Leimersheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Leimersheim
Leimersheim
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Leimersheim hervorgehoben

Koordinaten: 49° 7′ N, 8° 21′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Germersheim
Verbandsgemeinde: Rülzheim
Höhe: 105 m ü. NHN
Fläche: 12,96 km2
Einwohner: 2556 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 197 Einwohner je km2
Postleitzahl: 76774
Vorwahl: 07272
Kfz-Kennzeichen: GER
Gemeindeschlüssel: 07 3 34 016
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Deutschordensplatz 1
76761 Rülzheim
Website: www.leimersheim.de
Ortsbürgermeister: Matthias Schardt (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Leimersheim im Landkreis Germersheim
Wörth am RheinGermersheimZeiskamOttersheim bei LandauKnittelsheimBellheimScheibenhardtBerg (Pfalz)HagenbachNeuburg am RheinJockgrimNeupotzHatzenbühlRheinzabernSteinweilerErlenbach bei KandelKandel (Pfalz)Winden (Pfalz)VollmersweilerFreckenfeldMinfeldLeimersheimKuhardtRülzheimHördtSchwegenheimLingenfeldFreisbachWeingarten (Pfalz)Westheim (Pfalz)LustadtBaden-WürttembergFrankreichSpeyerRhein-Pfalz-KreisNeustadt an der WeinstraßeLandkreis Südliche WeinstraßeLandau in der PfalzKarte
Über dieses Bild

Leimersheim, pfälzisch „Lämersche“, ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Germersheim in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rülzheim an.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leimersheim liegt im mittleren Oberrheingraben im Bereich der linksseitigen Niederterrassen des Rheins auf 100 m Höhe zwischen den Rheinbrücken von Germersheim und Karlsruhe. Das Ortsgebiet und den Rheinstrom trennt seit der Rheinbegradigung des 19. Jahrhunderts der Auwald, in dem diverse Altarme sowie ein Hochwasserschutzdamm verlaufen. Zur Gemeinde gehört zusätzlich der Wohnplatz Rheinschenke ‘Pfälzer Land‘.[2] Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Hördt, Linkenheim-Hochstetten, Eggenstein-Leopoldshafen, Neupotz, Rheinzabern, Rülzheim und Kuhardt.

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mündung des Erlenbachs in den Michelsbach

Innerhalb des Ortes vereinigen sich Erlenbach und Otterbach zum Michelsbach, der bei Hördt von links in den Rhein mündet. Bekanntestes Stehgewässer ist das Fischmal, das lokal als Fischbl bezeichnet wird; dabei handelt es sich um einen kleinen See im Verlauf des Otterbachs, der ein Biotop für zahlreiche Wasservögel und Pflanzen darstellt. Zudem befindet sich vor Ort der Leimersheimer Altrhein.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf Leimersheim wurde erstmals 778 in einer Schenkungsurkunde des Klosters Lorch erwähnt. Gräber, die im Jahre 1884 gefunden wurden, deuten aber schon auf eine Besiedlung während der Bronzezeit hin. 960 wurde zum Schutze der bischöflichen Untertanen eine Burg gebaut. Erster Burgherr war der Edle Rudolf.

1270 wurden das Dorf und die Burg dem Kloster in Hördt angegliedert. Zwölf Jahre später wurde die erste Rheinfähre bei Leimersheim eingerichtet.

Frühe Neuzeit bis 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei einer Überschwemmung im Jahre 1534 versanken der Gemarkungsteil „Werth“ und das Dorf Potz in den Fluten des Rheins.

1624, während des Dreißigjährigen Krieges, wurden die Klosterdörfer Leimersheim und Kuhardt von marodierenden Truppen überfallen und ausgeplündert. Dies wiederholte sich in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges noch mehrmals. Deshalb wohnten 1660 in Leimersheim nur noch 58 Familien.

Von 1729 bis 1731 wurde eine neue Pfarrkirche gebaut, 1772 die Leimersheimer Burg abgerissen. Am 3. April 1793 trafen in einem Gefecht französische Revolutionstruppen unter General Custine und Einheiten der österreichischen Armee unter Generalmajor Karl Aloys zu Fürstenberg aufeinander. Nach einem weiteren Gefecht des 21. französischen Infanterieregiments am 5. August 1793 gegen österreichische Truppen, in der Gewanne „Niederhorst“ westlich des Ortes, zerstörten abziehende Dragoner das Kreuz vor der Pfarrkirche.

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte der Ort zur Kurpfalz und unterstand dort dem Oberamt Germersheim.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Leimersheim bis 1814 in den Kanton Germersheim und danach bis 1815 in den Kanton Kandel eingegliedert. 1815 wurde der Ort Österreich zugeschlagen und kehrte in den Kanton Germersheim zurück. Bereits ein Jahr später wechselte Leimersheim wie die gesamte Pfalz in das Königreich Bayern. Vom 1818 bis 1862 gehörte die Gemeinde dem Landkommissariat Germersheim an; aus diesem ging das Bezirksamt Germersheim hervor.

1801 wurde bei der Fährstelle eine Zollstation eingerichtet. Das Gebäude wurde später als Gaststätte benutzt. In den Jahren 1827 und 1928 wurde durch neue Rheindurchstiche am „Karlskopf“ und am „Haselforst“ die Rheinstrecke bei Leimersheim begradigt. Ab 1871 überquerte ein neues Fährschiff am Längsseil, das durch Nachen getragen wurde, den Rhein. Beim Rheinhochwasser 1882/1883 mussten die Einwohner in der Neujahrsnacht 1883 vor den Fluten des Rheins in das höher gelegene Dorf Kuhardt flüchten, die gesamte Gemarkung von Leimersheim wurde überflutet.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1902 wurde das neue Schulhaus eingeweiht, in dem drei Unterrichtsräume zur Verfügung standen. Bereits 1908 musste es durch ein Gebäude mit zwei Schulsälen erweitert werden.

Am 2. Dezember 1918 rückten französische Truppen als Besatzung nach Leimersheim ein. Aus dem Ersten Weltkrieg kehrten 53 Männer nicht mehr heim. 1923 wurde das Dorf an das elektrische Stromnetz angeschlossen, 1930 das Schöpfwerk zur Entwässerung der Rheinniederung gebaut. Seit 1939 ist der Ort Bestandteil des Landkreises Germersheim. Im Zweiten Weltkrieg wurde 1940 das Fährschiff durch Flussminen getroffen und sank. Die neue Fähre wurde 1944 in Dienst gestellt. Sie diente vor allem zum Transport deutscher Soldaten über den Rhein. 1945, am Ende des Krieges, brannte das alte Zollhaus nieder.

Denkmal für die Rheinquerung französischer Truppen am 2. April 1945

Am 23. März 1945 besetzten amerikanische Truppen das Dorf. Viele Häuser waren beschädigt, einige abgebrannt. Am 2. April überquerten Truppen der 1. französischen Armee (insbesondere das 21. Kolonial-Infanterie-Regiment der 9. Kolonial-Infanteriedivision) bei Leimersheim den Rhein.

Nach dem Krieg wurde Leimersheim innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. 1952 ließ die Gemeinde auf dem Friedhof eine Kapelle bauen zum Gedächtnis der 118 Leimersheimer Opfer des Zweiten Weltkrieges. 1955 wurde Leimersheim an das Wasserversorgungsnetz angeschlossen und die Ortsrufanlage installiert. 1956 erfolgte der Umbau der Rheinfähre, die fortan von einem Grundseil geführt wurde. 1957 wurde der neue Pfarrkindergarten eingeweiht.

1960 wurden die Rheindämme verstärkt erhöht. 1962 war Baubeginn für Kanalisation und Kläranlage, 1963 wurden die ersten Gemeindestraßen asphaltiert. 1964 weihte der Bischof von Speyer die neue Kirche. Die Gemeinde erzielte bei dem Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden 1969 die Goldmedaille. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform würde Leimersheim 1972 in die neu geschaffene Verbandsgemeinde Rülzheim eingegliedert.1974 wurde ein Feuerwehrhaus gebaut, 1975 der neue Kindergarten eingeweiht. 1978 beging die Gemeinde ihre 1200-Jahr-Feier. 1981 wurde ein bäuerliches Anwesen gekauft, in dem das Heimatmuseum „Fischerhaus“ Platz fand. 1983 wurde die Sport- und Freizeithalle eingeweiht, 1985 mit dem Bau des Tennisplatzes begonnen, 1987 das Rathaus renoviert. 1993 wurde die Ortsdurchfahrt ausgebaut und umgestaltet. 1998 gab die Bundeswehr die Brückenstelle am Rhein auf. Das Unterkunftsgebäude wurde abgerissen und die freigewordene Fläche mit Bäumen bepflanzt.

21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rheinhauptdeich wurde 2001 für etwa 1,8 Millionen EUR umgebaut, die Kosten wurden vom Land getragen. 2003 feierte Leimersheim das 1225-jährige Bestehen. In den Jahren 2009 und 2010 wurden umfangreiche Dorferneuerungsmaßnahmen vorgenommen, darunter die Sanierung des Kindergartens, des Festplatzes oder der neue Dorfplatz im Dorfmittelpunkt bei der Kirche.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 22. Oktober 1940 wurden die in Leimersheim lebenden Juden im Zuge der Wagner-Bürckel-Aktion deportiert.

Im Februar 2015 waren 63,6 % der Einwohner katholisch und 15,0 % evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[3] Im Jahr 1871 waren von insgesamt 1333 Einwohnern 1218 katholisch (91 %), 7 evangelisch (< 1 %) und 108 jüdisch (8 %).[4]

Der katholischen Pfarrkirche St. Gertrud in der Ortsmitte benachbart ist ein Pfarrzentrum mit dem Pfarrsaal. Die Gemeinde gehört zur Pfarrei Hl. Theodard Rülzheim und liegt im Bistum Speyer (Dekanat Germersheim).

Die Protestantische Kirchengemeinde Rülzheim unterhält in der Grundschule Leimersheim einen Kirchsaal. Hier findet jeden dritten Sonntag um 18:30 Uhr Gottesdienst statt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Leimersheim besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[5]

Wahl SPD CDU Grüne Gesamt
2019 5 11 4 20 Sitze
2014 4 13 3 20 Sitze
2009 5 12 3 20 Sitze
2004 5 13 2 20 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Matthias Schardt (CDU) ist seit 2004 Ortsbürgermeister von Leimersheim. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 79,3 % für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.[6]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von 1964
Gerichtssiegel von 1701

Die Wappenbeschreibung lautet: „Ein schwarzes Hufeisen mit abwärts gerichteten Stollen und neun Nagellöchern, einen sechsstrahligen roten Stern umschließend, das Ganze von einer schwarzen Schnur mit Quasten überhöht.“

Seit 31. August 1841 führte die Gemeinde Leimersheim ein eigenes Wappen (schwarzes Hufeisen auf Gold). Die Herren von Fleckenstein besaßen bis 1720 die Grundherrschaft über das Dorf, traten diese jedoch an die Propstei Hördt ab. Auch dies sollte im neuen Gemeindewappen zum Ausdruck gebracht werden, so dass 1964 der Heraldiker Hauser aus Karlsruhe mit einem entsprechenden Entwurf beauftragt wurde. Die Neugestaltung hält sich eng an das alte Gerichtssiegel von 1701. Der Stern symbolisiert wahrscheinlich das alte Gericht, die schwarze Schnur vermutlich die Jahrhunderte zurückliegende Zugehörigkeit zur Propstei Hördt.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahrelang bestand eine Schulpartnerschaft mit der Schule im Dorf Limersheim im Elsass, etwa 100 Kilometer rheinaufwärts im Kanton Erstein gelegen. Sie beruhte vor allem auf der guten Beziehung der beiden Schulleiter und führte zu mehreren Austauschfahrten von Schulklassen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denkmalzone Untere Hauptstraße in Leimersheim mit dem Bürgerhaus

Die Untere Hauptstraße ist als Denkmalzone ausgewiesen.

Hinzu kommen zahlreiche Einzelobjekte, die unter Denkmalschutz stehen, darunter die katholische Kirche St. Gertrud; sie befindet sich im Ortszentrum. Während bereits 960 eine kleine Kirche urkundlich erwähnt wurde, entstand zwischen 1729 und 1732 eine spätbarocke Kirche, die aus Steinen der Klosterkirche Hördt gebaut wurde. Von dieser sind seit der Gebäudeerweiterung 1962 nur noch der Chorraum und der Hochaltar mit Bildern vom Letzten Abendmahl und der Patronin Gertrud von Nivelles erhalten. Der Neubau von 1962, ein Kirchenschiff in Zeltform, wurde von Erwin van Aaken (1904–2008) entworfen. Das helle Haus mit den großen Fenstern und den „schreitenden“ Giebeln nimmt Bezug auf die Inhalte des Zweiten Vatikanischen Konzils. Die Kirche umfasst ferner eine kleine Taufkapelle an der Westseite, eine Orgel mit 29 Registern (1969) und ein Geläut (Fis, A, H, Cis) von 1865, 1950 bzw. 1963. Ebenfalls denkmalgeschützt sind ein Kriegerdenkmal und das seit 1978 in seiner aktuellen Form bestehende Heimatmuseum „Fischerhaus“[7].

Skulpturen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mahnmal mit Brunnen (Lage) am Standort der ehemaligen Synagoge
  • Denkmal des Rheinfischers (Lage) vor dem Bürgerhaus (2004), gestaltet von dem Lustadter Bildhauer Peter Brauchle
  • Flaggenbaum (Lage) in Form eines Schiffsmastes neben der katholischen Pfarrkirche
  • Marienstatue La Salette (Lage) gegenüber dem Friedhofseingang
  • Denkmal für die Rheinquerung französischer Truppen (Lage) bei Leimersheim am 2. April 1945 in Form eines Obelisken

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Naturschutzgebiet Hördter Rheinaue erstreckt sich teilweise über die Gemeindegemarkung.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Maislabyrinth Leimersheim ist jedes Jahr ab etwa Juli geöffnet.
  • Am letzten Wochenende im September wird die Kirchweih (Kerwe) gefeiert.
  • Den Sonntag nach dem Fest des hl. Karl Borromäus (4. November) begeht die katholische Kirche als Buchsonntag. An diesem Tag findet die Buchausstellung der Katholischen Öffentlichen Bücherei (s Abschnitt Öffentliche Einrichtungen) statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leimersheimer Rheinfähre

Leimersheim gehört dem Verkehrsverbund Rhein-Neckar und dem Karlsruher Verkehrsverbund an und ist mit den Städten Landau und Germersheim durch Buslinien verbunden. Das überörtliche Straßennetz verknüpft das Dorf mit Neupotz in Form der Landesstraße 549 und Kuhardt in Form der Landesstraße 553. Die Fähre Leimersheim verbindet Leimersheim mit dem badischen Leopoldshafen. Fährschiffe waren in der Vergangenheit „Loreley“ und dann „St. Nikolaus“; aktuell versieht den Dienst die „Peter Pan“. In diesem Bereich befindet sich außerdem eine Ersatzübergangsstelle.

Institutionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde gehört zum Gerichtsbezirk des Amtsgerichts Germersheim.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Öffentliche Bücherei (KÖB)

Bereits 1924 gegründet, wurde die katholische Volksbücherei – nach der staatlich verordneten Zwangspause während der Zeit des Nationalsozialismus – 1950 wiederbelebt. In den 1950er Jahren standen rund 800 Bände in einem Schulsaal unter der Leitung von Schwester Heriberta Vogelgesang zur Ausleihe bereit. Im Jahresbericht 1960 sind Ausgaben von 2500 DM zur Erstellung eines Büchereiraumes vermerkt. Vermutlich zog dann die katholische Bücherei auf die Bühne der zum Pfarrsaal umgebauten Scheune um. Die katholische Bücherei erhielt unter dem damaligen Ortspfarrer Paul Steeg 1981 erstmals einen eigenen Raum als Anbau an den Pfarrsaal (neben dem Gruppenraum). Hierfür werden die Kosten im Jahresbericht mit 6.561,55 DM beziffert.

Bereits 2011 wurde eine erste Kooperationsvereinbarung zwischen Kirchenstiftung (als Träger der Bücherei) und Ortsgemeinde geschlossen. Diese hatte die Errichtung größerer Räume durch einen privaten Investor zum Ziel. Die Räume sollten von der Ortsgemeinde langfristig angemietet und der Kirchenstiftung für die Büchereiarbeit überlassen werden. Diese Pläne konnten nicht realisiert werden. Daher modifizierten die Vertragspartner ihre Vereinbarung, so dass 2016 nach kleinerem Umbau der Umzug der Bücherei in die Grundschule erfolgte.

Grundschule

In Leimersheim befindet sich die Kardinal-Wendel-Schule, eine einzügige Grundschule. Das heutige Gebäude in der Abraham-Weil-Straße 2a (bis 2015 postalisch Am Festplatz 4) wurde 1956 als achtklassige Volksschule erbaut.

Sport- und Freizeitanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Yachthafen in Leimersheim
  • Rasenplätze des Fußballclubs Leimersheim mit 100-m-Laufbahn, Sprunggrube, Basketballfeld, Beachvolleyballfeld
  • Sport- und Freizeithalle (Rheinstraße)
  • Kulturkreishalle (St.-Gertrudis-Straße)
  • Schulturnhalle
  • Bademöglichkeit an Baggerseen
  • Bürgerhaus Leimersheim (seit 2003, eingeweiht anlässlich der 1225-Jahr-Feier der Gemeinde)
  • Yachthafen

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innerhalb des Gemeindegebiets befindet sich die vom Pfälzerwald-Verein betriebene Schutzhütte Südpfälzer Rheinauen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger und ehemalige Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Abraham Weil (* 30. Januar 1834 in Ellerstadt, † 17. Februar 1900 in Oppau) war Gründer und Leiter der ersten gemeindlichen Sparkasse.
  • Carl Josef Hodapp (* 1891; † 15. Oktober 1976 in Römerberg) war Heimatschriftsteller und verfasste die erste Ortschronik (1960) von Leimersheim.[8]
  • Pfarrer Nikolaus Nagel (* 1897; † 19. Juli 1969 in Speyer)[8]
  • Pfarrer Paul Johannes Steeg (* 22. September 1913; † 4. August 1986) war Priester seit 1939 und erhielt die Ehrenbürgerschaft für sein besonderes Bemühen um Kranke und Schwache in der Gemeinde.
  • Walter Kling (* 1914; † 25. Dezember 2001 in Leimersheim) war jahrelang Rektor der Leimersheimer Schule und Bürgermeister.[8]
  • Schwester M. Miguela (Luise Keller, * 1936) wirkte von 1963 bis 2011 als Krankenschwester in der Missionsstation des Instituts St. Dominikus in Akwatia (Ghana).
  • Hugo Dörrler (* 27. April 1937; † 29. Mai 2020) war Ortsbürgermeister von 1972 bis 2004.
  • Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden Adolf Hitler, Paul von Hindenburg und Gauleiter Josef Bürckel zu Ehrenbürgern ernannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden diese Auszeichnungen rückgängig gemacht.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Florian Krebs (* 1988) spielte zeitweise beim örtlichen Fußballverein.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Marthaler: Leimersheim. Die Geschichte eines pfälzischen Dorfes am Rhein. 778–2003. Ortsgemeinde Leimersheim, Leimersheim 2002.
  • Anton Kuhn (Hrsg.): Die Schmuggleraffäre zu Leimersheim 1811–1814. Eine regionalgeschichtliche Untersuchung, erarbeitet auf der Grundlage eines auf Archivstudien beruhenden Typoskripts von André Raymond Weschler aus Roeschwoog im Elsass. Ortsgemeinde Leimersheim, Leimersheim 2011, ISBN 978-3-9805623-3-1.
  • Bilder vom Gestern. Leimersheim mit den Augen des Chronisten Ernst Marthaler. Ausstellung des Förderkreises für Heimat- und Brauchtumspflege Leimersheim. Heimatmuseum Fischerhaus Leimersheim, 9. bis 11. März 2012. Ortsgemeinde Leimersheim, Leimersheim 2012.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Leimersheim – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2019, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2019[Version 2020 liegt vor.]. S. 148 (PDF; 3 MB).
  3. Ewois, Stand: 28. Februar 2015.
  4. Ergebnisse der Volkszählung im Königreiche Bayern vom 1. Dezember 1871 nach einzelnen Gemeinden, 1873, S. 64.
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen.
  6. Ralf Wittenmeier: Matthias Schardt als Ortsbürgermeister wiedergewählt. Die Rheinpfalz, 27. Mai 2019, abgerufen am 25. April 2020.
  7. Webpräsenz des Heimatmuseums „Fischerhaus“.
  8. a b c Bilder, Unterlagen über Ehrenbürger im Landkreis Germersheim gesucht! www.hekma-verlag.de, abgerufen am 26. Oktober 2018.