Lettische Luftstreitkräfte

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Lettische Luftstreitkräfte
Latvijas Gaisa spēki
Wappen
Wappen der Lettischen Luftstreitkräfte
Aktiv
  • 1919 – 1940
  • Neuaufstellung 1992
Land LettlandLettland Lettland
Streitkräfte Lettische Nationale Streitkräfte
Typ Teilstreitkraft
Motto Visu par Latviju
Leitung
Oberbefehlshaber der Streitkräfte Staatspräsident Lettlands
Militärischer Oberbefehlshaber Generalleutnant Raimonds Graube
Befehlshaber der Luftwaffenbasis Oberst Aivars Mežors
Insignien
Flugzeugkokarde Latvia roundel.svg
Luftfahrzeuge
Transportflugzeug/
-hubschrauber
Mil Mi-17

Die offizielle Bezeichnung für die lettische Luftwaffe ist Latvijas Gaisa spēki (Lettische Luftstreitkräfte). Die insgesamt vergleichsweise noch kleinen Streitkräfte befinden sich seit der Unabhängigkeit Lettlands 1991 im Aufbau und werden seit 1999 gezielt umstrukturiert. Dies wurde durch den Beitritt Lettlands zur NATO im Jahre 2004 beschleunigt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Anfänge nach dem Ersten Weltkrieg[Bearbeiten]

Während des Ersten Weltkriegs gelang es dem Deutschen Reich, große Teile des damaligen Russischen Reiches bis zum Kriegsende besetzt zu halten – unter anderem auch die baltischen Staaten und damit Lettland. Bei der Kapitulation im November 1918 befanden sich die deutschen Verbände quasi noch auf dem Vormarsch. Das (für die Front) unerwartete Kriegsende bewirkte, dass beim nachfolgenden Rückzug zahlreiches Kriegsgerät zurückgelassen wurde. Darunter waren auch viele Flugzeuge, die den Grundstock für die Luftstreitkräfte der im Zuge der politischen Umwälzungen nach dem Krieg unabhängig gewordenen baltischen Staaten bildeten. Eine kleine Anzahl von Flugzeugen wurde auch in den frühen 1920er-Jahren im Zuge der Abrüstung Deutschlands an die baltischen Staaten verkauft.

Die Luftstreitkräfte Lettlands, die offiziell am 7. Juni 1919 als Aviācijas Pulks gegründet wurden, bestanden somit in ihren Anfängen aus einem Sammelsurium verschiedener Flugzeuge deutscher Herkunft, von denen selten mehr als nur ein einzelnes Exemplar zur Verfügung stand.

Im Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Von den anfänglichen Kampfhandlungen des Zweiten Weltkriegs blieb Lettland unbetroffen und die Besetzung der baltischen Staaten durch die Sowjetunion erfolgte weitestgehend kampflos. Ab 1940 existierte kein eigenständiger lettischer Staat mehr und somit auch keine offiziellen lettischen Luftstreitkräfte. Jedoch gab es einige aus lettischen Piloten gebildete Einheiten innerhalb der sowjetischen Luftstreitkräfte und später auch der deutschen Luftwaffe.

Die Zeit ab 1991[Bearbeiten]

Sofort nach der Unabhängigkeit Lettlands von der Sowjetunion 1991 begannen die Pläne zur Aufstellung von Luftstreitkräften. Diese wurden offiziell am 24. Februar 1992 auf dem Flugplatz in Rīga-Spilve als Aviācijas un Pretgaisa Aizsardzības Spēki (APAS, in etwa: Luftverteidigungskräfte Lettlands) ins Leben gerufen. 1994 wurde die Hauptbasis auf den ehemaligen sowjetischen Jagdfliegerhorst in Lielvārde verlegt, wo er sich bis heute befindet. Gleichzeitig wurde beschlossen, die am 23. August 1991 gegründete lettische Nationalgarde (Latvijas Republikas Zemessardze) auch mit Lufteinheiten auszurüsten.

Den Grundstock der neuen Luftstreitkräfte bildeten Maschinen, die von Aeroflot und Latvian Airlines gekauft wurden – vor allem Flugzeuge vom Typ Antonow An-2 Colt und Hubschrauber vom Typ Mil Mi-2 Hoplite. Die Bundesrepublik Deutschland schenkte Lettland zudem in den Jahren 1993 und 1996 zwei Transportflugzeuge vom Typ Let L-410 aus den Beständen der ehemaligen Volksarmee.

Seit dem 18. August 1994 heißen die APAS offiziell Latvijas Gaisa spēki (Lettische Luftstreitkräfte). Im Jahr 2000 nahmen sie, bei einer Verringerung des Gesamtbestands, die fliegenden Einheiten der Nationalgarde auf. In dieser Zeit gestaltete sich der Bestand der Maschinen in etwa wie folgt:

Bis 1995 hatten die lettischen Luftstreitkräfte noch über weitere Flugzeuge verfügt. Diese waren aber bereits zuvor im Zuge der Rationalisierung der Streitkräfte außer Dienst gestellt worden.

Befehlshaber[Bearbeiten]

Folgende Personen waren im Laufe der Jahre die militärischen Befehlshaber der Lettischen Luftstreitkräfte:[1]

Name Dienstzeit
Rūdolfs Drillis 1919–1921
Jezups Baško 1922–1929
Arvīds Skurbe 1929–1935
Jānis Indāns bis 1937
Rūdolfs Baško 1937–1940
Kārlis Kīns 1992–1997
Ojārs Ivanovs 1997–2001
Vitālijs Viesiņš 2001–2003
Juris Maklakovs 2004–2006
Aleksandrs Stepanovs 2006–2010
Aivars Mežors seit 2010

Aufgaben und Organisation[Bearbeiten]

Aufgaben[Bearbeiten]

Auf Grund der vorhandenen Ausrüstung beschränken sich die Aufgaben der lettischen Luftwaffe auf Transport-, Verbindungs- und Partouillenflüge.

Die Verteidigung des lettischen Luftraums obliegt in erster Linie den bodengestützten Luftverteidigungs-Batterien. Seit dem Beitritt Lettlands zur NATO im Jahr 2004 patrouillieren, im Rahmen der Air Policing Baltikum, zudem Flugzeuge anderer Bündnisstaaten über dem lettischen Hoheitsgebiet.

Organisation[Bearbeiten]

Die lettische Luftwaffe gliedert sich in drei Hauptunterbereiche: die Flugstaffel (Aviācijas Eskadriļa), die Luftverteidigungs-Division und die Luftraumüberwachung.

Ausrüstung[Bearbeiten]

aktuelles Fluggerät[Bearbeiten]

Das Fluggerät der lettischen Luftwaffe setzt sich seit dem Neuaufbau im Wesentlichen aus Transport-Hubschraubern und Transportflugzeugen zusammen. Ende 2014 wurden folgende Luftfahrzeuge eingesetzt:[2]

Luftfahrzeuge Foto Herkunft Verwendung Version Aktiv Bestellt Anmerkungen
Mil Mi-8/17 Mil Mi-8 Latvian Air Force.jpg SAR & Transportaufgaben Mi-17 4

Tarnung und Hoheitszeichen[Bearbeiten]

  • Bis 1940
Historische Kokarde der Luftstreitkräfte

Die meisten Flugzeuge, die vor 1940 von den Luftstreitkräften Lettlands verwendet wurden, hatten einen einfachen dunkel- bis seegrünen Oberanstrich. Der untere Teil des Flugzeuges wurde nicht bemalt. Abweichungen von diesem Schema gab es bei den früh erworbenen Flugzeugen, von denen einige im Fabrikanstrich belassen wurden.

Das Hoheitszeichen des Luft-Regiments (der lettischen Luftwaffe) war bis 1940 ein bordeauxrotes, auf die Spitze gestelltes Hakenkreuz (Ugunskrusts) auf einem weißen Kreisgrund. Anfangs wurde es noch entgegen dem Uhrzeigersinn dargestellt, nach 1921 dann in der anderen Richtung.[3] Das Zeichen wurde so auf beiden Seiten des Rumpfes und beiden Flügelunterseiten platziert. Auf den Oberseiten wurde meistens auf den weißen Grund verzichtet und nur das dunkelrote Hakenkreuz aufgemalt.

  • Seit 1991

Das moderne Hoheitszeichen Lettlands orientiert sich an der Flagge Lettlands und besteht aus abwechselnd dunkelrot-weiß-dunkelroten Kreisen. Es wird bei Flugzeugen und Hubschraubern auf beiden Seiten des Rumpfes und bei den Flugzeugen zusätzlich auf den Unter- und Oberseiten der Flügel platziert. Zudem wird das Heckleitwerk mit einer lettischen Flagge markiert.

Die Tarnung des Fluggeräts ist bei den modernen Luftstreitkräften vielfältiger als vor 1940. In den ersten Jahren wurden die Hubschrauber vorwiegend mit einem Anstrich aus unregelmäßigen Tarnflecken aus zwei unterschiedlich hellen Grüntönen und einem Hellbraunton versehen. Die Transportmaschinen vom Typ Let L-410 hatten einen mittelgrün-hellbraunen Oberanstrich in unregelmäßigen Tarnstreifen. Die Unterseite war hellgrau gehalten.

Sonstige Ausrüstung[Bearbeiten]

Nach eigenen Angaben verfügen die Luftstreitkräfte darüber hinaus über folgende Ausrüstung zur Luftraumüberwachung und Luftabwehr:[4]

Radar

  • TPS-117 - 3D Radar
  • ASR-7 - 2D Radar
  • PS-70

Luftabwehr

  • RBS-70 - Kurzstrecken-Boden-Luft-Lenkwaffensystem

Siehe auch[Bearbeiten]

Literaturverweise[Bearbeiten]

  • Richard Humberstone (ed): Latvian Air Force 1918–1940. Blue Rider Publishing, London 2000, ISBN 1-902851-04-8 (englisch).
  • Karlis Irbitis: Of Struggle and Flight. Canada's Wings Inc., Stittsville, Ontario 1986, ISBN 0-920002-36-6 (englisch).
  • Elmars Pelkavs (ed): Policy of Occupation Powers in Latvia. Riga 1999, ISBN 9984-675-05-X (englisch).
  • Dr. Christian Möller: Die Einsätze der Nachtschlachtgruppen 1, 2 und 20 an der Westfront von September 1944 bis Mai 1945 – Mit einem Überblick über Entstehung und Einsatz der Störkampf- und Nachtschlachtgruppen der deutschen Luftwaffe von 1942 bis 1944. Dissertation (358 S., 196 Abb.), Aachen 2008, ISBN 978-3-938208-67-0.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Latvijas Gaisa spēki – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vēsture (lettisch)
  2. World Air Forces 2015 (PDF; 3,7 MB) (Memento vom 19. Dezember 2014 im Internet Archive)
  3. Richard Humberstone: Latvijas Gaisaspeki – die lettische Luftwaffe gestern und heute. In: Flieger Revue Extra Nr. 8. Möller, 2005. ISSN 094//889X. S. 33
  4. Tehnika, abgerufen am 27. Juni 2015 (lettisch)