Leisefuchs

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Der Leise- oder Schweigefuchs

Der Leisefuchs, auch Flüsterfuchs, Lauschefuchs oder Schweigefuchs genannt, ist ein Handzeichen von Pädagogen und Gruppenleitern, das dazu dient, eine Personengruppe zum Schweigen zu bringen.[1]

Anwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steigt der Lärmpegel innerhalb einer Gruppe über ein bestimmtes Maß, kann die Leitungsperson die Hand heben und den Leisefuchs zeigen. Dafür streckt sie Zeigefinger und kleinen Finger nach oben, um die Ohren eines Fuchses anzudeuten, Mittelfinger und Ringfinger werden gegen den Daumen gepresst, um das Maul eines Fuches zu imitieren.[2] Der Leisefuchs hat seine Ohren gespitzt und sein Maul geschlossen. Es soll die Personen innerhalb der Gruppe dazu anregen, es dem Leisefuchs gleichzutun – zuzuhören und nicht mehr zu sprechen.[3]

Andere Anwendungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Handzeichen des Leisefuchses entspricht von der äußerlichen Form her dem Erkennungs- und Grußzeichen der Grauen Wölfe, einer rechtsextremen, nationalistischen Gruppierung in der Türkei. Aus diesem Grund wurden für den „Leisefuchs“ auch schon alternative Handzeichen angewendet wie ein „V“ („Victory-Zeichen“) oder „alle Finger hoch“.[4]

Die Ähnlichkeit mit der Geste Mano cornuta hat den Kabarettisten Michael Krebs 2012 zu dem Programm Flüsterfuchs? Nein Danke! inspiriert.[5]

Ebenfalls ist es ein Zeichen der Mitglieder diverster Stables im Wrestling beim Bullet Club von New Japan Pro Wrestling sowie bei der New World Order in der ehemaligen WCW.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Britta Winter: „Komm, das schaffst Du!“ Aufmerksamkeitsprobleme und ADHS. Georg-Thieme-Verlag, 2010, ISBN 9783830435402, S. 113 Online
  2. Moment mal! Debatten zu hitzig und zu laut? Der Leisefuchs wird's schon richten... in: Hamburger Abendblatt vom 2. Februar 2010
  3. Vom Fernsehen ins Klassenzimmer: Sind die Schüler nicht ruhig, muss der Schweigefuchs her! (de). In: Zürcher Unterländer, 21. September 2011. 
  4. Grundschulen: „Frau Herber, du, guck mal“ in: Frankfurter Rundschau vom 16. Februar 2011
  5. „Rettet die Pommesgabel des Teufels!“ Das Rock 'n' Roll-Kabarett des Michael Krebs von Achim Hahn im Deutschlandfunk am 18. September 2014