Leszczyński

Leszczyński () ist der Name eines polnischen Hochadelsgeschlechts, die weibliche Form des Namens lautet Leszczyńska. Die Herkunft des Namens Leszczyński geht auf den Adeligen Raphael von Leszczno (Rafał Leszczyński, † 1441) aus der Stadt Leszno (dt. Lissa) zurück, der als Stammvater der Dynastie gilt und verschiedene Ämter im Königreich Polen bekleidete.[1]
Das Adelsdiplom für Preußen erhielt die Familie am 30. September 1777 zu Potsdam, respektive zu Berlin am 8. Januar 1778 als von Leziensky, des Stammes Gericke, für August Gericke, Adoptivsohn des kgl. preuß. Oberstleutnant Johann Jakob von Leziensky; aus dem ostpreußischen Adelsgeschlecht Leziensky des Wappens Nalecz.
Bedeutende Familienmitglieder waren:
- Rafał Leszczyński (1526–1592), Woiwode von Brest und Patron der Reformation in Polen
- Stanislaus I. Leszczyński (1677–1766), polnischer Staatsmann, König von Polen, Großfürst von Litauen, Herzog von Lothringen und Bar
- Anna Leszczyńska (1699–1717), polnische Prinzessin
- Maria Leszczyńska (1703–1768), polnische Prinzessin und ab 1725 Königin von Frankreich
- Paul von Leszczynski (1830–1918), General der Infanterie und Mitglied des Preußischen Herrenhauses
- Stanislaus von Leszczynski (1842–1932), preußischer Generalleutnant und Militärschriftsteller
Die Hauptlinie erlosch mit König Stanislaus I. 1766 im Mannesstamm. Entferntere Seitenlinien blühten aber weiter.
Mit dem Gutskomplex Repten-Lobendorf im Landkreis Calau-Niederlausitz gelegen, konnte ein Besitz über mehrere Generationen gehalten werden.[2][3][4][5]
Nach Emilian von Żernicki-Szeliga gab es im 19. Jahrhundert sieben Adelsfamilien gleichen Namens,[6] welche mindestens drei verschiedene Wappen führten.[7]
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Genealogie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Johann Samuel Ersch, Johann Gottfried Gruber: Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste. 1889, S. 237 ff. Leszczyński
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1918. Jahrgang 12, Justus Perthes, Gotha 1917.
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel. Teil B (Briefadel). 1934. Jahrgang 26, Justus Perthes, Gotha 1933, S. 272.
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil B (Briefadel). 1942. Jahrgang 34, Justus Perthes, Gotha 1941, S. 295 f.
Trivia
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Hanna Malewska: Panowie Leszczyńscy. 1961. (Historischer Roman.)
Einzelbelege
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Irena Kaniewska (Hrsg.): Posłowie ziemscy koronni 1493-1600 (Members of Crown Provincial Parliament : 1493-1600). Wydawnictwo Sejmowe. Kancelaria Sejmu, Warschau 2013, ISBN 978-83-7666-234-3.
- ↑ Vgl. P. Ellerholz, H. Lodemann, H. von Wedell: General-Adressbuch der Ritterguts- und Gutsbesitzer im Deutschen Reiche. 1. Band: Das Königreich Preussen, Lfg. 1: Die Provinz Brandenburg. Nicolaische Verlags-Buchhandlung R. Stricker, Berlin 1879, S. 36–39, doi:10.18452/377 (Digitalisat). Reprint: ISBN 3-226-00787-4.
- ↑ Ernst Seyfert: Güter-Adreßbuch für die Provinz Brandenburg. [1914]. Verzeichnis sämtlicher Rittergüter, Güter und Höfe über 20 ha. Nach amtlichen Angaben. Handbuch der Königlichen Behörden. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band VII, 2. Auflage, Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1914, S. 230–231.
- ↑ Vgl. Ernst Seyfert, Hans Wehner, Alexander Haußknecht, Ludwig Hogrefe: Landwirtschaftliches Adreßbuch der Rittergüter, Güter und Höfe der Provinz Brandenburg. [1929]. Verzeichnis sämtlicher Rittergüter, Güter und Höfe von ca. 20 ha aufwärts, Mit Unterstützung von Staats- und Kommunalbehörden, sowie des Brandenburgischen Landbundes zu Berlin, sowie der Kreislandbünde. Nach amtlichen Quellen und auf Grund direkter Angaben bearbeitet. in: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band VII, 4. Auflage, (Letzte Ausgabe-Paul Niekammer-Reihe), Verlag Niekammer’s Adreßbüchern GmbH, Leipzig 1929, S. 193.
- ↑ Vgl. Edward Georg Gustav von Schlesinger: Zusammenstellung der Gutsherren der 903 Güter in Tarnopol [Ternopil] im Jahr ... In: StudiaS . BoD, Hamburg/Norderstedt 2020, ISBN 978-3-695-14289-7, S. 67.
- ↑ Emilian von Żernicki-Szeliga: Der polnische Adel und die demselben hinzugetretenen andersländische Adelsfamilien. General-Verzeichniss. Band 2, Verlag Henri Grand, Hamburg 1900, S. 14.
- ↑ Ivan von Bojničić: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch. Neuauflage, Band: Galizischer Adel. Bauer und Raspe. Emil Küster, Nürnberg 1902, S. 156.