöst und an die stimmberechtigten Leher Bürger aufgeteilt. Im nahen Moor wurde Torf als Heizmaterial gestochen. Streits zwischen Siedlern aus Lehe, Spaden und Land Wursten, vor allem wegen der Nutzung des Ferne Moor, heute Fehrmoor, und von Weideflächen in der Kranshören und am Pleddernbach, mussten geschlichtet werden. 1850 kam Clausens Hof, später Gut Blumenaurin. 1870 gab es erst sieben Ansiedlungen. 1894 entstand am Mecklenburger Weg die erste Schule.

Um 1900 war eine Ansiedlung in den Bereichen um die Langener Landstraße zu verzeichnen mit einem Zentrum an der Kreuzung zum Debstedter Weg. 1901 baute Lehe ein Wasserwerk am Debstedter Weg.
1909 fand die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Lehe – Abteilung Leherheide – statt. Der erste Wehrführer war der Bauunternehmer Dankrot Hesse. 1909 wurde auch die Leherheider Schule am Debstedter Weg eingeweiht. 1911 entstand eine Abteilung der Leher Turnerschaft (LTS) in Leherheide. Daraus wurde der TSV Leherheide und später der Verein Sport-Freizeit-Leherheide (SFL). Von 1911 bis zum Anfang der 1920er Jahre stand eine Windmühle am Ginsterweg. Seit 1919 führt die verlängerte Straßenbahnlinie der Verkehrsgesellschaft Bremerhaven (VGB) über Speckenbüttel durch Leherheide nach Langen.

Von 1921 bis 1923 wurden in Gruppen Ein- und Zweifamilienhäuser zwischen Debstedter Weg, Mecklenburger Weg, Herman-Löns-Straße und Pappelweg gebaut.

1923 erwarben die Brüder Gustav und Georg Thiele ein Grundstück. Es entstand ein kleiner ca. 20.000 m² großer Skulpturenpark, den 1985 die Stadt erwarb.

1935 entstand am Buchenweg auf Initiative des Norddeutschen Lloyds die hufeisenförmige Siedlung Seefahrt mit 42 Häusern für ihre Seeleute. Jede der Nebenerwerbshäuser hatte 1000  m² Grundstücksfläche.

1936 wurden die reformierte Kirche am Heideschulweg und die lutherische Johanneskirche an der Langener Landstraße geweiht. Die Predigten der oppositionellen Pastoren wurden von der Gestapo überwacht.

Im Stadtwerkewald entwickelte sich ein Wasserwerk, das 1962 ausgebaut wurde. Die Straßenbahn führte am Westrand durch Leherheide (bis 1982) von Lehe bis nach Langen-Friedrichsruh bzw. ab 1961 bis zur Stadtgrenze in Langen. 1961 wurde an der Stadtgrenze zu Langen der Omnibusbahnhof in Betrieb genommen.

1950 war der Baubeginn der Siedlung am Brillenmoor, die 1952 den Namen Bernhard-Lohmüller-Siedlung erhielt.

1955 fand die Einweihung der evangelischen Markuskirche am Entenmoorweg statt und 1964 die der Lukaskirche in der Hans-Böckler-Straße. 1957 wurde am Mecklenburg Weg die US-Kapelle zur katholischen St.-Ansgar-Kirche umgewandelt und ausgebaut.

Ausbau zum Stadtteil[Bearbeiten]

Als nach dem Zweiten Weltkrieg Bremerhaven für den rasant steigenden Wohnungsbedarf große Flächen benötigte wurden mit Beginn der 1960er bis in die 1970er Jahre das Neubaugebiete im Ortsteil Leherheide-West im Wesentlichen durch die Wohnungsbaugesellschaft Neue Heimat, später GEWOBA, erbaut. Hier leben rund die Hälfte der Einwohner von Leherheide. Bis 1964 waren 3500 Wohnungen gebaut und in Leherheide wohnten 12.000 Einwohner. Schulen entstanden: 1962 eine Grundschule am Mecklenburg Weg/Ecke Brombeerweg und 1967 als weiterführende Schule die Heinrich-Heine-Schule. Eine Kulturgemeinschaft entstand 1964.

1970 eröffnete das Gartenhallenbad Nord und 1971 die Johann-Gutenberg-Schule und die Karl-Marx-Schule als Grund- und heute Ganztagsschule entstand.

1971 wurde Leherheide durch eine Neueinteilung der Ortsteile in Bremerhaven zum Stadtteil.

Seit 1974 hat die Autobahn A27 freie Fahrt. Leherheide wird durch die Abfahrt Überseehäfen/Leherheide erschlossen. Der erste Abschnitt des Autobahnzubringers Cherbourgstraße von der Wurster Straße zur Langener Landstraße war schon 1971 übergeben worden. Ein Ausbau des Autobahnzubringers mit einem Tunnelabschnitt soll nach 2013 erfolgen.

1975 konnte die Hans-Garbrich-Sporthalle an der Kurt-Schumacher-Straße übergeben werden.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1880: 109 Einwohner in 19 Familien[1]
  • 1950: um 5.000 Einwohner
  • 1964: um 12.000 Einwohner
  • 1990: um 20.000 Einwohner [2]
  • 2001: 17.555 Einwohner
  • 2005: 16.756 Einwohner, davon 4,3 % Ausländer
  • 2011: 15.997 Einwohner [3]

Politik[Bearbeiten]

Alle Bürger - auch Initiativen, Gruppen und Vereine, Schulen, Kindergärten, Kirchgemeinde und anderer Einrichtungen - können in der öffentlichen Stadtteilkonferenz Leherheide (STK) an der Gestaltung des Stadtteils mitwirken, und diese durch ihre Sprecher gegenüber dem Magistrat der Seestadt Bremerhaven und der Bremerhavener Stadtverordnetenversammlung vertreten. Die erste Stadtteilkonferenz fand am 17. Februar 1992 statt.

Sehenswürdigkeiten und Kultureinrichtungen[Bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Schulen[Bearbeiten]

  • Grundschule und Förderzentrum
    • Friedrich-Ebert-Schule, Mecklenburger Weg 174
  • Grundschulen
    • Fritz-Husmann-Schule, Debstedter Weg 84
    • Karl-Marx-Schule, Ferdinand-Lassalle-Straße 6
  • Sekundarstufe I
    • Heinrich-Heine-Schule, Gesamtschule mit Gymnasium, Hans-Böckler-Straße 30
    • Johann-Gutenberg-Schule, Gesamtschule mit Gymnasium, Fuhrenweg 3-19

Soziale Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Kinderwohnung Sonnenblume e.V.
  • Freizeittreff Leherheide, Ferdinand-Lassalle-Straße 68

Sport[Bearbeiten]

Hauptartikel: Sport in Bremen

Sportanlagen

  • SFL-Anlage, Mecklenburger Weg 178a
  • Hallenbad 2 (Hans-Gabrich-Halle), Kurt-Schumacher-Straße 14

Vereine

  • Sport-Freizeit-Leherheide Bremerhaven (SFL), Mecklenburger Weg 178a

Verkehr[Bearbeiten]

ÖPNV[Bearbeiten]

BremerhavenBus verbindet Leherheide mit vier Linien an die anderen Stadtteile. Bis 1982 verkehrte außerdem noch eine Straßenbahnlinie von Geestemünde am Westrand Leherheides bis zur Stadtgrenze nach Langen. Die dicht bewohnten Neubauviertel wurden jedoch nie an das Straßenbahnnetz angeschlossen, mit ein Grund für den Niedergang der Straßenbahn.

Individualverkehr[Bearbeiten]

Mit dem Auto ist Leherheide über die ehemalige Bundesstraße 6 und über die Bundesautobahn 27 (Anschlussstelle Leherheide/Überseehäfen) via Cherbourger Straße zu erreichen. Die Hauptdurchfahrtsstraßen des Stadtteils sind neben letzterer die Langener Landstraße (ehemals B 6) und die Hans-Böckler-Straße, sowie der Debstedter Weg und der Mecklenburger Weg.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gabcke, Bd. I, S. 123
  2. gemäß Gabcke, Bd. II, S. 90 und Bd. III, S. 96.
  3. Jahresberichte von Bremerhaven, Dezernat III.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Leherheide – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien