Lehrmethode

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Die Begriffe Lehrmethode und Unterrichtsmethode werden nicht einheitlich verwendet. Sie bezeichnen das Verfahren des Lehrens, also der Unterweisung und Anleitung, die im Unterricht der Schule, der Ausbildung, der Hochschule sowie in Angeboten der Erwachsenenbildung Anwendung finden. Die Spannweite gängiger Bedeutungen reicht dabei von einem pädagogischen Konzept, das dem Lehrbetrieb einer ganzen Institution zugrunde liegt, über den Unterrichtsstil eines einzelnen Lehrers bis zur Sozial- und Arbeitsform in einer bestimmten Phase einer einzelnen Unterrichtsstunde.

Von der Lehrmethode ist die Lernmethode zu unterscheiden, bei welcher der Focus der Betrachtung auf den Lernenden gerichtet ist.

Grundlagen und Bezugswissenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die pädagogische Methodik und mit ihr die angemessene Methodenwahl sind ein wesentlicher Teil der Unterrichtsplanung und praktischen Unterrichtsgestaltung. Erfolgreiche Lehrmethoden basieren auf den Erkenntnissen über die Lernvorgänge, also auf der Lernpsychologie, der Entwicklungspsychologie und der Didaktik. Häufig werden sie auf Grundlage von Lerntheorien entwickelt. Lernmethoden beschäftigen sich damit, wie Lernen gestaltet werden soll. Sie spielen auch noch im Bereich der Erwachsenenbildung eine große Rolle.

Vom Drill zur Handlungsorientierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drill (auch als "Pauken" oder "Bimsen" bezeichnet) und Schwarze Pädagogik gelten als veraltet. Im Mittelpunkt des Unterrichts stehen heute die Lernenden als Subjekte. Der Schülerzentrierte Unterricht wird häufig dem vorwiegend Lehrerzentrierten Unterricht vorgezogen: Modernes Unterrichten kennzeichnet sich jedoch durch die Normalform des Sozialintegrativen Unterrichts, bei dem Schüler wie Lehrer in eine partnerschaftliche Kommunikation treten. Je nach Altersstufe, Lernstoff und Lernziel können auch die beiden anderen Unterrichtsstile sinnvoll zum Einsatz kommen, bei denen entweder die Schüler oder der Lehrer das Unterrichtsgeschehen stärker bestimmen. Beispiele für Vermittlungsformen, bei denen mehr eine Einzelperson, Lehrer oder Schüler, lehrend in den Vordergrund tritt, sind etwa der Vortrag, die Vorlesung oder das Referat. Forschend-entwickelnder Unterricht, Offener Unterricht, Lernen durch Lehren oder Freiarbeit kennzeichnen mehr die Schüleraktivitäten. Bei der Projektarbeit tritt mehr die koordinierte Gemeinschaftsleistung der Lehrenden und Lernenden in den Vordergrund.

Der Handlungsorientierung wird heute im Sinne des Mehrdimensionales Lernens als Ergänzung zum eher kopfbetonten Lernen eine große Bedeutung zugesprochen.

Unterrichtsmethoden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterrichtsmethoden strukturieren ein Thema, um ideale Bedingungen zum Lernen zu bieten. Sie sind also der Unterrichtsweg. Unterscheiden lassen sich Unterrichtsmethoden in Makro- und Mikromethoden. Makromethoden dienen der Strukturierung einer gesamten Unterrichtsstunde oder einer Unterrichtseinheit. Durch sie wird die Aufbereitung des Lernweges bestimmt.[1] Beispiele für Makromethoden wären:

  • die Fallanalyse,
  • die Talkshow,
  • die Debatte,
  • das Fallprinzip (mit den Methoden Fallstudie und Fallanalyse)
  • das Planspiel oder
  • die Expertenbefragung.

Mikromethoden hingegen unterstützen einzelne Phasen des Unterrichts. Hierzu gehören unter anderem:

  • der Lehrervortrag,
  • Karikaturen oder
  • die Textanalyse.

Bei der Verwendung einer Methode sollte dann zudem unterschieden werden, in welcher Sozialform diese durchgeführt werden. Sozialformen sind:

Für weitere Methoden siehe Methodik, Liste der Unterrichtsmethoden, Unterrichtstechniken (Lehr-Lern-Methoden).

Herausforderungen für die Zukunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Möglichkeiten der Informations- und Kommunikationsmedien müssen Lehrmethoden in der heutigen Zeit zusätzlich überdacht werden und den neuen Herausforderungen angepasst werden. Ein Beispiel dafür ist die mediendidaktische Konzeption der digitalen Schulbank.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Horst Küppers/Hermann Schulz/Peter Thiesen: Irrweg Lernfeldkonzeption in der Erzieherausbildung. In "klein&groß" Bd. 12/2014, Verlag Oldenbourg, München 2014
  • Arthur Thömmes: Produktive Unterrichtseinstiege. 100 motivierende Methoden für die Sekundarstufen Verlag an der Ruhr, Mülheim 2005.
  • Arthur Thömmes: Unterrichtseinheiten erfolgreich abschließen. 100 ergebnisorientierte Methoden für die Sek. Verlag an der Ruhr, Mülheim 2006.
  • Arthur Thömmes: Produktive Arbeitsphasen. 100 Methoden für die Sekundarstufe Verlag an der Ruhr, Mülheim 2007.
  • Peter Baumgartner: Taxonomie von Unterrichtsmethoden Waxmann, Münster 2011, ISBN 978-3-8309-2546-0.
  • Sibylle Reinhardt, Dagmar Richter (Hrsg.): Politikmethodik, Cornelsen 2007.
  • Sibylle Reinhardt: Politikdidaktik, 2. Aufl., Cornelsen 2007.
  • Siegfried Frech, Hans-Werner Kuhn, Peter Massing (Hrsg.): Methodentraining für den Politikunterricht I, 4. Aufl., Wochenschau Verlag 2010.
  • Thomas Unruh, Susanne Petersen: Guter Unterricht - Handwerkszeug für Lehrer und Referendare, 8. Auflage, AOL-Verlag, 2007.
  • Ulrich Gutenberg: Die digitale Schulbank. Computer als Denk- und Lernhilfe nutzen. In: Computer+Unterricht (Friedrich-Verlag.Themenheft:, Nr. 50, S.56/57, 2. Quartal 2003).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl.: Hans-Werner Kuhn, Peter Massing: Methoden und Politikunterricht, in: Siegfried Frech, Hans-Werner Kuhn, Peter Massing (Hrsg.): Methodentraining für den Politikunterricht I, 4. Aufl. Wochenschau Verlag 2010, S. 7-8