Leitzkau

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Leitzkau
Stadt Gommern
Wappen von Leitzkau
Koordinaten: 52° 3′ 27″ N, 11° 57′ 6″ O
Höhe: 107 m ü. NHN
Fläche: 36,97 km²
Einwohner: 910 (31. Dez. 2014)
Bevölkerungsdichte: 25 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2005
Postleitzahl: 39279
Vorwahl: 039241
Leitzkau (Sachsen-Anhalt)
Leitzkau
Leitzkau
Lage von Leitzkau in Sachsen-Anhalt
Blick auf die Stiftskirche Sancta Maria in Monte (links) und St. Peter (rechts)

Leitzkau ist ein Ortsteil der Stadt Gommern im Landkreis Jerichower Land in Sachsen-Anhalt, Deutschland.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leitzkau liegt etwa 100 Meter über dem Meeresspiegel auf einem südwestlichen Hochplateau des Flämings und ist von landwirtschaftlichen Flächen umgeben. Der Ort liegt zwischen der auf einem größeren Hügel gelegenen Schlossanlage mit der ehemaligen Stiftskirche Sancta Maria in Monte und der auf einem kleineren Hügel gelegenen Dorfkirche St. Peter. Der Ort ist heute wie lange in seiner Geschichte von der Landwirtschaft geprägt. Zwei Landwirtschaftsunternehmen haben dort ihren Sitz.

Naturräumlich gehört der Ort zum Zerbster Land, einer ackergeprägten offenen Kulturlandschaft und 536 km² großen Haupteinheit der übergeordneten Haupteinheitengruppe des Fläming im norddeutschen Tiefland. Das Zerbster Land bildet die Südwestabdachung des Flämings zur Elbe und gehört zum Einzugsgebiet dieses Flusses.[1]

Mit Gommern ist Leitzkau durch die Bundesstraße 184 verbunden. Der nächste Bahnanschluss befindet sich im drei Kilometer entfernt gelegenen Prödel an der Strecke Magdeburg - Dessau.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Erwähnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leitzkau bildete sich aus einer slawischen Siedlung. Der Ort wurde von den Morzianern, einem slawischen, genauer liutizischen Stamm, bewohnt. Die erste urkundliche Erwähnung, „Liezka“, erfolgte am 18. August 995 durch den deutschen Kaiser Otto III. Ende des 10. Jahrhunderts wurde Leitzkau zum Sammelplatz der deutsch-kaiserlichen Heere für deren Kriegszüge gegen die ostelbischen Slawen und die Polen. So startete Otto III. von hier aus 995 seinen Kampf gegen die slawischen Liutizen und Obotriten, Heinrich II. begann in Leitzkau 1005 seinen Feldzug gegen den Polenherzog Boleslaw Chrobry und 1029 brach an gleicher Stelle Konrad II. zum Kampf gegen Mieszko II. Lambert von Polen auf.

Schlosskirche, gebildet aus Lang- und Querhaus der ehemaligen Stiftskirche (ohne die Seitenschiffe)

Am 1. Januar 2005 wurde Leitzkau in die Stadt Gommern eingemeindet.[2]

Zur ehemaligen Gemeinde gehörte der Ortsteil Hohenlochau.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1965 hatte Leitzkau 1600 Einwohner, 2014 waren es 910.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 9. Juni 1994 durch das Regierungspräsidium Dessau genehmigt.

Blasonierung: „Gespalten von Blau und Silber; vorn ein goldener Bischofsstab mit Quaste, hinten ein roter Schüssel, der Bart rechts und oben, das Schließblatt viereckig.“

Die Gemeindefarben sind Gold (Gelb) - Blau.

Der goldene Bischofsstab steht als Erinnerung an die Gründung des Prämonstratenser-Chorherrenschaft, dieser Orden führte zwei gekreuzte Bischofsstäbe im Wappen, und der Schlüssel erinnert an die Bischöfe von Brandenburg, die hier zeitweilig ihren Sitz hatten und den Prämonstratenserstift ins Leben riefen.

Das Wappen wurde von der Heraldischen Gesellschaft "Schwarzer Löwe" Leipzig gestaltet.

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 8. März 1990 unterhält Leitzkau eine Gemeindepartnerschaft mit der Gemeinde Jesteburg im Landkreis Harburg (Niedersachsen).

Gedenkstätten und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thälmann-Gedenkstätte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Gedenkstein aus dem Jahre 1962 am Schloss erinnert an den KPD-Vorsitzenden Ernst Thälmann, der 1944 im KZ Buchenwald ermordet worden ist.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Boje E. Schmuhl/Konrad Breitenborn (Hrsg.): Schloss Leitzkau. Halle/Saale 2005.
  • Heinrich L. Nickel: Pfarrkirche und Stiftskirche zu Leitzkau. (Große Baudenkmäler, Heft 456), 3. Auflage. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1996.
  • Christian Scholl: Die Ehemalige Prämonstratenserstiftskirche St. Marien in Leitzkau – Gestalt und Deutung. Dissertation 1999 Universität Göttingen und TENEA Verlag für Medien Berlin, ISBN 3-932274-23-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Leitzkau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2005