Lençóis Maranhenses

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Die Lençóis Maranhenses (Bettlaken von Maranhão) sind ein ausgedehntes Dünengebiet im Norden Brasiliens. Sie liegen an der Küste des Bundesstaats Maranhão.

Geografischer Standort von Lençóis Maranhenses

Ein Gebiet von 1550 km² wurde am 2. Juni 1981 zum Nationalpark erklärt. Die festen und Wanderdünen erstrecken sich bis 40 km ins Landesinnere, somit entsteht trotz der relativ hohen Niederschläge (etwa 1500 mm) die einzige Wüste Brasiliens. Die Temperaturen bewegen sich zwischen 16 °C und 36 °C. Winde sind oft stark.

Ausgangsort von Touren in den Nationalpark ist Barreirinhas. Weitere Teile gehören zu den Orten Humberto de Campos und Primeira Cruz. Im Nationalpark gibt es einige Lagunen. Ihr Wasserstand hängt vom Regen ab. Nach längerer Trockenzeit sind viele Lagunen komplett ausgetrocknet, die Ausflugsziele Lagoa do Peixe oder Lagoa Bonita haben aber immer Wasser.

Mit einem langsamen Linienschiff oder einem Bootstaxi kann man von Barreirinhas an die Küste nach Caburé und Atins fahren. Caburé liegt auf einer Landzunge zwischen Fluss und Meer und besteht nur aus einem halben Dutzend Pensionen. Atins ist ein kleiner Ort, von dem man direkt in die Lençóis spazieren kann. Vom Leuchtturm nahebei hat man eine imposante Aussicht. Von Caburé kann man mit einem Jeep durch die Pequenos Lençóis nach Paulino Neves oder Tutóia fahren.

Flora[Bearbeiten]

An den Stränden wachsen verschiedene Gräser und Sträucher, unter anderem Sandgras, Strandhafer und Rosendorn. Bei den Dünen sind verschiedene Kakteen der Gattung Cereus häufig anzutreffen.[1] Außerhalb ist die Wüste von Mangrovenwäldern umgeben. Hier dominieren die Rote und die Weiße Mangrove.

Fauna[Bearbeiten]

Krebse und Schildkröten suchen die Strände auf, um dort ihre Eier abzulegen. Dazu zählen unter anderem die Gemeine Schildkröte und die Echte Karettschildkröte, welche vom Aussterben bedroht ist. Des Weiteren leben in den Lagunen Fische, Shrimps und Weichtiere, obwohl das Wasser in den letzten Monaten des Jahres fast vollständig verdunstet. Die meisten Wassertiere sterben darauffolgend.[2] Der Laich überlebt in den noch feuchten unteren Schichten und die Brut schlüpft erst während der Regenzeit. Außerdem bringen Zugvögel, die sich bei den Lagunen aufhalten, ungewollt befruchtete Fischeier von anderen Gewässern im Gefieder mit.[3]

Film[Bearbeiten]

  • Casa De Areia. Spielfilm, Brasilien, 2005. Regie Andrucha Waddington, mit Fernanda Montenegro und Fernanda Torres. Der Film spielt ausschließlich in den Lençois.
  • Dünen, Sand und Einsamkeit. Die Sahara Brasiliens. Dokumentarfilm, Deutschland, 2008, 28 Min., Buch und Regie: Michael Stocks, Produktion: ARD-Studio Rio de Janeiro, Phoenix, SWR, Erstsendung: 5. Dezember 2008 bei Phoenix, Inhaltsangabe von ARD.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Brasilienportal – Lençóis Maranhenses. Abgerufen am 28. Mai 2015.
  2. Atlas Obscura – Lençóis Maranhenses Dunes. Abgerufen am 28. Mai 2015.
  3. Southern Sky Tours Blog – Lençóis Maranhenses – Die brasilianische Sahara. Abgerufen am 28. Mai 2015.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lençóis Maranhenses – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

-2.565274-42.980576Koordinaten: 2° 33′ 55″ S, 42° 58′ 50,1″ W