Leipe

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Dieser Artikel erläutert das Spreewalddorf Leipe; zur Beschreibung des ehemaligen westpreußischen Landkreises siehe Landkreis Leipe (Westpr.), für die Beschreibung der gleichnamigen Stadt Leipe siehe Lipno (Kujawien-Pommern).
Leipe
Lipje
Koordinaten: 51° 51′ 21″ N, 14° 2′ 33″ O
Höhe: 53 m ü. NN
Einwohner: 112 (17. Jul. 2017)
Eingemeindung: 26. Oktober 2003
Postleitzahl: 03222
Vorwahl: 03542
Westlicher Ortseingang von Leipe

Leipe, niedersorbisch Lipje, ist ein heute zur Stadt Lübbenau gehörendes Dorf im Spreewald.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ungefähr 150 Einwohner zählende Ort liegt auf einer 800 Meter langen und 400 Meter breiten sich zwei Meter über das sonstige Geländeniveau erhebenden Talsandinsel, einer sogenannten Kaupe, mitten im Spreewald. Er ist vollständig von Wasserläufen, so der Spree und dem Leiper Graben, umgeben. Leipe war bis in die 1960er Jahre nicht an das Straßennetz angeschlossen und somit praktisch nur über den Wasserweg zu erreichen.

Die Häuser des Ortes liegen daher in einem Oval am Ufer der Insel und wenden ihre Vorderfront dem Wasser zu. Wer Leipe heute auf dem Landweg besucht, betritt die Grundstücke somit von hinten. Das Innere der Insel und somit die Dorfmitte ist unbebaut. Hier befinden sich landwirtschaftliche Nutzflächen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung Leipes stammt aus einer Verkaufsurkunde der Herrschaft Lübbenau aus dem Jahre 1315. Der Name des Orts stammt vom niedersorbischen Wort lipa für „Linde“. Ursprünglich dürfte die Insel von einem durch Linden geprägten Laubmischwald bewachsen gewesen sein. Ursprünglich war der Ort von Wenden bewohnt.

Leipe war nur über den Wasserweg zu erreichen. Im Winter kamen Schlitten zum Einsatz. Auch für die Verhältnisse im Spreewald lag Leipe sehr abgeschieden. Verschiedene Spreewaldbräuche hielten sich daher hier besonders lange. Wirtschaftlich lebten die Bewohner vor allem vom Fischreichtum der Spree, dem Gemüseanbau und der Viehwirtschaft. Der landwirtschaftlich genutzten Dorfmitte kam vor allem in Hochwasserzeiten eine besondere Bedeutung zu, da sie vor Überschwemmungen sicher war.

Im Jahr 1791 vernichtete ein Großfeuer fast das gesamte Dorf.

Weg von Lübbenau nach Leipe

In den Jahren 1935/1936 errichtete der Reichsarbeitsdienst eine schmale Landverbindung nach Lübbenau, die für Fußgänger und Radfahrer passierbar ist. Der sich über fünf Kilometer durch den Spreewald ziehende Weg überquert mit zwölf Brücken verschiedene Kanäle und Fließe, so die Uska Luke, Bancerowa, Alter Semisch und Semisch. Ende der 1960er Jahre wurde dann eine Straßenverbindung nach Burg (Spreewald) gebaut.

Im Jahr 1964 wurde Leipe auch an die Trinkwasserleitung angeschlossen. Die zuvor praktizierte Trinkwasserentnahme aus den zahlreichen Fließen war aufgrund der Wasserverschmutzung nicht mehr möglich.

Heute ist die Bedeutung der traditionellen Landwirtschaft zurückgegangen. Leipe lebt vor allem vom Tourismus.

Eingemeindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 26. Oktober 2003 wurden Leipe und die Orte Boblitz, Kittlitz, Bischdorf, Groß Beuchow, Hindenberg, Groß Lübbenau, Groß Klessow, Klein Radden sowie Ragow in Lübbenau/Spreewald als Ortsteile eingegliedert.[1]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dorf bestehen mehrere Gastwirtschaften, Beherbergungsbetriebe und ein Hofladen. Neben der Lage am Gurken-Radweg profitiert der Ort vor allem von den zahlreichen mit Spreewaldkähnen und Paddelbooten aus dem umliegenden größeren Ortschaften anreisenden Touristen. In der Dorfmitte werden die traditionellen Gemüsepflanzen Gurke, Meerrettich, Zwiebeln und Mohrrüben angebaut.

Einrichtungen / Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Leipe besteht eine Heimatstube. Zu Leipe gehört auch die westlich des Dorfes gelegene, heute gastronomisch genutzte Dubkow-Mühle.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der preußische Kommunalpolitiker Julius Zimmermann (1834–1902) wurde in Leipe geboren. Auch der spätere Rektor der Technischen Universität Dresden, Rudolf Knöner (1929–1990), war gebürtiger Leiper.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Leipe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien