Leslie Mandoki

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Leslie Mandoki, 2016

Leslie Mandoki (eigentlich László Mándoki; * 7. Januar 1953 in Budapest) ist ein ungarisch-deutscher Musiker (Schlagzeug) und Musikproduzent.

Mandoki arbeitete für und mit Dschinghis Khan, Engelbert, Joshua Kadison, Phil Collins, den No Angels, Jennifer Rush, Gil Ofarim und Lionel Richie, aber auch mit dem deutschen Rapper Sido.

Mandoki versteht sich als Vorreiter des Branded Entertainment, der im Auftrag von Firmen Ideen liefert, Programme zusammenstellt und Formate entwickelt.[1] So wirkte er als sogenannter Musical Director für Audi und die Volkswagen AG, arbeitete für die Daimler AG, Disney (Tarzan), das Land Mecklenburg-Vorpommern und den FC Bayern München.[2] Für Audi schrieb er zum 100. Jubiläum eine Symphonie, komponierte Jingles und Soundtracks.[3] Zur Bundestagswahl 2009 und zur Bundestagswahl 2013 produzierte er Wahlkampfsongs für die CDU.[4]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leslie Mandoki studierte am Musikkonservatorium Budapest[5] und war als Anhänger der studentischen Opposition Verfolgungen durch die damalige kommunistische Regierung ausgesetzt. 1975 floh er zusammen mit vier anderen Musikern und Künstlern, darunter Gábor Csupó, über die Grenze nach Österreich und weiter nach Deutschland. Später wurde er deutscher Staatsbürger. Als Studiomusiker in München zunächst wenig erfolgreich, wurde er als Mitglied der Band Dschinghis Khan erstmals weithin bekannt.

1982, bereits während der Zeit bei Dschinghis Khan, veröffentlichte Mandoki das Album Back to Myself, das eine Rückbesinnung auf seine Jazzwurzeln brachte und das er im Rückblick selbst als zu rau und düster betrachtet. Es folgten mit Strangers in a Paradise und Out of Key … with the Time zwei Alben, die weitaus kommerzieller klangen und ihm auch wieder Fernsehauftritte einbrachten.

Dies bildete dann die Grundlage für sein ehrgeiziges „People“- bzw. „Soulmates“-Projekt. Gemeinsam mit einem Großaufgebot von internationalen Stars (u. a. Ian Anderson von Jethro Tull, Bobby Kimball von Toto, Jack Bruce von Cream) veröffentlichte er die Alben People und People in Room No. 8, die einerseits breitenkompatible Hymnen, andererseits teilweise experimentelle, jazzbeeinflusste Rockmusik boten. Im April und November 2004 gastierte Mandoki gemeinsam mit den dann als „Soulmates“ bezeichneten Künstlern in Thomas Gottschalks ZDF-Zweiteiler 50 Jahre Rock als Hausband. Mit jenen Musikern wurde in beiden Sendungen eine breite Retrospektive über verschiedenste Rockklassiker der 1960er, 1970er und 1980er Jahre dargeboten. Die Aufzeichnungen aus den Sendungen dienten als Rohmaterial für das wenig später erschienene Album Legends of Rock, auf dem außerdem noch viele Tracks aus den vorigen Alben sowie einige bis dahin unveröffentlichte Liveaufnahmen der Band zu hören sind. Er spielte auch 2005 mit den „Soulmates“ zu den Jubiläumsfeierlichkeiten des Bistums Münster auf einer Open-Air-Bühne in Münster.[6] 2003 spielte er in der Internatsserie Schloss Einstein mit. Mit der Sängerin Curly komponierte Mandoki die Vorspannmusik der ARD-Telenovela Sturm der Liebe, wo er 2014 in einer Gastrolle als Musikproduzent Leslie Mandoki zu sehen ist.

Mandoki komponierte das Wahlkampflied An jedem neuen Tag der CDU für die Bundestagswahl 2013.[7]

Mandoki hat drei Kinder, darunter die Schauspielerin Lara Mandoki,[8] und wohnt in Tutzing am Starnberger See.[9]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1982: Back to Myself
  • 1986: Children of Hope
  • 1988: Strangers in a Paradise
  • 1991: Drums & Percussion
  • 1992: Out of Key … with the Time
  • 2004: Man Doki Soulmates

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1982: Living on the Highway
  • 1985: Schoolgirls’ Fantasy
  • 1987: Korea (Mandoki & Eva Sun)
  • 1988: On Principle
  • 1989: Mother Europe (Cobbler & Mandoki)
  • 1992: Refugees (feat. Bobby Kimball)
  • 1993: Mother Europe

Video[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2003: Soulmates Absolutely Live

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Leslie Mandoki – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Laudenbach, Der Beziehungskünstler, in: Brand eins, Juli 2010.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Laudenbach 2010, S. 125.
  2. Neue Partnerschaft. Leslie Mandoki sagt 'Danke'. FC Bayern. 8. Dezember 2010, abgerufen am 14. Mai 2016.
  3. Laudenbach 2010, S. 127.
  4. „An jedem neuen Tag“. „Dschingis Kahn“ schreibt Merkel CDU-Wahlkampfsong. Focus. 28. August 2013, abgerufen am 14. Mai 2016.
  5. Laudenbach 2010, S. 124.
  6. Samstagabend beim Bistumstag. „Silbermond“ und der wahre Star. kirchensite.de. 3. Juli 2005, abgerufen am 14. Mai 2016.
  7. Christian Mayer: Leslie Mandoki will in den bayerischen Landtag. „Ich mache das aus purem Patriotismus.“ Süddeutsche Zeitung. 6. Februar 2013, abgerufen am 14. Mai 2016.
  8. Sven Kuschel: Papas ganzer Stolz! Erste große Rolle für Lara Mandoki. Bild.de. 15. Februar 2013, abgerufen am 14. Mai 2016.
  9. Thomas Fromm: Unternehmer Leslie Mandoki. Dschingis Khan macht Musik für Autos. Süddeutsche Zeitung. 14. August 2012, abgerufen am 14. Mai 2016.