Les Graulges

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Les Graulges
Les Graulges (Frankreich)
Les Graulges
Gemeinde Mareuil en Périgord
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Nontron
Koordinaten 45° 30′ N, 0° 27′ OKoordinaten: 45° 30′ N, 0° 27′ O
Postleitzahl 24340
ehemaliger INSEE-Code 24203
Eingemeindung 1. Januar 2017

Die romanische Kirche von Les Graulges

Die ehemalige französische Gemeinde Les Graulges, okzitanisch Los Grauges, liegt im Nordwesten des Départements Dordogne in der Region Aquitanien. Sie hatte zuletzt 59 Einwohner (Stand 1. Januar 2013) und war bis März 2015 der 14 Gemeinden des Kantons Mareuil, mit dessen Auflösung gehörte sie ab März 2015 zum Kanton Brantôme. Les Graulges war Grenzgemeinde zum Regionalen Naturpark Périgord-Limousin. Les Graulges ist ein Ortsteil der Gemeinde Mareuil en Périgord.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Les Graulges, okzitanisch Los Grauges, leitet sich möglicherweise von dem germanischen Eigennamen Gerald ab.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Les Graulges liegt fünf Kilometer nördlich von Mareuil und 17 Kilometer westsüdwestlich von Nontron (Luftlinie). Die Gemeinde Les Graulges wurde von folgenden Nachbargemeinden umgeben:

Les Graulges war Grenzgemeinde zum Département Charente. Flächenmäßig war sie die kleinste Gemeinde im Kanton Mareuil.

Die Gemeinde bestand neben dem Ortskern aus folgenden Weilern und Gehöften:

Côte de la Bure, Le Maine Lacan, Les Brandes und Malut.

Hauptfluter ist die nach Westen fließende Nizonne, welche die Südgrenze zu Puyrenier und Sainte-Croix-de-Mareuil bildet. An der Südostecke des vormaligen Gemeindegebietes mündet der nach Südwesten entwässernde ‘’Ruisseau de Bretanges’’ als rechter Seitenarm in die Nizonne. Der Bach bildete in seinem Unterlauf die Ostgrenze zu Beaussac. Östlich von Malut nimmt er einen rechten Seitenzweig auf, welcher aus Nordwesten kommt und in diesem Abschnitt die Nordostgrenze zu Beaussac markiert.

Der topographisch tiefste Punkt in der Gemeinde Les Graulges lag auf 98 Meter über dem Meer an der Nizonne im Südwesten; der Fluss verlässt hier das vormalige Gemeindegebiet. Der höchste Punkt mit 185 Metern befand sich auf einem markanten Hügel westlich des Ortskerns. Die absolute Höhendifferenz betrug 87 Meter.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Les Graulges befand sich vollständig auf flachliegenden (maximaler Einfallswinkel 6 bis 8° nach Südwest) Sedimenten des nördlichen Aquitanischen Beckens. Die Sedimente gehören strukturell zum Nordflügel der Combiers-Saint-Crépin-de-Richemont-Synklinale. Das anstehende Schichtpaket beginnt mit den plattigen, teils flaserigen Kreidekalken des Ligériens (Unterturon). Die Kalke säumen den rechten Seitenarm des Ruisseau de Bretanges bei Malut. Über dem Ligérien folgen die Rudistenkalke des Angoumiens mit der Angoulême-Formation sowie dem Oberen Angoumien. Das Angoumien begleitet die rechte Talseite des Ruisseau des Bretanges bis zur Mündung in die Nizonne. Die harten Fossilkalke des Coniaciums legen sich anschließend auf das Angoumien, zu sehen im Ortskern und entlang der Nizonne. Das Coniacium wird westlich des Ortskerns vom Untersanton abgelöst – plattige, graue glaukonithaltige Kalke. Die Serie endet mit plattigen, Austernschill-führenden Mergelkalken, siltigen, glaukonitreichen Kalken sowie Sanden des Obersantons, aufgeschlossen im äußersten Westen des Gemeindegebiets. Das Obersanton wird von alttertiärem Kolluvium verdeckt, welches aus den Sanden des Obersantons hervorgegangen ist und im Pleistozän umgelagert wurde (Formation ACC). Die Sedimente in der Talaue der Nizonne stammen aus dem Holozän.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das älteste erhaltene Bauwerk in Les Graulges ist die romanische Ortskirche aus dem 12. Jahrhundert.

Die Gemeinde Les Graulges schloss sich am 1. Januar 2017 mit Champeaux-et-la-Chapelle-Pommier, Beaussac, Léguillac-de-Cercles, Mareuil, Monsec, Puyrenier, Saint-Sulpice-de-Mareuil und Vieux-Mareuil zur neuen Gemeinde Mareuil en Périgord zusammen.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Les Graulges
Jahr Einwohner Einwohner im Kanton
in Prozent
Einwohnerdichte


1962 100 2,2 24,2/km²
1968 96 2,3 23,2/km²
1975 93 2,3 22,5/km²
1982 84 2,2 20,3/km²
1990 66 1,8 16,0/km²
1999 61 1,8 14,8/km²
2006 77 2,2 18,6/km²
2008 83 2,3 20,1/km²

Quelle: INSEE[1]

Die Bevölkerungszahlen von Les Graulges waren bis 1999 stark rückläufig, sind aber seitdem wieder im Ansteigen begriffen.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Letzter Bürgermeister von Les Graulges war seit 2008 der parteilose, im Druckereigewerbe tätige Jean-Marie Marchand.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliges Rathaus von Les Graulges

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Les Graulges liegt an der D 87 von Beaussac nach Combiers (und weiter nach La Rochebeaucourt). Die D 99 verlässt den Ortskern nach Süden, überquert die Nizonne und zieht gen Mareuil. Nach Norden besteht über die gleiche D 99, die in der Charente in die D 109 bzw. die D 25 übergeht, eine Verbindung nach Charras. Eine Kommunalstraße bindet nach Nordwesten an die D 25 von Combiers nach Charras an. Den Norden der vormaligen Gemeinde quert ferner eine Kommunalstraße, die eine Querverbindung von der D99 zur Straße nach Hautefaye herstellt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Les Graulges auf der Website des Insee

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Les Graulges – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien