Leopold Clemens von Sachsen-Coburg und Gotha

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Prinz Leopold Clemens von Sachsen-Coburg-Gotha, vor 1916

Leopold Clemens Philipp August Maria von Sachsen-Coburg und Gotha[1] (* 19. Juli 1878 in Szent-Antal, Ungarn, jetzt Svätý Anton, Slowakei; † 27. April 1916 in Wien) war ein Prinz aus der katholischen Linie Sachsen-Coburg-Koháry.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leopold Clemens war der einzige Sohn von Prinz Philipp von Sachsen-Coburg und Gotha (1844–1921) und Louise, geb. Prinzessin von Belgien (1858–1924), Tochter König Leopold II. von Belgien und Schwester von Kronprinzessin Stephanie, Erzherzogin von Österreich, Gemahlin von Kronprinz Rudolf, Sohn Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth. Er war als Erbe des großen ungarischen Koháry-Besitzes vorgesehen. Damit hätte er einer der bedeutendsten Magnaten in Ungarn werden sollen.

Er war ein Lieutenant im K.u.k. Husaren-Regiment „Graf Nádasdy“ Nr. 9.[2]

Großes Aufsehen in ganz Europa erregten die Umstände seines Todes. Am 17. Oktober 1915 traf Leopold Clemens sich in Wien mit seiner Geliebten Kamilla Rybiczka. Die bürgerliche Rybiczka verlangte von Leopold Clemens die Heirat, der jedoch auf Druck seiner Familie keine nichtstandesgemäße Ehe eingehen durfte. An diesem Tag wollte er sich von ihr trennen und sie mit einer hohen finanziellen Abfindung beruhigen. Rybiczka schoss fünfmal auf Leopold Clemens und übergoss sein Gesicht mit einer Flasche Schwefelsäure. Danach erschoss sie sich selbst. Leopold Clemens überlebte den Angriff schwerstverletzt. Insbesondere die Säure hatte gravierende Verletzungen an seinem Gesicht und Kopf verursacht, er hatte durch den Angriff ein Auge verloren. Bei einer Operation, mit der sein Augenlicht wiederhergestellt werden sollte, kam es zu Komplikationen, die zum Tode Leopold Clemens’ führten.[3]

Leopold Clemens wurde in der so genannten Koháry-Gruft der Kirche St. Augustin in Coburg bestattet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Harald Sandner: Das Haus Sachsen-Coburg und Gotha 1826 bis 2001. Eine Dokumentation zum 175-jährigen Jubiläum des Stammhauses in Wort und Bild. Coburg: Verlagsanstalt Neue Presse 2001, ISBN 3-00-008525-4, S. 317–320.
  • Adolf von Deitenhofen: Fremde Fürsten in Habsburgs Heer 1848–1898. Im Selbstverlage. Wien 1898, S. 659. (Digitalisat)
  • Werner Sabitzer: Die Hofratstochter und der Prinz [in:] Öffentliche Sicherheit, 11–12/2015, S. 43–44.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Leopold, Prinz von Sachsen-Coburg-Gotha
  2. Adolf von Deitenhofen: Fremde Fürsten in Habsburgs Heer 1848–1898, Im Selbstverlage, 1898, S. 659.
  3. Vgl. Sabitzer, Die Hofratstochter.