Lenzinghausen

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Lenzinghausen
Stadt Spenge
Koordinaten: 52° 7′ 21″ N, 8° 29′ 20″ O
Höhe: 130 m ü. NN
Fläche: 6,34 km²
Einwohner: 2793 (31. Dez. 2001)
Bevölkerungsdichte: 441 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1969
Postleitzahl: 32139
Vorwahl: 05225
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Ortsteile der Stadt Spenge

Lenzinghausen ist seit dem 1. Januar 1969 ein Ortsteil der ostwestfälischen Stadt Spenge im Nordosten von Nordrhein-Westfalen. Davor bildete das im Jahre 1056 erstmals schriftlich belegte Lenzinghausen eine eigene Gemeinde im Amt Spenge.

Beschreibung und Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit 2739 Einwohnern ist Lenzinghausen der zweitgrößte Ortsteil der Stadt Spenge. Lenzinghausen grenzt im Süden an Bielefeld-Jöllenbeck, im Osten an Enger-Westerenger und im Westen und Norden an Spenge-Mitte.

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lenzinghausen gliedert sich inoffiziell gemäß den alten Verwaltungsgrenzen in das Dorf Lenzinghausen (Grundherrliches Amt Lenzinghausen) und die Bauerschaft Lenzinghausen, die um das Dorf Lenzinghausen herum lag. Das Dorf Lenzinghausen bestand aus den Höfen Meyer zu Lenzinghausen, Oberdiek und König. Die Bauerschaft bestand wiederum aus den Siedlungen Lenzinghausen, Affhüppe, Söttringhausen und Westerhausen sowie der Kötter in den Ausbausiedlungen Nienhagen (oder Mauritanischer Hagen), Korfhagen, Lenzinghauser Heide, Bockhorst, Bröenhorst und Kisker, die jeweils immer nur wenige Höfe enthielten. Zu Lenzinghausen gehörte auch das Nagelsholz, wo allerdings keine Siedlung lag und das in den 1970er Jahren für den Standort eines Flughafens vorgesehen war und dazu zeitweilig Bielefeld eingemeindet wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lenzinghausen wurde um 1060/70 als Lensinchusen erstmals schriftlich erwähnt.[1] Das Grundherrschaftliche Amt Lenzinghausen gehörte einst zum Stift St. Mauritz vor Münster. Das Grundherrschaftliche Amt war eine Hofgenossenschaft innerhalb der Großgrundherrschaft des Stiftes. Etwa hundert Jahre nach der Übernahme des ehemaligen Lenzinghausener Reichsgutes stellte die Verwaltung des Stiftes St. Mauritz im 12. Jahrhundert ein erstes Heberegister auf. Die große und weit verstreute Villikation Lenzinghausen beinhaltete danach die beiden Haupthöfe Lanzinchusen und Kuningbruggen (Oberhöfe), sowie neunzehn Unterhöfe - fünf davon allerdings verlassen. Die Hofgenossenschaft erhielt nach dem Oberhofe Lanzinchhusen ihren Namen Amt Lenzinghausen. Dem Oberhofe (später Meyerhof in Lenzinghausen) waren nicht nur Höfe aus Lenzinghausen zugeordnet, sondern auch Höfe aus verschiedenen Dörfern, Bauerschaften und Kirchspielen in der Grafschaft Ravensberg und im Stifte Osnabrück - u.a. auch im heutigen Jöllenbeck.

Am 28. August 2006 feierten die Bürger das 950-jährige Jubiläum ihres Dorfes, das erst am 1. Januar 1969 zu Spenge geschlagen wurde und davor eine eigenständige Gemeinde im Amt Spenge bildete.[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Altgemeinde Lenzinghausen sind folgende Einwohnerzahlen bekannt:

Jahr Einwohner
1885 1223
1925 1432
1933 1659
1939 1675
1961 2270

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Linienbus 56 fährt durch die Ortschaft und stellt eine Verbindung mit Bielefeld dar.

Einrichtungen und Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort befindet sich die evangelische Paulus-Kirche in Lenzinghausen. Lenzinghausen verfügt über eine Grundschule mit angrenzender Mehrzweck-Sporthalle sowie einer Tennisanlage. Die Halle wird hauptsächlich vom Turnverein Lenzinghausen genutzt, der eine große Handball-Abteilung besitzt. In Lenzinghausen befindet sich außerdem das Freibad der Gemeinde. Der Ortsteil ist Standort eines Löschzuges der Freiwilligen Feuerwehr Spenge. Außerdem gibt es die Lauf- und Radsport-Gemeinschaft LRG Lenzinghausen, den Fußballverein Torpedo Lenzinghausen, das Musikcorps Lenzinghausen 1965 e.V. und den Schützenverein Lenzinghausen von 1927 e.V. Nicht zu vergessen der Obst- und Gartenbauverein Lenzinghausen, der viel zur Verschönerung des Ortes beiträgt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Birgit Meineke: Die Ortsnamen des Kreises Herford. Westfälisches Ortsnamenbuch (WOB). Verlag für Regionalgeschichte, Gütersloh 2011, ISBN 978-3-89534-924-9, S. 175. (PDF)
  2. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 75.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gustav Griese (Hrsg.): Über 900 Jahre Lenzinghausen. Halle 1956.