Lemberger Oper

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Das Lemberger Opern- und Balletttheater ist eine der Hauptsehenswürdigkeiten der westukrainischen Stadt Lemberg.

Das Lemberger Opernhaus
Statue "Ruhm"
Vestibül

Das aktuelle Gebäude ist das Ergebnis eines 1895 abgehaltenen Architekturwettbewerbs, der vom polnischen Architekten Zygmunt Gorgolewski (1845–1903) gewonnen wurde, dem damaligen Direktor der technischen Hochschule der Stadt.

Gorgolewski schlug vor, das Theater im früheren Sumpfland des überwölbten Poltwa-Flusses zu errichten, und diese wegweisende Entscheidung erbrachte ein wesentliches Gestaltungselement für die heutigen „Freiheitsavenue“ (die heute übliche Bezeichnung "Avenue" für ukrainisch "Prospekt": Проспект Свободи – Prospekt Swobody: ursprünglich nach Erzherzog Karl Ludwig, später nach W. I. Lenin benannt, Lemberger Hauptstraße und Spaziermeile). Am 5. Juni 1896 fand die Grundsteinlegung statt, die eigentliche Bauphase dauerte knapp über drei Jahre (laut Inschrift im Foyer 1897 bis 1900). Der historistische Bau orientierte sich an den Vorbildern der Architektur der Renaissance und des Barock, konkret aber offenbar an jenem der Wiener Hofoper. Das prächtige Interieur ist mit mehrfarbigem Marmor, Fresken, Ornamenten, Statuen und Reliefs ausgestattet, für die sich (mit Ausnahme der Statuen) E. Pliszewski verantwortlich zeichnete. Die allegorischen Figuren der Tragödie und Komödie über dem Portal wurden von P. Wijtowicz geschaffen. Der Spiegelsaal des Pausenfoyers entstand unter der Leitung von S. Dembicki unter Beteiligung des Malers M. Harasymowicz.

Das Auditorium ist in Lyraform gehalten und ebenfalls reich geschmückt, der Eiserne Vorhang zeigt ein Panorama der Stadt Lemberg zur Zeit der Erbauung des Theaters. Der Zuschauerraum fasst 1070 Besucher und ist in der traditionellen Form eines Logentheaters gestaltet.

Die jahrzehntelang vor dem Haupteingang des Theaters postierte Leninstatue wurde nach Erlangung der Unabhängigkeit der Ukraine demontiert. An ihrer Stelle befindet sich seit einiger Zeit eine Brunnenanlage.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Philipp Ther: In der Mitte der Gesellschaft. Operntheater in Zentraleuropa 1815–1914. Oldenbourg, München 2006, ISBN 978-3-486-57941-3 (im Wesentlichen: eine Beschreibung und Vergleich der nationalen Opernhäuser in Dresden, Prag und Lemberg im Kontext der damaligen Nationalkulturen).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lemberger Oper – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Website des Lemberger Staatstheaters. In: Львівський Національний Академічний театр опери та балету ім. Соломії Крушельницької. Abgerufen am 16. Januar 2010 (englisch, polnisch, ukrainisch).

Einzelnachweise, Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Koordinaten: 49° 50′ 38,7″ N, 24° 1′ 34,3″ O