Lester Frank Ward

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Lester Frank Ward

Lester Frank Ward (* 18. Juni 1841 in Joliet, Illinois; † 18. April 1913 in Washington, D.C.) war ein US-amerikanischer Paläobotaniker und Soziologe. Er war ein wichtiger Gründervater der amerikanischen Soziologie und erster Präsident der American Sociological Association. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Ward“.

Leben[Bearbeiten]

Ward´s Familie konnte keine höhere Erziehung bezahlen und brachte sich überwiegend als Autodidakt Latein, Griechisch, Deutsch und andere Sprachen und Mathematik bei. Er wuchs in Illinois und in Myersburg in Pennsylvania auf, wo er im Laden für Wagenräder seines Bruders arbeitete. Anfang der 1860er Jahre nahm er Unterricht am Susquehanna Collegiate Institute in Towanada in 1862 heiratete er. Im Bürgerkrieg kämpfte er auf Seiten der Nordstaaten und wurde bei Chancellorsville schwer verwundet. Ab 1865 arbeitete er für das US Schatzamt in Washington D.C. und studierte daneben an der George Washington University (damals Columbian University). 1869 erhielt er seinen Bachelor-Abschluss und 1872 seinen Master-Abschluss. Ab 1882 war er beim US Geological Survey zunächst als Assistenz-Geologe, ab 1889 als Geologe und ab 1892 als Paläontologe. Außerdem war er ab 1882 Kurator ehrenhalber für Paläobotanik am National Museum of Natural History in Washington D.C. 1905 gab er das auf, als er Professor für Soziologie an der Brown University wurde. Zuvor hatte er sich neben seiner Arbeite beim US Geological Survey durch mehrere Bücher einen Ruf als Pionier der Soziologie in den USA geschaffen.

Werk[Bearbeiten]

Auf der Grundlage seiner Fortschrittshypothese ging er davon aus, gesellschaftliche Not und Armut ließen sich durch planvolle staatliche Eingriffe minimieren, die auf dem Meliorismus, hier im Verständnis einer Wissenschaft der Verbesserung der Gesellschaft, gründet. Eine sich in das soziale und ökonomische Leben der amerikanischen Gesellschaft einmischende Soziologie sollte den Wettbewerb regulieren, die Menschen auf der Grundlage von Chancengleichheit und Kooperation verbinden, und das Glück und die Freiheit aller fördern. Damit stellte sich Ward in Gegensatz zu den seinerzeit in Wirtschaft, Politik und Soziologie verbreiteten sozialdarwinistischen Vorstellungen sowie der Laissez-faire-Doktrin und dem Entwicklungsdeterminismus.

Werke[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Bernhard J. Stern (Hrsg.), Young Ward's Diary, New York: G. P. Putnam's Sons, 1935.
  • Cape, Emily P., Lester Frank Ward: A Personal Sketch, New York, 1922. (Die offizielle Biographie).
  • Chugerman, Samuel., Lester Frank Ward The American Aristotle. A Summary and Interpretation of His Sociology, Durham, NC, Duke U.P., 1939.
  • Burnham, John C., Lester Frank Ward in American thought, Washington, D.C., 1956.
  • Rafferty, Edward C., Apostle of Human Progress. Lester Frank Ward and American Political Thought, 1841/1913, New York/Oxford, 2003.
  • Commager, Henry Steele; The American Mind; Chapter 10: Lester Ward and the Science of Society; Yale University Press; 1950.
  • Becker, Ernest; Escape From Evil; Free Press, reissue edition; 1985.
  • Finlay, Barbara; Lester Frank Ward as a Sociologist Of Gender: A New Look at His Sociological Work; Gender & Society, Vol. 13, No. 2, 251-265 (1999) http://gas.sagepub.com/cgi/content/abstract/13/2/251
  • Ravitch, Diane; Left Back: A Century of Failed School Reforms; Simon & Schuster; Chapter one: The Educational Ladder http://www.nytimes.com/books/first/r/ravitch-back.html
  • Mers, Adelheid; Fusion (graphic art, needs to be magnified) http://adelheidmers.org/aweb/fusion.pdf
  • Rafferty, Edward C.; „The Right to the Use of the Earth“: Herbert Spencer, the Washington Intellectual Community, and American Conservation in the Late Nineteenth Century; http://www.historians.org/annual/2006/06program/precirculated/Session145_Rafferty.pdf

Weblinks[Bearbeiten]