Leobendorf (Niederösterreich)

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Leobendorf
Wappen Österreichkarte
Wappen von Leobendorf
Leobendorf (Niederösterreich) (Österreich)
Leobendorf (Niederösterreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Korneuburg
Kfz-Kennzeichen: KO
Fläche: 30 km²
Koordinaten: 48° 23′ N, 16° 19′ OKoordinaten: 48° 22′ 39″ N, 16° 19′ 10″ O
Höhe: 187 m ü. A.
Einwohner: 4.847 (1. Jän. 2018)
Bevölkerungsdichte: 162 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2100
Vorwahl: 02262
Gemeindekennziffer: 3 12 16
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Stockerauer Straße 9
2100 Leobendorf
Website: www.leobendorf.at
Politik
Bürgermeister: Magdalena Batoha (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(25 Mitglieder)
13
5
3
3
1
13 
Insgesamt 25 Sitze
Lage der Marktgemeinde Leobendorf im Bezirk Korneuburg
BisambergEnzersfeld im WeinviertelErnstbrunnGerasdorf bei WienGroßmuglGroßrußbachHagenbrunnHarmannsdorfHausleitenKorneuburgLangenzersdorfLeitzersdorfLeobendorfNiederhollabrunnRußbachSierndorfSpillernStetteldorf am WagramStettenStockerauLage der Gemeinde Leobendorf (Niederösterreich) im Bezirk Korneuburg (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Leobendorf typische Gesamtansicht.jpg
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Die Burg Kreuzenstein
Filialkirche Oberrohrbach

Leobendorf ist eine Marktgemeinde mit 4847 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2018) im Bezirk Korneuburg in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leobendorf liegt im Weinviertel in Niederösterreich. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 29,96 Quadratkilometer. 18,72 Prozent der Fläche sind bewaldet. Ein Großteil des Walds wird durch den Rohrwald gebildet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende vier Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Januar 2018[1]):

  • Leobendorf (2802)
  • Oberrohrbach (815)
  • Tresdorf (757)
  • Unterrohrbach (473)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Leobendorf, Oberrohrbach, Tresdorf und Unterrohrbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte von Leobendorf, das erstmals 1142 urkundlich erwähnt wird, ist eng mit der Burg und der Herrschaft Kreuzenstein verbunden. Die Pfarre Leobendorf wurde um die Mitte des 11. Jahrhunderts gegründet und war die Mutterpfarre für den östlichen Teil des Hoheitsgebietes der Formbacher im Raum Kreuzenstein-Bisamberg. Später ging aus dieser zum Teil die Pfarre Korneuburg hervor. 1260 übergab König Ottokar das Patronatsrecht dem Deutschen Orden. Ab 1451 war die Pfarre Leobendorf dem Stift Waldhausen bis zu dessen Aufhebung 1788 inkorporiert.[2]

In Unterrohrbach wurden Funde aus dem Altpaläolithikum gemacht, etwa 800.000 Jahre alte Geröllgeräte des Homo erectus.[3]

Seit 2006 ist Leobendorf Mitglied des Regionalentwicklungsvereins 10 vor Wien.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Leobendorf hat 2.783, Tresdorf 721, Oberrohrbach 822 und Unterrohrbach 455 Einwohner (Stand: 31. Oktober 2011).[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Leobendorf (Niederösterreich)
Burg Kreuzenstein war eine mittelalterliche Burganlage aus der Zeit 1100–1200. Im Zuge des 30-jährigen Krieges wurde sie zerstört und anschließend als Baumaterial großteils abgetragen. Unter Graf Johann Nepomuk Wilczek erfolgte von 1874 bis 1906 ein Wiederaufbau der Burg als Museum für seine umfangreichen Kunstsammlungen. Die so entstandene Schauburg ist heute, ergänzt durch zahlreiche wiederverwendete mittelalterliche Bauteile und nach teilweiser Beseitigung der Brandschäden von 1915 und der Kriegsschäden von 1945, ein beliebtes Tourismusziel nördlich von Wien.[5]
  • Filialkirche Oberrohrbach:
In Oberrohrbach wurde am 21. Oktober 2007 der Grundstein für eine neue Filialkirche gelegt und von Kardinal Christoph Schönborn auf den Namen Kirche vom Erbarmen Gottes geweiht. Die Kirche wurde von den österreichischen Architekten Schermann & Stolfa entworfen und ist aktuell (2012) die jüngste Kirche der Erzdiözese Wien.Vorlage:Zukunft/In 4 Jahren

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeisterin der Marktgemeinde ist Magdalena Batoha. Im Marktgemeinderat gibt es nach der Gemeinderatswahl 2015 bei insgesamt 25 Sitzen folgende Mandatsverteilung: ÖVP 13, SPÖ 5, Liste Kreuzenstein 3, Liste Grüne 3, FPÖ 1 Sitz.

Die endgültigen Ergebnisse[6] der Gemeinderatswahlen im Detail:

Partei 2010 2005
Stimmen % Mandate St. % Mdt.
ÖVP 1.738 54,72 14 1.566 53,98 14
SPÖ 856 26,95 7 958 33,02 9
Die Grünen 395 12,44 3 298 10,27 2
FPÖ 187 5,89 1 79 2,72 0
Wahlbeteiligung 70,05 % 69,99 %

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 144, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 60. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 2026. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 48,92 Prozent.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leobendorf:

Auf dem Gemeindegebiet von Leobendorf verläuft die am 31. Jänner 2010 für den Verkehr freigegebene Wiener Außenringschnellstraße S1. Weiterhin ist Leobendorf eine Haltestelle der Nordwestbahn Leobendorf – Burg Kreuzenstein.

Tresdorf:

Direkt durch die Katastralgemeinde Tresdorf führt die stark befahrene Laaer Straße, auf der im Durchschnitt pro Werktag über 10.000 Kraftfahrzeuge fahren.

Aktuelle Verkehrsdebatte:

Die Verkehrsbelastung nimmt in dieser Region im Nahbereich Wiens Jahr für Jahr stark zu.
Für das Jahr 2020 wird ein Verkehrsaufkommen zwischen 14000 und 20000 Kraftfahrzeuge pro Tag prognostiziert.
Seitens der Bevölkerung von Tresdorf sowie dem Gemeinderat von Leobendorf wurde daher die Forderung nach einer Umfahrung laut. Es wurden gemeinsam mit Harmannsdorf-Rückersdorf 1300 Unterschriften für die Umfahrung gesammelt und an den Landeshauptmann Erwin Pröll übergeben.
Seit 2004 ist eine neue Umfahrungsvariante für die Ortschaften Tresdorf und Harmannsdorf-Rückersdorf geplant. Durch die Umfahrung soll nicht nur der Durchzugsverkehr in diesen Ortschaften, sondern nach Fertigstellung der S1 auch der Verkehr in Stetten und Seebarn vermindert werden. Im Mai 2007 erteilte der Landeshauptmann Erwin Pröll die Zusage für den Baubeginn der B6-Umfahrung im Jahr 2010. Nach neuesten Informationen ist der aktuelle Baubeginn erst für 2012/13 geplant.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alfons Gabriel (1894–1975), Geograph und Forschungsreisender, betrieb in Leobendorf eine Arztpraxis

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Leobendorf in Bayern (seit 1989) Leobendorf in Bayern ist eine Katastralgemeinde der Stadt Laufen. Weiters bestehe neben der Ortspartnerschaft auch enge Kontakte der Musikvereine und Feuerwehren. Im Jahr 2009 wurde das 20-jährige Jubiläum im Zuge des jährlichen Bauernmarktes in der Marktgemeinde Leobendorf (NÖ) gefeiert. Im Jahr 2014 veranstaltet der Ort Leobendorf (Bayern) ein Jubiläumsfest.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Leobendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2018 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2018) (pdf), (Excel)
  2. Niederösterreichische Museum: Leobendorf - Ortsgeschichte; abgerufen am 26. April 2018
  3. Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas 20
  4. Statistik Austria – Leobendorf
  5. Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit: Kreuzenstein; abgerufen am 26. April 2018
  6. Land Niederösterreich (aufgerufen am 14. März 2010)