Leonhardsmühle

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Leonhardsmühle
Stadt Roth
Koordinaten: 49° 12′ 45″ N, 11° 9′ 14″ O
Höhe: 353 m ü. NHN
Postleitzahl: 91154
Vorwahl: 09171

Leonhardsmühle ist ein Ortsteil von Roth im Landkreis Roth in Mittelfranken.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einödmühle liegt an der Kleinen Roth, die unmittelbar östlich als rechter Zufluss in die Roth mündet. Im Norden grenzt das Waldgebiet „Leonhartsholz“ an, im Süden die „Höglach“.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus einer auf ca. 1190 zu datierenden Lehenurkunde des Bamberger Domkapitels, die das Amt Roth umschreibt, geht hervor, dass auch dieser Ort im Gebiet dieses Amtes gelegen hat.[2] Erst 1431 werden die einzelnen Orte des ehemaligen Besitzes namentlich aufgelistet. Erstmals urkundlich erwähnt wird der Ort als „ze muel ze Weydech“ im Urbar für das burggräfliche Amt Roth, das ca. 1360 aufgestellt wurde. Im Urbar des nunmehr markgräflichen Amtes Roth, das 1434 aufgestellt wurde, wird der Ort als „Weidesmuele“ Mühle aufgeführt, im 16-Punkte-Bericht des Jahres 1608 als „Weidenmuel“. In den Oberamtsbeschreibungen des Jahres 1732 von Johann Georg Vetter wird sie erstmals als „Leonhards-Mühl“ bezeichnet.[3]

Während des 30-jährigen Kriegs wurde die Mühle zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte nach Kriegsschluss im Jahr 1649. In der Folgezeit gehörten zur Mühle 300 Tagwerk Waldbesitz (= „Leonhartsholz“).[4]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörte die Leonhardsmühle zu Eckersmühlen. Es gab einen Haushalt. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Oberamt Roth aus. Das Anwesen hatte das Kastenamt Roth als Grundherrn. Unter der preußischen Verwaltung (1792–1806) des Fürstentums Ansbach erhielt die Leonhardsmühle die Hausnummern 49 und 50 des Ortes Eckersmühlen.[5]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Leonhardsmühle dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Eckersmühlen zugeordnet. Es gehörte auch der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Eckersmühlen an.[6]

1908 diente die Mühle zur Stromerzeugung für die Gemeinde Eckersmühlen. 1923 musste die Stromlieferung wegen Überforderung an das Fränkische Überlandwerk abgegeben werden.[4]

Am 1. Mai 1978 wurde Leonhardsmühle im Zuge der Gemeindegebietsreform nach Roth eingegliedert.

Baudenkmal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Haus Nr. 1: Mühle

Liste der Baudenkmäler in Roth#Leonhardsmühle

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 18 16 * 12 16 11 9 16 13 12 *
Häuser[7] 2 1 1 2 2 1 2 *
Quelle [8] [9] [10] [11] [12] [13] [14] [15] [16] [17] [18]
* Ort wird zu Eckersmühlen gerechnet.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind in die Dreifaltigkeitskirche (Eckersmühlen) gepfarrt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Staatsstraße 2220 führt nach Eckersmühlen bzw. nach Hilpoltstein.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Leonhardsmühle im BayernAtlas
  2. F. Eigler, S. 151.
  3. F. Eigler, S. 170. Nach W. Ulsamer (Hrsg.), 271f., soll die Mühle nach der von 1416 bis 1516 ansässigen Müllerfamilie Lutz „Lutzelmühle“ geheißen haben, wodurch – angeblich durch Verstümmelung des Namens – die heutige Form entstanden sei.
  4. a b W. Ulsamer (Hrsg.), S. 272.
  5. F. Eigler, S. 403.
  6. F. Eigler, S. 470f.
  7. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  8. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 54 (Digitalisat).
  9. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 215 (Digitalisat).
  10. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1089, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  11. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1256, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  12. Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1191 (Digitalisat).
  13. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1263 (Digitalisat).
  14. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1301 (Digitalisat).
  15. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1124 (Digitalisat).
  16. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 823 (Digitalisat).
  17. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 179 (Digitalisat).
  18. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 349 (Digitalisat).