Lettische Luftstreitkräfte

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Lettische Luftstreitkräfte
Latvijas Gaisa spēki
Wappen

Wappen der lettischen Luftstreitkräfte
Aktiv
  • 1919 – 1940
  • Neuaufstellung 1992
Land LettlandLettland Lettland
Streitkräfte Lettische Nationale Streitkräfte
Typ Teilstreitkraft (Luftstreitkräfte)
Motto Visu par Latviju
Leitung
Oberbefehlshaber der Streitkräfte Staatspräsident Lettlands
Militärischer Oberbefehlshaber Generalleutnant
Leonīds Kalniņš
Befehlshaber der Luftwaffenbasis Oberst Armands Saltups
Insignien
Flugzeugkokarde Roundel of Latvia.svg
Luftfahrzeuge
Transportflugzeug/
-hubschrauber
Mil Mi-17

Die offizielle Bezeichnung für die lettische Luftwaffe ist Latvijas Gaisa spēki (Lettische Luftstreitkräfte). Der Hauptstützpunkt der 1992 neu aufgestellten Teilstreitkraft der lettischen Armee befindet sich auf dem Fliegerhorst bei Lielvārde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1918 bis 1940[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Unabhängigkeitserklärung Lettlands im Jahr 1918 begann man mit dem Aufbau eigener Streitkräfte. Am 7. Juni 1919 wurden die Luftstreitkräfte als Fliegergruppe der lettischen Armee (lettisch Latvijas armijas Aviācijas grupu) gegründet. In den nächsten Jahren wurde die Luftwaffe erheblich ausgebaut. So verfügte man 1939 u. a. über 60 Flugzeuge und 120 Piloten.

Von den anfänglichen Kampfhandlungen des Zweiten Weltkriegs blieb Lettland unbetroffen und die Besetzung der baltischen Staaten durch die Sowjetunion erfolgte weitestgehend kampflos. Ab 1940 existierte kein eigenständiger lettischer Staat mehr und somit auch keine offiziellen lettischen Luftstreitkräfte.

Die Zeit ab 1991[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Wiederherstellung der staatlichen Unabhängigkeit Lettlands im Jahr 1991 entstanden auch Pläne zum Wiederaufbau der eigenen Luftwaffe. Diese wurden offiziell am 24. Februar 1992 neu aufgestellt.

Den Grundstock der neuen Luftstreitkräfte bildeten vor allem Flugzeuge vom Typ Antonow An-2 Colt und Hubschrauber vom Typ Mil Mi-2 Hoplite. Die Bundesrepublik Deutschland schenkte Lettland zudem zwei Transportflugzeuge vom Typ Let L-410 aus den Beständen der ehemaligen Volksarmee.

Befehlshaber der Luftstreitkräfte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Personen waren im Laufe der Jahre die militärischen Befehlshaber der lettischen Luftstreitkräfte:[1]

Name Dienstzeit
Rūdolfs Drillis 1919–1921
Jezups Baško 1922–1929
Arvīds Skurbe 1929–1935
Jānis Indāns bis 1937
Rūdolfs Baško 1937–1940
Kārlis Kīns 1992–1997
Ojārs Ivanovs 1997–2001
Vitālijs Viesiņš 2001–2003
Juris Maklakovs 2004–2006
Aleksandrs Stepanovs 2006–2010
Aivars Mežors 2010–2015
Armands Saltups seit 2015

Aufgaben und Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Grund der vorhandenen Ausrüstung beschränken sich die Aufgaben der lettischen Luftwaffe auf Transport-, Verbindungs- und Patrouillenflüge sowie Such- und Rettungsaufgaben.

Die Verteidigung des lettischen Luftraums obliegt in erster Linie den bodengestützten Luftverteidigungs-Batterien. Seit dem Beitritt Lettlands zur NATO im Jahr 2004 patrouillieren, im Rahmen der Air Policing Baltikum, zudem Flugzeuge anderer Bündnisstaaten über dem lettischen Hoheitsgebiet.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Reorganisation der nationalen Streitkräfte am 1. Januar 2010 wurde das Oberkommando der lettischen Luftstreitkräfte mit dem Luftwaffenstützpunkt bei Lielvārde verschmolzen. Seitdem gliedert sich die Luftwaffe in den kombinierten Stab von Teilstreitkraft und Luftwaffenstützpunkt (Aviācijas bāzes štābs) sowie die drei Bereiche: Flugstaffel (Aviācijas Eskadriļa), Luftverteidigungs-Division (Pretgaisa aizsardzības divizions) und Luftraumüberwachung (Gaisa telpas novērošanas eskadriļa).

Ausrüstung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fluggerät[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Fluggerät der lettischen Luftwaffe setzte sich seit dem Neuaufbau im Wesentlichen aus Transporthubschraubern und Transportflugzeugen zusammen. Aktuell werden folgende Luftfahrzeuge eingesetzt:[2]

Luftfahrzeuge Foto Herkunft Verwendung Version Aktiv Bestellt Anmerkungen
Mil Mi-8/17 Mil Mi-8 Latvian Air Force.jpg SAR & Transportaufgaben Mi-17 4

Historisches Fluggerät[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • folgende Transportflugzeuge waren im Einsatz:
    • Antonow An-2
    • Let L-410[3]
  • zudem war man mit Mil Mi-2 ausgerüstet

Tarnung und Hoheitszeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1940
Historische Kokarde der Luftstreitkräfte

Die meisten Flugzeuge, die vor 1940 von den Luftstreitkräften Lettlands verwendet wurden, hatten einen einfachen dunkel- bis seegrünen Oberanstrich. Der untere Teil des Flugzeuges wurde nicht bemalt. Abweichungen von diesem Schema gab es bei den früh erworbenen Flugzeugen, von denen einige im Fabrikanstrich belassen wurden.

Das Hoheitszeichen der lettischen Luftwaffe war bis 1940 ein bordeauxrotes, auf die Spitze gestelltes Hakenkreuz (Ugunskrusts) auf einem weißen Kreisgrund. Anfangs wurde es noch entgegen dem Uhrzeigersinn dargestellt, nach 1921 dann in der anderen Richtung.[4] Das Zeichen wurde so auf beiden Seiten des Rumpfes und beiden Flügelunterseiten platziert. Auf den Oberseiten wurde meistens auf den weißen Grund verzichtet und nur das dunkelrote Hakenkreuz aufgemalt.

Seit 1991

Das moderne Hoheitszeichen Lettlands orientiert sich an der Flagge Lettlands und besteht aus abwechselnd dunkelrot-weiß-dunkelroten Kreisen. Es wird bei Flugzeugen und Hubschraubern auf beiden Seiten des Rumpfes und bei den Flugzeugen zusätzlich auf den Unter- und Oberseiten der Flügel platziert. Zudem wird das Heckleitwerk mit einer lettischen Flagge markiert.

Die Tarnung des Fluggeräts ist bei den modernen Luftstreitkräften vielfältiger als vor 1940. In den ersten Jahren wurden die Hubschrauber vorwiegend mit einem Anstrich aus unregelmäßigen Tarnflecken aus zwei unterschiedlich hellen Grüntönen und einem Hellbraunton versehen. Die Transportmaschinen vom Typ Let L-410 hatten einen mittelgrün-hellbraunen Oberanstrich in unregelmäßigen Tarnstreifen. Die Unterseite war hellgrau gehalten.

Sonstige Ausrüstung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach eigenen Angaben verfügen die Luftstreitkräfte darüber hinaus über folgende Ausrüstung zur Luftraumüberwachung und Luftabwehr:[5]

Radar
  • TPS-117 - 3D Radar
  • ASR-7 - 2D Radar
  • PS-70
Luftabwehr
  • RBS-70 - Kurzstrecken-Boden-Luft-Lenkwaffensystem

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literaturverweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Richard Humberstone (ed): Latvian Air Force 1918–1940. Blue Rider Publishing, London 2000, ISBN 1-902851-04-8 (englisch).
  • Karlis Irbitis: Of Struggle and Flight. Canada's Wings Inc., Stittsville, Ontario 1986, ISBN 0-920002-36-6 (englisch).
  • Elmars Pelkavs (ed): Policy of Occupation Powers in Latvia. Riga 1999, ISBN 9984-675-05-X (englisch).
  • Dr. Christian Möller: Die Einsätze der Nachtschlachtgruppen 1, 2 und 20 an der Westfront von September 1944 bis Mai 1945 – Mit einem Überblick über Entstehung und Einsatz der Störkampf- und Nachtschlachtgruppen der deutschen Luftwaffe von 1942 bis 1944. Dissertation (358 S., 196 Abb.), Aachen 2008, ISBN 978-3-938208-67-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Latvijas Gaisa spēki – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vēsture - Info auf der Internetseite der lettischen Streitkräfte, abgerufen am 22. Februar 2017 (lettisch)
  2. World Air Forces 2015 (PDF; 3,7 MB) (Memento vom 19. Dezember 2014 im Internet Archive)
  3. Info auf latvianmilitaryhistory.wordpress.lv zum Verbleib der Maschinen, abgerufen am 22. Februar 2017 (lettisch)
  4. Richard Humberstone: Latvijas Gaisaspeki – die lettische Luftwaffe gestern und heute. In: Flieger Revue Extra Nr. 8. Möller, 2005. ISSN 0941-889X. S. 33
  5. Tehnika - Info auf der Internetseite der lettischen Streitkräfte, abgerufen am 27. Juni 2015 (lettisch)