less (Unix)

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Less

Screenshot von Less
Less, X-Terminal
Basisdaten

Entwickler Mark Nudelman
Aktuelle Version 530
(16. Februar 2018)
Betriebssystem DOS, Linux, OS/2, Solaris, Windows, u. a.
Programmiersprache C[1]
Kategorie Systemapplikation
Lizenz duale Lizenzierung (GPL 3+ und BSD-artige Less-Lizenz, somit Freie Software)
deutschsprachig nein
www.greenwoodsoftware.com/less

less (englisch für weniger) ist ein Unix-Kommandozeilenprogramm zum seitenweisen Betrachten (Pager) von Textdateien. Unter Verwendung des Shellscript lesspipe.sh, in Debian-Derivaten nur lesspipe, können neben Textdateien auch andere Dateiformate angezeigt werden. Durch Drücken der Taste v kann eine in less geöffnete Datei in einen Editor geladen und mit diesem bearbeitet werden. Nach dem Schließen des Editors wird der geänderte Inhalt der Dateien in less angezeigt. less gibt Daten auf die Terminal-Größe zugeschnitten aus, wobei sich mit verschiedenen Tasten über die Datei scrollen lässt.

Syntax[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Syntax von less gleicht vielen anderen Kommandozeilen-Programmen:

less [-Option] <Dateiname>

Durch Eingabe von less --help in der Kommandozeile lässt sich eine Hilfeseite betrachten, in der auch die verfügbaren Aufrufoptionen aufgelistet sind.

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

more in einem X-Terminal

more (englisch für mehr) ist ein älterer Befehl zum Betrachten von Textdateien in Unix. Es gibt den Text seitenweise auf der Kommandozeile aus, wobei per Tastendruck geblättert wird.

Im Gegensatz zum davon inspirierten Befehl less war more lediglich dazu in der Lage, im Text vorwärts weiterzublättern, aber nicht rückwärts. Dies war eine Behinderung in der Arbeit, woraufhin less entwickelt wurde. Der Name kam zustande, da man ein more mit zurück (engl. backwards more) wollte; in einem weiteren Sinne weniger als more, also weniger (less).
Da auf manchen Linux-Distributionen more ein Alias für less ist, ist ein gängiger Witz less is more (weniger ist mehr).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den frühen 1980er Jahren waren die mit den Betriebssystemen mitgelieferten Werkzeuge dem "less"-Autor Mark Nudelman zu unkomfortabel. Zum Betrachten von Logdateien war der Texteditor vi nicht in der Lage, da er die riesigen Dateigrößen nicht verwalten konnte. Das Problem, welches der Autor in dem damals von ihm benutzten Systemwerkzeug more sah, war, dass die Logdateien nur vorwärts betrachtet werden konnten, die für Fehlermeldungen verantwortlichen Einträge in den Logs jedoch vor den Fehlermeldungen standen. Zurückblättern war mit more aber nicht möglich.

Nudelman und seine Kollegen beklagten sich oft über dieses Problem, dass rückwärts mehr (engl. backwards more) gesucht werden müsste, also weniger (engl. less). Aus diesem Wortspiel, dessen genauer Urheber aus dem Kollegenkreis unbekannt ist, entstand dann der Name des bald entwickelten und 1983 fertiggestellten Werkzeuges less. Nach betriebsinterner Benutzung und Weiterentwicklung der Software entschied der Autor, dass less nützlich genug sei, um es zu veröffentlichen. So stellte er im Mai 1985 die erste Version von less im Usenet, in der damaligen Newsgroup net.sources, unter einer freien Lizenz zur Verfügung.

Less verwendet keine Unterversionen oder Ähnliches in seinen Versionsnummern. Stattdessen wird die Versionsnummer bei jeder neuen Freigabe einfach weitergezählt. So ist Version 409 die 409. Version von less.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikibooks: Linux-Praxisbuch: less – Lern- und Lehrmaterialien
  • Downloading less. (abgerufen am 31. Dezember 2017).