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Leontica

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Leontica
Wappen von Leontica
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Tessin Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Bleniow
Kreis: Kreis Acquarossa
Gemeinde: Acquarossai2
Postleitzahl: 6716
frühere BFS-Nr.: 5038
Koordinaten: 714122 / 145793Koordinaten: 46° 27′ 14″ N, 8° 55′ 27″ O; CH1903: 714122 / 145793
Höhe: 874 m ü. M.
Höhenbereich: 517–2415 m ü. M.
Fläche: 7,37 km²
Einwohner: 303 (2003)
Einwohnerdichte: 41 Einw. pro km²
Website: www.acquarossa.ch
Leontica
Leontica
Karte
Leontica (Schweiz)
Leontica (Schweiz)
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Leontica (lombardisch Lontia [ˈlontja, ˈlontia][1]) ist eine Ortschaft in der 2004 gebildeten politischen Gemeinde Acquarossa im Schweizer Kanton Tessin. Zuvor bildete sie eine eigenständige Gemeinde.

Das Dorf Leontica liegt im mittleren Bleniotal auf einer Höhe von 876 m ü. M. Die ehemalige Gemeinde erstreckte sich vom Fluss Brenno bis zu den Abhängen des Nara (2330 m ü. M.) und umfasste neben dem Dorf Leontica auch den wenig über dem Talgrund liegenden Weiler Comprovasco.[2]

Comprovasco ist Sitz des Bezirksgerichts, der Scuola media (Gesamtschule für 12- bis 14-Jährige) und des Primarschulverbunds.[2]

Das Dorf wird urkundlich erstmals 1204 als Levontega erwähnt. Im Namen steckt der Volksname der Lepontier.[1] Es bildete damals eine eigene Nachbarschaft (vicinìa), die zur fagìa Malvaglia oder de subtus gehörte.

Luftbild von Werner Friedli (1954)
Gemeindestand vor der Fusion am 4. April 2004

Die bereits im selben Jahr erwähnte Pfarrkirche San Giovanni Battista fiel 1762 teilweise einem Brand zum Opfer und wurde 1778 bis 1784 – mit Ausnahme des romanischen Glockenturms, der 1925 erneuert wurde – neu aufgebaut. Neuere Grabungen lassen auf Vorgängerbauten aus dem Frühmittelalter schliessen. Die Kapelle San Vincenzo in Comprovasco stammt aus dem Jahr 1867.[2]

In der Mediationsakte bestimmte Napoleon I., dass das Tessin von einem Untertanengebiet der Eidgenossenschaft zu einem Kanton werden musste. Aus Dankbarkeit zogen Männer aus dem Bleniotal mit ihm in die Napoleonischen Kriege.[3] Mit dem jährlichen Aufmarsch der Milizia storica napoleonica gedenken die Nachkommen der Überlebenden bis heute der Toten.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts machten sich Binnen- und Auswanderung bemerkbar. Nach einer ersten Phase der touristischen Entwicklung, die nach der Eröffnung (1968) der Skilifte an den Hängen des Nara erfolgte und eine Zunahme von Zweitwohnungen (1970 59, 1990 255) bewirkte, wartet die Region auf einen erneuten touristischen und wirtschaftlichen Aufschwung.[2]

Am 4. April 2004 schlossen sich die zuvor selbständigen Gemeinden Castro, Corzoneso, Dongio, Largario, Leontica, Lottigna, Marolta, Ponto Valentino und Prugiasco zur neu gebildeten Gemeinde Acquarossa zusammen. Leontica bildet aber nach wie vor eine eigenständige Bürgergemeinde.[4][5]


 Bevölkerungsentwicklung Leontica 
EinwohnerJahr250300350400450500550600650168318081860190019411980Leontica
Bundesamt für Statistik[6][7]

Leontica liegt an der Strasse Corzoneso–Acquarossa, die in Corzoneso und Acquarossa von der Lukmanierpassstrasse abzweigt. Im öffentlichen Verkehr wird Leontica von der Buslinie 62.133 Acquarossa–Leontica der Autolinee Bleniesi erschlossen.[8]

Sehenswürdigkeiten

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  • Pfarrkirche San Giovanni Battista, erstmals im Jahr 1204 erwähnt, renoviert 1778–1784 unter der Leitung von Tommaso Colonetti; Kirchturm von Riccardo Gianella (1925). Im Innern ein Hochaltar (1780) von Carlo Andrea Galetti aus San Fedele Intelvi und die drei Fresken Battesimo di Cristo, Madonna Assunta und San Giovanni Evangelista des Malers Lorenzo Peretti aus Buttogno.[9] In der Rosenkranzkapelle befindet sich eine Holzstatue der Madonna mit Kind (1523), in der zweiten Kapelle von links ein Holztabernakel des 17. Jahrhunderts.[10][11]
  • ehemaliges Kurhotel Terme mit Thermalbad, erbaut 1887 von Giuseppe Martinoli
  • Schalenstein auf dem Monte Foppa (1562 m ü. M.)[12]

Veranstaltungen

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  • La milizia storica napoleonica[13]
  • Unterhalb des Pizzo Molare liegt die Piandios-Hütte, in der Bergwanderer übernachten können[14]
  • Das mit einer Sesselbahn zu erreichende Skigebiet Leontica-Nara umfasst 30 Pistenkilometer und bietet auch eine Schlittelpiste[15]

Persönlichkeiten

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Commons: Leontica – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 524.
  2. 1 2 3 4 Sonia Fiorini: Lottigna. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
    Diese Abschnitte basieren weitgehend auf dem Eintrag im Historischen Lexikon der Schweiz (HLS), der gemäss den Nutzungshinweisen des HLS unter der Lizenz Creative Commons – Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0) steht.
  3. ↑ Dominic Iten: Die Linke in der Schweiz: Eine Einführung. Nachwort von Franco Cavalli (= Reihe «mandelbaum kritik & utopie»). Mandelbaum Verlag, Wien 2025, ISBN 978-3-99136-522-8, S. 135.
  4. ↑ Patriziato di Leontica, Eigentümer. In: www4.ti.ch/fileadmin/DI/DI_DI/SEL/Patriziati, abgerufen am 22. Juli 2024 (mit Mappe).
  5. ↑ Patriziato di Leontica (mit Fotos) (italienisch) auf patriziatoleontica.ch
  6. ↑ Martin Schuler: Cantone Ticino – L’effettivo della popolazione a livello locale prima del 1850. (CSV; 34 KB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 16. Juni 2023, abgerufen am 6. Mai 2026.
  7. ↑ Daten der Eidgenössischen Volkszählungen ab 1850 nach Gemeinden. (XLSX; 10 MB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 12. Juli 2024, abgerufen am 6. Mai 2026 (Öffnung in Excel nur über „Anhang/Excel-Datensatz“ möglich).
  8. ↑ Offizielles Kursbuch, Fahrplanjahr 2025. In: öv-info.ch
  9. ↑ Lorenzo Peretti. In: www4.ti.ch/decs/dcsu
  10. ↑ Galettis Hochaltar (Foto)
  11. ↑ Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von det Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 93–95.
  12. ↑ Franco Binda: Il mistero delle incisioni. Armando Dadò editore, Locarno 2013, S. 35.
  13. ↑ La milizia storica napoleonica (Geschichte) (italienisch) auf leontica.ch/wp
  14. ↑ Piandios Hütte auf capanneti.ch/
  15. ↑ Skigebiet Leontica-Nara auf bergfex.ch