Leistungstest (Psychologie)

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Leistungstests oder Leistungsmethoden sind psychologische Testverfahren zur Erfassung von Leistungsmerkmalen (auch Fähigkeiten oder Fertigkeiten) einer Person. Sie werden als Methodenklasse den Urteilstests (Beurteilung/Bewertung von Sachverhalten) und den Deutungsmethoden (projektive Verfahren) gegenübergestellt. Die Gegenüberstellung zu Persönlichkeitstests ist schon problematischer, weil die Merkmale der Leistungsfähigkeit selbst auch zu den Persönlichkeitsmerkmalen (den Eigenarten einer Person, den Merkmalen, welche die Individualität der Person ausmachen) gehören.

Der gemeinsame Nenner dieser Tests ist, dass Problemstellungen vorgegeben werden, die zu lösen sind. Gemessen werden Parameter, welche die Lösungsmenge und Lösungsgüte bewerten (Menge richtiger Lösungen, Qualität der Lösungen, Lösungszeiten, Fehler usw.). Im Unterschied zu Persönlichkeitstests gibt es bei Leistungstests ein „besser“ oder „schlechter“ bezüglich der erreichten Leistung. Man kann zwischen allgemeinen Leistungstests und speziellen Leistungstests unterscheiden. Allgemeine Leistungstests erfassen Merkmale, die in jeder Leistung enthalten sind, während spezielle Leistungstests nur besondere Leistungen erfassen. Ein Einsatz von Leistungstests erfolgt z. B. in der Neuropsychologie zur Störungsidentifikation, im Rahmen der Rehabilitation, bei Bildungs- oder Berufswahlentscheidungen und in Auswahlverfahren.

Je nach der für die Lösung der Aufgabenstellung zur Verfügung gestellten Zeit unterscheidet man Schnelligkeitstests und Niveautests.

Arten von Leistungstests[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wichtigsten Arten von Leistungstests klassifiziert nach dem, was mit dem Test gemessen wird:

  • Intelligenztests, Tests der allgemeinen Leistungsfähigkeit
    • Wissenstests (sog. kristallisierte oder kristalline Intelligenz)
    • Problemlösetests (sog. fluide Intelligenz)
    • Tests zur Erfassung von Basisgrössen der Informationsverarbeitung (Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit und Kapazität des Arbeitsgedächtnisses)
  • Lerntests, die im Unterschied dazu die Veränderung der Leistungsfähigkeit in der Zeit (Lern- und Übungseffekte) erfassen
  • Konzentrations- / Aufmerksamkeitstests
  • Gedächtnistests
  • Sprachtests
  • Tests zur Prüfung sensomotorischer Funktionen

Nach der Anwendung (Fragestellung) unterscheidet man z. B.

  • Schulleistungstests, wie z. B. Lesetests oder Rechentests, die orientiert sind an bestimmten Lernzielen
  • Arbeitsproben, die im Rahmen der Eignungs- und Tauglichkeitsdiagnostik verwendet werden

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]