Lehsen

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Lehsen führt kein Wappen
Lehsen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lehsen hervorgehoben
53.48805555555611.02333333333342Koordinaten: 53° 29′ N, 11° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Ludwigslust-Parchim
Amt: Wittenburg
Höhe: 42 m ü. NHN
Fläche: 7,75 km²
Einwohner: 353 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 46 Einwohner je km²
Postleitzahl: 19243
Vorwahl: 038852
Kfz-Kennzeichen: LUP, HGN, LBZ, LWL, PCH, STB
Gemeindeschlüssel: 13 0 76 083
Adresse der Amtsverwaltung: Molkereistraße 4
19243 Wittenburg
Webpräsenz: www.wittenburg.de
Bürgermeister: Berno Lüpken
Lage der Gemeinde Lehsen im Landkreis Ludwigslust-Parchim
Brandenburg Niedersachsen Schleswig-Holstein Schwerin Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Rostock Landkreis Nordwestmecklenburg Banzkow Plate Plate Sukow Bengerstorf Besitz (Mecklenburg) Brahlstorf Dersenow Gresse Greven (Mecklenburg) Neu Gülze Nostorf Schwanheide Teldau Tessin b. Boizenburg Barnin Bülow (bei Crivitz) Crivitz Crivitz Demen Friedrichsruhe Tramm (Mecklenburg) Zapel Dömitz Grebs-Niendorf Karenz (Mecklenburg) Malk Göhren Malliß Neu Kaliß Vielank Gallin-Kuppentin Gischow Granzin Obere Warnow Gehlsbach (Gemeinde) Kreien Kritzow Lübz Lutheran Marnitz Passow (Mecklenburg) Siggelkow Suckow Tessenow Gehlsbach (Gemeinde) Werder (bei Lübz) Goldberg (Mecklenburg) Dobbertin Goldberg (Mecklenburg) Mestlin Neu Poserin Techentin Goldberg (Mecklenburg) Balow Brunow Dambeck Eldena Gorlosen Grabow (Elde) Karstädt (Mecklenburg) Kremmin Milow (bei Grabow) Möllenbeck (Landkreis Ludwigslust-Parchim) Muchow Prislich Steesow Zierzow Alt Zachun Bandenitz Belsch Bobzin Bresegard bei Picher Gammelin Groß Krams Hoort Hülseburg Kirch Jesar Kuhstorf Moraas Pätow-Steegen Picher Pritzier Redefin Setzin Strohkirchen Toddin Warlitz Alt Krenzlin Bresegard bei Eldena Göhlen Groß Laasch Leussow Lübesse Lüblow Rastow Sülstorf Uelitz Warlow Wöbbelin Blievenstorf Brenz (Mecklenburg) Neustadt-Glewe Neustadt-Glewe Cambs Dobin am See Gneven Pinnow (bei Schwerin) Langen Brütz Leezen (Mecklenburg) Pinnow (bei Schwerin) Raben Steinfeld Damm (Eldetal) Domsühl Obere Warnow Groß Godems Zölkow Karrenzin Lewitzrand Rom (Mecklenburg) Severin (Mecklenburg) Spornitz Stolpe (Mecklenburg) Ziegendorf Zölkow Barkhagen Buchberg (Mecklenburg) Ganzlin Plau am See Wendisch Priborn Blankenberg (Mecklenburg) Borkow Brüel Dabel Hohen Pritz Kobrow Kuhlen-Wendorf Langen Jarchow Mustin (Mecklenburg) Sternberg Sternberg Weitendorf (bei Brüel) Witzin Zahrensdorf Zahrensdorf Dümmer (Gemeinde) Holthusen Klein Rogahn Klein Rogahn Pampow Schossin Stralendorf Warsow Wittenförden Zülow Körchow Lehsen Wittenburg Wittendörp Gallin Kogel Lüttow-Valluhn Vellahn Zarrentin am Schaalsee Boizenburg/Elbe Ludwigslust Lübtheen Parchim Parchim HagenowKarte
Über dieses Bild

Lehsen ist eine Gemeinde im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie wird vom Amt Wittenburg mit Sitz in der Stadt Wittenburg verwaltet.

Geografie und Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt etwa 30 Kilometer südwestlich von Schwerin und vier Kilometer entfernt von Wittenburg. Die Bundesautobahn 24 verläuft zwei Kilometer nördlich der Gemeinde und ist über die Anschlussstelle Wittenburg erreichbar. Der nächste Bahnhof befindet sich in Hagenow.

Geschichte[Bearbeiten]

Lehsen wurde 1233 erstmals im Ratzeburger Zehntregister im Kirchspiel Wittenburg erwähnt. Erst im Bede-Register von 1496 sind in to Lessen (Lehsen) wieder 16 Familien genannt worden.

Im Mittelalter war Lehsen bis 1690 ein Lehen der Familie von Blücher. 1635 bat Heinrich von Blücher den Herzog um Erlaubnis, im Eickmanßhorst 100 Eichenbäume fällen zu dürfen. 1638 kam die Erlaubnis mit der Anmerkung damit dem gedachten ruinierten Lehen Gut Lehsen wieder aufgeholfen werde. [2] Die ehemalige Rittergut befand sich nahe dem heutigen Mausoleum.

Ab 1690 erwarben die aus Braunschweig und Wolfenbüttel stammenden von Laffert Landbesitz im westlichen Mecklenburg.

1701 erhielt der Hof- und Geheimkämmer Wigand von Laffert den Lehn-Brief für das Gut Lehsen. Nach der Errichtung des Fideikommiss 1723 besaß die Familie von Laffert das Gut noch weitere sechs Generationen. Unter Hofrat Ludolph Friedrich von Laffert, der 1769 auch das Lehngut Dammereez kaufte, kam es in Lehsen zu weitreichenden Veränderungen. Sein Sohn Kammerherr Ernst August von Laffert auf Lehsen, Garlitz, Wittorf und Dannenbüttel ließ 1822 das neue Herrenhaus durch den in Lübeck niedergelassenen dänischen Baumeister und Architekten Joseph Christian Lillie bauen. Im Park entstanden sechs Logierhäuser nebst Remisen und Ställen. Das neue Restaurantgebäude hatte außer einem Speisesalon noch ein Billardzimmer, ein Lesekabinet und ein Toilettenzimmer. Ganz in der Nähe befand sich die Turnhalle mit einer Kegelbahn, einem Wellenbad und dem Eiskeller. Mittels der vorhandenen Kaltwasserquelle konnte ab 1847 der Direktor J. H. Rausse in der Wasserheilanstalt Wasserkuren anbieten.[3]

Nachdem die von Laffert 1801 in die mecklenburgische Ritterschaft aufgenommen waren, hatten sie von 1803 bis 1889 acht ihrer Töchter zur Aufnahme in das adelige Damenstift im Kloster Dobbertin in das dortige Einschreibebuch eintragen lassen.

1899 kaufte der Landwirt Wilhelm Jäger aus Düsseldorf das Gut für 735.000 Mark. Mehrere Besitzerwechsel folgten, bis der Kaufmann Dr. Otto Sprenger aus Vaduz das Gut 1928 an Gesellschaft für Landesverwaltung Deutsche Scholle verpachtete. 1937 übernahm die Siedlergesellschaft die komplette Gutsanlage.

Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Herrenhaus für Flüchtlinge, Vertriebene und später als Kreiskinderheim genutzt. Ab 1970 war es Sitz der Gemeindeverwaltung, der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) und der Kooperativen Abteilung Pflanzenproduktion (KAP) Wittenburg.

In Lehsen wurde erst 1955 eine LPG Freie Jugend Typ III gebildet und 1958 waren nur 20 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche der Gemeinde durch die LPG bewirtschaftet worden. 1957 zählte die Gemeinde 349 und 1962 339 Einwohner. Nach der Vereinigung mit der LPG Schildetal Camin kam es 1976 zur Bildung der KAP Wittenburg-Camin.

Anlässlich des zweiten Parkfestes am Tag des Genossenschaftsbauern fasste die Gemeindevertretung im Juni 1977 den Beschluss zur Rekonstruktion des gesamten Park-Schloss-Komplexes.[4] Für die nach 1950 wegen Baufälligkeit abgebrochene Orangerie hatte man einen Musikpavillon mit Freitanzfläche geschaffen und aus dem Parkteich wurden 52 Hänger voll Schlamm entnommen, um wieder klares Wasser zu erhalten. Die innere und äußere Rekonstruktion des ehemaligen Herrenhauses erfolgte ab 1977 nach Vorschlägen des damaligen Instituts für Denkmalpflege der DDR. Sogar die Uhr am Giebeldreieck wurde repariert.

Wegen fehlender Nutzung stand das Gebäude nach der Wende bis 1999 leer, wurde danach aufwändig saniert und wird seit 2004 wieder bewohnt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Laffert-Mausoleum
  • Das vornehm wirkende Herrenhaus Lehsen steht als zweigeschossiger Putzbau von neun Achsen auf einem niedrigen Kellergeschoss mit geschliffenen Granitquadern. Der vorgelagerte Altan besitzt eine zweistufige Freitreppe. Die Hoffassade wird durch einen dreiachsigen Mittelrisalit gegliedert, das Portikus mit vier Kolossalsäulen toskanischer Ordnung schließt mit einem relativ flachen Dreiecksgiebel ab. Das Zifferblatt mit der Uhr wurde nach 1880 eingefügt. Über eine eingezogene vierstufige Treppe gelangt man in die Vorhalle mit einer anspruchsvollen Fassadengestaltung (stilistisch wie beim Herrenhaus Schönfeld). Das Herrenhaus in Lehsen wurde 1822 im Auftrag der Familie von Laffert durch Joseph Christian Lillie errichtet. Die beiden seitlichen pavillonartigen Anbauten erfolgten 1880/90.
  • 1847 eröffnete im Ort eine Wasserheilanstalt.
  • Mausoleum der Familie von Laffert von 1868 auf einem Turmhügel

Die Baudenkmale der Gemeinde sind in der Liste der Baudenkmale in Lehsen aufgeführt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Dieter Pocher: Schlösser und Herrenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg 2005 ISBN 3-928119-90-7
  • F. Stein: Beschreibung der Wasserheilanstalt Lehsen bei Wittenburg in Mecklenburg, nebst der Hausordnung dieser Anstalt. Lehsen 1848
  • Horst Prignitz: Wasseranstalten in Mecklenburg. Mecklenburg-Magazin Regionalausgabe der SVZ 1995 Nr. 19 S. 7.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2012 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Siegfried Spantig: 750 Jahre Lehsen. Lehsen 1983, S. 5.
  3. F. Stein: Beschreibung der Wasserheilanstalt Lehsen bei Wittenburg in Mecklenburg nebst der Hausordnung dieser Anstalt. Lehsen 1848, S. 4, 5.
  4. Siegfried Spantig: 750 Jahre Lehsen Lehsen 1983, S. 11.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lehsen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien