Lenzing

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Marktgemeinde
Lenzing
Wappen Österreichkarte
Wappen von Lenzing
Lenzing (Österreich)
Lenzing
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Vöcklabruck
Kfz-Kennzeichen: VB
Fläche: 8,89 km²
Koordinaten: 47° 59′ N, 13° 37′ OKoordinaten: 47° 58′ 31″ N, 13° 36′ 40″ O
Höhe: 485 m ü. A.
Einwohner: 5.224 (1. Jän. 2021)
Bevölkerungsdichte: 587 Einw. pro km²
Postleitzahl: 4860
Vorwahl: 07672
Gemeindekennziffer: 4 17 13
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Hauptplatz 4
4860 Lenzing
Website: www.lenzing.ooe.gv.at
Politik
Bürgermeister: Rudolf Vogtenhuber (SPÖ)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2015)
(31 Mitglieder)
18
8
5
18 
Insgesamt 31 Sitze
Lage von Lenzing im Bezirk Vöcklabruck
Ampflwang im HausruckwaldAttersee am AtterseeAttnang-PuchheimAtzbachAurach am HongarBerg im AttergauDesselbrunnFornachFrankenburg am HausruckFrankenmarktGampernInnerschwand am MondseeLenzingManningMondseeNeukirchen an der VöcklaNiederthalheimNußdorf am AtterseeOberhofen am IrrseeOberndorf bei SchwanenstadtOberwangOttnang am HausruckPfaffingPilsbachPitzenbergPöndorfPuchkirchen am TrattbergPühretRedleitenRedlhamRegauRüstorfRutzenhamSchlattSchörfling am AtterseeSchwanenstadtSeewalchen am AtterseeSt. Georgen im AttergauSt. LorenzSteinbach am AtterseeStraß im AttergauTiefgrabenTimelkamUngenachUnterach am AtterseeVöcklabruckVöcklamarktWeißenkirchen im AttergauWeyregg am AtterseeWolfsegg am HausruckZell am MoosZell am PettenfirstOberösterreichLage der Gemeinde Lenzing im Bezirk Vöcklabruck (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Lenzing ist eine Marktgemeinde in Oberösterreich im Bezirk Vöcklabruck im Hausruckviertel mit 5224 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2021). Der zuständige Gerichtsbezirk ist Vöcklabruck.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lenzing liegt auf 485 Meter Seehöhe an der Ager, knapp vor deren Mündung in den Attersee. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 4,1 und von West nach Ost 4,2 Kilometer. Die Gesamtfläche umfasst 8,89 Quadratkilometer. 13 Prozent der Fläche sind bewaldet und 51 Prozent werden landwirtschaftlich genutzt.[1]

Ortschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2021[2]):

  • Alt Lenzing (732)
  • Haid (50)
  • Kraims (53)
  • Lenzing (3069)
  • Neuhausen (47)
  • Oberachmann (354)
  • Pichlwang (328)
  • Raudaschlmühle (0)
  • Reibersdorf (110)
  • Thal (42)
  • Ulrichsberg (53)
  • Unterachmann (386)

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Timelkam
Seewalchen am Attersee Nachbargemeinden Aurach am Hongar
Schörfling am Attersee

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet um den Attersee war bereits vor 6000 Jahren in der Mondseekultur besiedelt. Das bezeugen auch Funde, die am Burgstall in der Ortschaft Unterachmann gemacht wurden. Aus der Bronzezeit wurden in Pichlwang eine Armspirale, in Pettighofen Schälchenkopftnadeln und Fibeln und in Reibersdorf ein Beil gefunden. Aus der Römerzeit stammen Baureste und Münzen, die im heutigen Betriebsgelände der Lenzing AG gefunden wurden, sowie Tonurnen in Gallaberg.[3]

Ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern liegend, gehörte das Gebiet des heutigen Lenzing seit dem 12. Jahrhundert zum Herzogtum Österreich.

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 773, sie betrifft den Ort Pichlwang. Im Jahr 1350 scheint Arnbruck im Grundbuch des Stiftes Michaelbeuern auf, 1371 Pettighofen im Urbar der Herrschaft Schaunberg. Lenzing wird erstmals 1389 urkundlich genannt.[3]

Im Jahr 1848 wurde die Ortsgemeinde Lenzing eingerichtet, 1851 entstand die Stammgemeinde Oberachmann mit 701 Einwohnern. 1891 gründete der Industrielle Emil Hamburger eine Papierfabrik in Pettighofen, einen Vorläufer der heutigen Lenzing AG.[3]

Seit 1918 gehört das Gebiet zum neu gegründeten Bundesland Oberösterreich.

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich 1938 wurde die „Zellwolle Lenzing AG“ gegründet. 1939 erfolgte die Gründung der heutigen Gemeinde aus der Stammgemeinde Oberachmann sowie durch Gebietsabtretungen der Nachbargemeinden. Am 1. Jänner 1940 wurde der Name der Gemeinde auf „Agerzell“ geändert.[4]

Im November 1944 wurde im Lenzinger Gemeindeteil Pettighofen ein Außenkommando des KZ Mauthausen errichtet. Die bis zu 565 Häftlinge, meist Frauen, mussten Zwangsarbeit insbesondere bei der Lenzinger Zellwolle AG leisten. Das Lager wurde Anfang Mai 1945 von der US-Armee befreit[5].

Lenzing ist seit 1984 Marktgemeinde.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kath. Pfarrkirche hl. Geist
die sogenannte Schimmelkirche in Pichlwang
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Lenzing
  • Pfarrkirche Lenzing: Kath. Pfarrkirche hl. Geist, 1959–1962 nach Plänen des Architekten Hans Eigner erbaut, steht unter Denkmalschutz
  • Schimmelkirche Pichlwang: Eine spätgotische Kirche aus dem 15./16. Jahrhundert.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Lenzing ist der ATSV Lenzing Modal zuhause.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaftssektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den 33 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 waren 16 Haupterwerbsbauern. Diese bewirtschafteten zwei Drittel der Flächen. Im Produktionssektor arbeiteten 3503 Erwerbstätige im Bereich Herstellung von Waren. Die größten Arbeitgeber des Dienstleistungssektors waren die Bereiche soziale und öffentliche Dienste (575), Handel (182), Verkehr (94) und Beherbergung und Gastronomie (91 Mitarbeiter).[6][7][8]

Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2011 2001 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 33 43 50 43
Produktion 38 34 3581 3747
Dienstleistung 198 150 1114 1171

1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Produktionsanlagen der Lenzing AG
  • Lenzing AG: Am Standort Lenzing der Lenzing AG besteht die weltweit größte integrierte Zellstoff- und Viskosefaserproduktion mit einer Zellstoffkapazität von 225.000 t pro Jahr.
  • Weiters sind eine Reihe Mittel- und Kleingewerbebetriebe in Lenzing angesiedelt.

Arbeitsmarkt, Pendeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lenzing ist eine Einpendlergemeinde. Von den 2370 Erwerbstätigen, die 2011 in der Gemeinde lebten, arbeiteten 963 lokal und 1407 pendelten aus. Dafür kamen 3782 Menschen zur Arbeit nach Lenzing.[9]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahn

Durch Lenzing führt die eingleisige, elektrifizierte Bahnstrecke Vöcklabruck–Kammer-Schörfling. An den Stationen Lenzing und Lenzing Ort halten Montag bis Freitag in unregelmäßigen Abständen Züge, die teilweise bis Attnang-Puchheim weitergeführt werden.

Straße

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat mit insgesamt 31 Mitgliedern hat mit der Gemeinderatswahl 2015 folgende Verteilung: 18 SPÖ, 8 FPÖ und 5 ÖVP.[10]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister seit 1850 waren:[11]

  • 1850–1860 Sebastian Baumgartinger
  • 1860–1864 Ferdinand Sturm
  • 1864–1867 Wolfgang Scherndl
  • 1867–1870 Josef Fellner
  • 1870–1873 Josef Apfel
  • 1873–1876 Anton Huemer
  • 1876–1879 Mathias Haminger
  • 1879–1885 Michael Katterl
  • 1885–1894 Josef Wenger
  • 1894–1897 Franz Starzinger
  • 1897–1900 Ferdinand Sturm
  • 1900–1903 Franz Starzinger
  • 1903–1906 Franz Lenzenwöger
  • 1906–1909 Ferdinand Sturm
  • 1909–1919 Franz Lenzenwöger
  • 1919–1924 Franz Ecker
  • 1924–1938 Josef Kofler
  • 1938–1940 Georg Piram
  • 1940–1945 Walther Schieber
  • 1945–1945 Josef Staufer
  • 1945–1948 Adolf Springer
  • 1948–1959 Franz Kupata
  • 1959–1975 Raimund Jurkowitsch
  • 1975–1986 Rudolf Kneifl
  • 1986–1991 Franz Wimmer
  • 1991–2003 Roland Stiebler
  • 2003–2013 Walter Franz Geisberger
  • seit 2013 Rudolf Vogtenhuber (SPÖ)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: Durch eine silberne Wellenleiste schrägrechts geteilt; oben in Rot eine silberne, zur Hälfte blau gefüllte, nach außen gewendete Retorte; unten in Blau ein silberner Nadelbaum. Die Gemeindefarben sind Rot-Weiß-Blau.

Das 1967 verliehene Wappen ist das Ergebnis eines von der Gemeinde ausgeschriebenen Ideenwettbewerbs. Baum und Retorte verweisen auf die den Ort prägende Holz-, Papier- und Zellstoffindustrie, die Wellenleiste symbolisiert die Ager, die die Ansiedlung dieser Betriebe erst ermöglichte.[12]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen mit Beziehung zum Ort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Therese Neudorfer (1920–1990), ab 1961 Mitglied im Gemeinderat Lenzing, 1967–1985 Landtagsabgeordnete (SPÖ)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Lenzing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ein Blick auf die Gemeinde Lenzing, Fläche und Flächennutzung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 17. August 2021.
  2. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2021 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2021), (xlsx)
  3. a b c Chronik/Geschichte. Gemeinde Lenzing, abgerufen am 17. August 2021 (österreichisches Deutsch).
  4. Die Geschichte der Marktgemeinde Lenzing auf Lenzing.ooe.gv.at
  5. https://www.mauthausen-memorial.org/en/History/The-Mauthausen-Concentration-Camp-19381945/Female-Prisoners
  6. Ein Blick auf die Gemeinde Lenzing, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 17. August 2021.
  7. Ein Blick auf die Gemeinde Lenzing, Arbeitsstätten. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 17. August 2021.
  8. Ein Blick auf die Gemeinde Lenzing, Erwerbstätige. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 17. August 2021.
  9. Ein Blick auf die Gemeinde Lenzing,Berufspendler. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 17. August 2021.
  10. GR2015. Gemeinde Lenzing, abgerufen am 17. August 2021 (österreichisches Deutsch).
  11. Gemeinden, Lenzing. Land Oberösterreich, abgerufen am 17. August 2021.
  12. Herbert Erich Baumert: Die Wappen der Städte, Märkte und Gemeinden Oberösterreichs (2. Nachtrag). In: Oberösterreichische Heimatblätter. Heft 1/2, 1970, S. 58 (PDF [1,6 MB] im Forum OoeGeschichte.at).