Lenkhilfe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Deutschlandlastige Artikel Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.
Knauf an einem Lenkrad eines Gabelstaplers

Lenkhilfe ist eine verbreitete allgemeine Bezeichnung für einen zusätzlich angebrachten Griffknauf am Lenkrad von Kraftfahrzeugen. Dieser soll eine erhöhte Sicherheit der Lenkung ermöglichen wenn nur mit einer Hand das Lenkrad gehalten wird wenn die andere Hand Bedienteile wie zum Beispiel Blinker, Scheibenwischerschalter oder Lichtschalter betätigt. Die Bezeichnung Lenkhilfe wurde früher auch für die heutige Servolenkung benutzt und wird bei den theoretischen Prüfungen zur Fahrerprüfung auch so genutzt.

Anwendungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine häufige Anwendung dieser Hilfe erfolgt an Fahrzeugen für körperbehinderte Kraftfahrer. Letzteres erfolgt bei Personen die im Arm-, Hand- oder Fingerbereich geringe Kräfte haben, gelähmt sind oder deren Gliedmaße amputiert sind, und die (in Deutschland) von der Fahrerlaubnisbehörde eine entsprechende Auflage zur Verwendung einer solchen Hilfe erhalten haben. Abseits des öffentlichen Straßenverkehrs erfolgt eine häufige Anwendung an Arbeitsfahrzeugen wie Gabelstaplern, Traktoren, Schleppern und Baumaschinen.

Zulassung (Deutschland)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland legen die TÜV-Richtlinien (Stand 2008) fest, dass nur Personen, die eine entsprechende Auflage erhalten haben, diese Lenkhilfe benutzen dürfen. Diese muss daher wegzuklappen oder abzunehmen sein, wenn das Fahrzeug von einer nicht körperbehinderten Person gefahren wird. Nach Einbau muss das Fahrzeug dem TÜV (alte Bundesländer) bzw. der DEKRA (neue Bundesländer) vorgeführt werden. Dort wird ein Gutachten gem. §21 StVZO nach Fahrzeugänderung (§19 Abs.2 StVZO) als Einzelabnahme erstellt. Mit diesem Gutachten müssen dann bei der Zulassungsstelle die Fahrzeugpapiere entsprechend ergänzt werden. Fest installierte Lenkrad-Drehknöpfe werden nicht mehr zugelassen.

Ausführungen und Registrierung im Hilfsmittelverzeichnis von Rehadat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Griff- und Drehhilfen am Lenkrad für körperbehinderte Kraftfahrer können speziellere Form-Anpassungen an Handform und Größe haben, so etwa als Gabelhalterung mit zwei oder drei Zinken für die Hand oder den Armstumpf. Die Lenkhilfe wird mittels Steckachse und Halterung abnehmbar am Lenkrad montiert.

Das Hilfsmittelverzeichnis Rehadat führt Lenkhilfen für Kraftfahrzeuge unter den folgenden Benennungen und Gliederungen der EN ISO 9999 auf:

  • 12 – Hilfsmittel für die persönliche Mobilität
    • 12 12 – Kraftfahrzeuganpassungen
      • 12 12 07 Kraftfahrzeuganpassungen für die Betätigung der Lenkung (ca. 30 Produkte)

Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Finanzierungshilfe kann in Deutschland nach den Bestimmungen der Kraftfahrzeughilfe-Verordnung erfolgen.

Synonyme und weitere Verwendungen des Begriffs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lenkradknauf, Lenkknauf, Lenkradknopf, Lenkgabel, Drehknauf, Dreizack, Drehknopf, Drehgabel, Tetragabel (für Tetraplegiker).

Ebenfalls gebräuchlich ist es, diese Bezeichnung für eine Servolenkung sowie speziell im Bereich der Kraftfahrzeuganpassung für körperbehinderte Menschen für eine Joysticklenkung, eine Linear-Hebel-Lenkung oder eine Fußlenkung zu verwenden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]