Leoniden (Meteorstrom)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Meteorstrom
Leoniden (Meteorstrom)[1]
Lage des Radianten
Aktivität
Beginn 6. November
Maximum 17. November
Ende 30. November
Radianten­position
RA 10080010h 8m
DE +22°
ZHR variabel
Populations­index 2,5
geozentrische
Geschwindigkeit
71 km/s
Illustration des Leoniden-Meteorstroms, Nordamerika am 12./13. November 1833 (E. Weiß: Bilderatlas der Sternenwelt, 1888)

Die Leoniden bilden einen Meteorstrom (Sternschnuppenstrom), der alljährlich im November zu beobachten ist. Sein Radiant liegt im Sternbild des Löwen (lat. „leo“ = „der Löwe“), etwa 10° nördlich des Sterns Regulus. Sein Ursprung ist der Komet Tempel-Tuttle, der auf seiner Umlaufbahn um die Sonne zahllose Bruchstücke (Meteoroiden) hinterlässt.

Kreuzt die Erdbahn eine solche Wolke von Bruchstücken, und geraten diese in die Erdatmosphäre, so verglühen sie und können als Sternschnuppen (Meteore) wahrgenommen werden. Die Leoniden sind dabei außerordentlich schnell.

Schwankungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leoniden auf einer astronomischen Zeichnung des 19. Jahrhunderts (Trouvelot, 1881)

Das spitze Aktivitätsmaximum ist in der Nacht vom 17. auf den 18. November zu beobachten. Die Sternschnuppen sind dabei mit einer geozentrischen Geschwindigkeit von bis zu ca. 72 km/s außerordentlich schnell, wenn sie in die Erdatmosphäre eindringen. Ihre hohe Geschwindigkeit kommt daher, dass sich die Meteoroiden entgegengesetzt zur Bewegung der Erde um die Sonne durch den Raum bewegen, so addieren sich die relativen Geschwindigkeiten.[2]

Einst war der Leonidenstrom wesentlich aktiver als heute, weshalb in früheren Zeiten der November als Sternschnuppenmonat galt. Inzwischen ist die Trümmerwolke des Ursprungskometen jedoch schon sehr weit gestreut, weshalb der Strom in der Regel ein nur mehr schwach ausgeprägtes Maximum aufweist.

Alle 33 Jahre kann es jedoch zu einem besonderen Himmelsspektakel kommen: Kreuzt die Erde die Umlaufbahn des Kometen Tempel-Tuttle kurz nachdem dieser das innere Sonnensystem durchquert hat, so ist die Zahl der sichtbaren Leoniden-Meteore besonders groß. Es kommt dann zu einem Meteorsturm mit mehreren tausend Meteoren pro Stunde, wie es beispielsweise 1966 der Fall war. Im November 1833 sollen pro Stunde sogar bis zu 200.000 Sternschnuppen beobachtet worden sein.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Leoniden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Leoniden – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. IMO Meteor Shower Calendar 2017, abgerufen am 27. Juni 2017
  2. Joe Rao: See the 2017 Leonid Meteor Shower at Its Peak: What to Expect. In: space.com. Space.com, abgerufen am 5. Dezember 2018.