Lenhausen

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Lenhausen
Gemeinde Finnentrop
Koordinaten: 51° 12′ 3″ N, 7° 58′ 1″ O
Höhe: 230 m ü. NHN
Einwohner: 1169 (31. Dez. 2016)[1]
Postleitzahl: 57413
Vorwahl: 02395
Lenhausen (Nordrhein-Westfalen)
Lenhausen

Lage von Lenhausen in Nordrhein-Westfalen

Ortsdurchfahrt mit St. Anna und Schloss
Ortsdurchfahrt mit St. Anna und Schloss

Lenhausen ist ein Ortsteil in der Gemeinde Finnentrop im Sauerland mit rund 1.170 Einwohnern, die sich am Zusammenfluss von Lenne und Fretter befindet.

Ortsbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ortsbild des Dorfkerns ist teilweise noch altertümlich geprägt; einige Fachwerkhäuser (zum Beispiel in der Westfalenstraße 28) sind noch erhalten. Sehenswert in Lenhausen sind die alte Eisenbahnbrücke (erbaut 1859–1861 für die Ruhr-Sieg-Strecke durch das Lennetal), das Hofhaus Biggemann (erb. 1900), der Fretterbachhof (erbaut 1791), das Schloss Lenhausen (Stammsitz der Familie von Plettenberg-Lenhausen, erbaut 1400), die Pfarrkirche St. Anna (1898/1899), die Sparkasse (erbaut 1800), die Schützenhalle (1910), die Marienkapelle mit der Achtermann-Pietà (erbaut 1881/82), der Jüdische Friedhof (1900) und das Laufwasserkraftwerk Lenhausen (erbaut 1928).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Schatzungsregister (diente der Erhebung von Steuern) von 1543 gibt ungefähre Anhaltspunkte über die damalige Größe von Lenhausen. Demnach gab es zu dieser Zeit in „Lenhaußer Burschafft und Dorf“ insgesamt 14 Schatzpflichtige (ohne 1 Person, die als arm galt).[2] Die Anzahl der Schatzpflichtigen dürfte in etwa mit den vorhandenen Familien bzw. Häusern übereingestimmt haben.

Lenhausen hatte eine bedeutende jüdische Gemeinde. Dort lebten 1818 66 jüdische Bewohner. Der Bevölkerungsanteil von 18,6 % war der höchste im Herzogtum Westfalen. Nach der Abgrenzung der Synagogenbezirke in der Mitte des 19. Jahrhunderts war Lenhausen neben Meschede Sitz einer Synagogengemeinde im Kreis Meschede. Sie war auch zuständig für die relativ wenigen Juden im gesamten Kreis Olpe. Sie verfügte über eine im 18. Jahrhundert erbaute Fachwerksynagoge. Aus der Gemeinde ging der Mediziner und Publizist Alexander Haindorf hervor. Die Gemeinde wurde während des Holocaust vernichtet.[3]

In Lenhausen geboren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alfons Greitemann: Lenhausen, mein Heimatdorf in Vergangenheit und Gegenwart. Balve 1968. Volltext (PDF)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lenhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohnerstatistik der Gemeinde Finnentrop (Stichtag 31.12.2016). Gemeinde Finnentrop, abgerufen am 16. Mai 2017 (PDF).
  2. Schatzungsregister von 1543, S. 75.
  3. Georg Glade: Die Juden im ehemaligen Herzogtum Westfalen: In: Harm Klueting (Hrsg.): Das Herzogtum Westfalen. Bd. 2, Teilbd. 2: Das ehemalige kurkölnische Herzogtum Westfalen im Bereich der heutigen Kreise Hochsauerland, Olpe, Soest und Märkischer Kreis (19. und 20. Jahrhundert). Aschendorff, Münster 2012. ISBN 978-3-402-12862-6. S. 1041–1082, hier S. 1045, 1057 und 1059.