Leon Sapieha

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Leon Sapieha 1882
Leon Sapieha 1827

Leon Fürst Sapieha (* 18. September 1802 in Warschau; † 11. September 1878 auf Schloss Krasiczyn) war ein Fürst aus dem Hause Sapieha und Politiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leon Sapieha war Sohn des Fürsten und lithauischen Landesvorschneiders Alexander Sapieha (* 3. September 1773; † 9. September 1812 in Dereczyn) und dessen Ehefrau Anna Gräfin Zamoyska. Der Vater starb bereits am 9. September 1812 im Alter von 39 Jahren. Sein Sohn Leo war damals erst 10 Jahre alt. Er erhielt zunächst Hausunterricht und besuchte dann Schulen in Warschau. Von 1820 bis 1824 studierte er Rechts- und Staatswissenschaften in Paris und Edinburg. Danach trat er in den Staatsdienst von Kongresspolen wo er im Ministerium von Franciszek Ksawery Drucki-Lubecki wirkte. Im Novemberaufstand 1830 stand er auf der Seite der Aufständischen. Er wurde Adjutant von Józef Bem und wurde Artillerie-Offizier. Nach der Niederlage der Aufständischen floh er aus Kongresspolen nach Galizien. Dort lebte er zunächst auf seinem Gut Piskorowice, dann auf seinem Gut Krasiczyn.

Um die schlechte wirtschaftliche Lage in Galizien zu heben, betrieb er die Gründung einer galizischen Landesbank, deren Einlagen von den Stände garantiert werden sollten. Im November 1841 erfolgte die Gründung des Landes-Credit-Institutes durch die Stände und Leon Sapieha wurde zum ersten Präsidenten der Bank ernannt.

Auch betrieb er die Gründung der Galizischen Landwirtschafts-Gesellschaft und wurde zu deren Präsidenten gewählt. Diese begann im Jahr 1856 mit der Eröffnung von landwirtschaftlichen Schulen (die erste Schule wurde in Dublany eröffnet). Er selbst legte auf seinen Besitzungen Mustergüter an. 1856 erfolgte auch die Gründung der Krakau-Lemberger Bahn, deren Präsident er wurde. Er nahm wesentlichen Einfluss auf die Gründung der Galizischen Sparkasse in Lemberg. Später wurde er Direktor der Filiale der Anglo-Österreichischen Bank in Lemberg. Später wurde er für einige Zeit Leiter des Generalrates der Bank.

Leon Sapieha lies 1867 den Sapieha-Palast in Lemberg errichten.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Märzrevolution war er Sprecher eine Deputation Galiziens zum Kaiser nach Wien. Er war im Juni 1848 Teilnehmer des Slawenkongresses in Prag. Er wurde Abgeordneter des Reichstags in Kremsier Nachdem 1861 der Galizische Landtag neu gebildet wurde, wurde er von der Kurie der Gutsbesitzer in den Landtag gewählt und dort zum Präsidenten (Landmarschall) ernannt und blieb dies bis Mai 1869. Daneben war er seit 1861 erbliches Mitglied des Herrenhauses.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leon Fürst Sapieha heiratete am 19. Dezember 1825 Hedwig geborene Gräfin Zamoyska (* 9. Juli 1806). Aus der Ehe gingen der Sohn Adam Sapieha (* 4. Dezember 1828) als Erbe hervor.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]