Leopoldo Calvo-Sotelo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Leopoldo Calvo-Sotelo 1976

Leopoldo Calvo-Sotelo Bustelo (Marqués de la Ría de Ribadeo; * 14. April 1926 in Madrid, Spanien; † 3. Mai 2008 in Pozuelo de Alarcón) war ein konservativer spanischer Politiker und von Februar 1981 bis Dezember 1982 Ministerpräsident seines Landes.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Calvo-Sotelos Eltern waren der Schriftsteller Leopoldo Calvo Sotelo und Mercedes Bustelo Márquez. Der 1936 ermordete Politiker der Rechten José Calvo Sotelo war sein Onkel. 1951 schloss Leopoldo Calvo-Sotelo sein Ingenieurstudium ab und promovierte 1960. Zwischen 1967 und 1968 war er Präsident der RENFE (Spanische Eisenbahn), anschließend Vorstandsvorsitzender des Chemieunternehmens Unión Explosivos Riotinto.

Politische Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Vertreter der Chemieunternehmen gehörte Calvo-Sotelo von 1971 bis 1975 den Cortes an, der nicht gewählten Interessensgruppenvertretung während des Franco-Regimes. Er war nach dem Tod Francisco Francos zwischen Dezember 1975 und Juli 1976 Wirtschaftsminister und später Minister in verschiedenen Ressorts (insbesondere Öffentliche Bauten) in Regierungen von Adolfo Suárez, seines Vorgängers als Ministerpräsidenten.

1981 wurde Calvo-Sotelo nach dem Rücktritt von Alfredo Suárez als sein bisheriger Stellvertreter selbst zum Ministerpräsidenten gewählt. Während seiner geplanten Wahl zum Ministerpräsidenten am 23. Februar 1981 fand der letztlich gescheiterte Putsch des Oberstleutnants Antonio Tejero, in Spanien bekannt unter der Bezeichnung 23-F, statt. Calvo-Sotelo wurde schließlich am 25. Februar vom Parlament gewählt. Wichtigste Entscheidung seiner Amtszeit war der Beitritt Spaniens zur NATO im Mai 1982. Calvo-Sotelo regierte bis Dezember 1982. Während seiner Amtszeit spaltete sich die Sammlungspartei Unión de Centro Democrático (UCD) auf, sodass Neuwahlen nötig wurden. Nach einer katastrophalen Wahlniederlage der UCD mit nur 12 gewonnenen Sitzen und dem Verlust von 156 Sitzen wurde er vom sozialistischen Gegenkandidaten Felipe González abgelöst. Von 1986 bis 1989 hatte Leopoldo Calvo-Sotelo einen Sitz im Europaparlament inne.

Er war Mitglied der Non-Profit-Organisation Club de Madrid.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Calvo-Sotelo war mit María del Pilar Ibáñez-Martín y Mellado verheiratet, das Paar hatte acht Kinder. Seine Söhne Leopoldo Calvo-Sotelo e Ibáñez-Martín (* 1957) und Victor Calvo-Sotelo e Ibáñez-Martín (* 1961) waren Staatssekretäre, ein Sohn war Bürgermeister der Stadt Castropol, seine Nichte Mercedes Cabrera war 2006 Erziehungsministerin im Kabinett José Luis Rodriguez Zapatero.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

VorgängerAmtNachfolger
Adolfo SuárezMinisterpräsident Spaniens
1981–1982
Felipe González