Leonische Waren

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Weihnachtsbaumschmuck mit leonischem Draht (etwa 1920)

Leonische Waren waren ursprünglich die verschiedenartigsten Erzeugnisse, zu deren Herstellung man Drahtgeflechte, vornehmlich aus feinstem Messingdraht, verwendete.

Begriff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abgeleitet wird der Begriff leonische Waren von den Städten León in Spanien, dem wahrscheinlich ersten Fertigungsort dieser Waren, und Lyon in Frankreich. In Nürnberg soll 1570 oder 1569 ein Franzose mit dem Namen Anthoni Fournier mit der ersten fabrikmäßigen Erzeugung begonnen haben. Die Wurzeln der immer noch in Nürnberg ansässigen Leoni AG gehen auf dieses Unternehmen zurück.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musterbuch für leonische Drahterzeugnisse, Stadtmuseum Schwabach

Bekannt waren insbesondere in Haushalt und Technik benötigte Siebe (Teesiebe, Kaffeesiebe etc.). Auch mit für dekorative Zwecke versilberten und vergoldeten Drähten hergestellte Erzeugnisse wurden vermarktet. Insofern zählen zu den leonischen Waren außer Drähten sowohl Rauschgold, auch Blattgold oder leonisches Gold genannt, als auch Lahnfäden – ein mit ausgewalztem Metalldraht umwickeltes Garn. Leonische Drähte wurden bis 1920 häufig für Christbaumschmuck verwendet. In seiner glatten Form wurde das Material auch als Lametta auf Basis einer Zinnlegierung bekannt. Eine weitere historische Verwendung fand leonische Ware für die Stickerei von Posamenten.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts fanden einige der in der Branche tätigen deutschen Unternehmen in der Herstellung von Kabeln und Kabelbäumen für die Automobilindustrie einen neuen Markt.

Videos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Leonische Ware aus Roth[1].
  • Stadt auf Draht - Das Fabrikmuseum Roth(Museen in Bayern Nummer 45)[2].

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Leonische Ware aus Roth
  2. Stadt auf Draht Das Fabrikmuseum Roth (2004). Abgerufen am 24. August 2017.