Leuchtturm Bülk

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Leuchtturm Bülk
Leuchtturm Bülk im Mai 2014
Leuchtturm Bülk im Mai 2014
Ort: Strande
Lage: Nordwestufer der Kieler Förde
Geographische Lage: 54° 27′ 18,8″ N, 10° 11′ 50,2″ OKoordinaten: 54° 27′ 18,8″ N, 10° 11′ 50,2″ O
Feuerträgerhöhe: 25,6 m
Feuerhöhe: 29,5 m
Leuchtturm Bülk (Schleswig-Holstein)
Leuchtturm Bülk
Kennung: Blz. w. r. gn. 3 s
Blz. 3 s = 0,7 + (2,3) s
Tragweite weiß: 16 sm (29,6 km)
Optik: Hochvolt-Halogenglühlampe, 120 V, 600 W
Betriebsart: elektrisch
Funktion: Orientierungs- und Warnfeuer
Bauzeit: 1862–1865
Betriebszeit: seit 1865
Internationale Ordnungsnummer: C 1216

Der Leuchtturm Bülk steht an der äußersten westlichen Landspitze der Kieler Förde, auf dem Gebiet der Gemeinde Strande in Schleswig-Holstein. Der Bülker Leuchtturm ist der älteste Leuchtturm an der Kieler Förde. Er dient als Orientierungsfeuer für die Zufahrt zur Förde. Mit einem roten Warnsektor markiert er die Untiefe Stollergrund.[1] Der Leuchtturm ist ein beliebtes Ausflugsziel.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Laterne mit der 2013 installierten Radaranlage.

Auf der Bülker Huk wurde von Dänen bereits 1807 ein Lotsen- und Leuchthaus errichtet. Im Turm befanden sich sechs Argand-Lampen mit Hohlspiegeln als Reflektoren, die jedoch erst nach Kriegsende 1815 in Betrieb genommen werden konnten.[2] 1843 zerstörte ein Blitzschlag den Turm,[3] als Ersatz entstand 1844 ein 16 m hoher Turm mit einem Drehlinsenfeuer.[2]

Der Bau des heutigen Leuchtturms wurde 1862 von Dänen begonnen, konnte aber wegen des Deutsch-Dänischen Krieges erst 1865 von Preußen fertiggestellt werden. Der Turm war damals weiß und hatte ein rotes Band. Als Optik befand sich in der Laterne eine Gürtellinse.[2]

Schon kurz nach der Inbetriebnahme reichte der Bülker Leuchtturm nicht mehr aus, um die Seefahrt in der Kieler Förde zu sichern. 1892 wurde deshalb zusätzlich ein Feuerschiff an den Eingang der Kieler Förde ausgelegt.[4]

1910 wurde die Gürtelleuchte durch eine vierfeldrige Scheinwerferoptik ersetzt.[2] In den Jahren bis 1969 diente der Leuchtturm als Leitfeuer. Von 1969 bis 1970 wurde der Leuchtturm zu einem Orientierungsfeuer umgebaut und wieder eine Gürtelleuchte eingesetzt.[2] Der Turm wurde mit Asbestzementplatten verkleidet, erhielt ein schwarzes Band und wurde um knapp zwei Meter zurückgebaut.

Seit diesem letzten Umbau ist auch kein Leuchtfeuerwärter mehr am Bülker Leuchtturm beschäftigt. Zuvor lebten dort drei Leuchtfeuerwärter, die im Schichtbetrieb arbeiteten und mit ihren Familien vor Ort lebten.[5]

Seit Anfang 2013 ist über der Laterne des Leuchtturmes eine Radar-Anlage installiert, die das Aussehen des Turmes verändert hat.

Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bülker Leuchtturm hat eine Gesamthöhe von 25,60 Meter. Die untere Plattform, die für Besucher zugänglich ist, befindet sich in 22 m Höhe. Die Gürtelleuchte besteht seit 1999 aus einer 120 V Hochvolt-Halogenglühlampe mit 600 Watt Leistung. Die Lampe ist mit der Kennung Blz. 3 s = 0,7 + (2,3) s getaktet. Die Nenntragweite des Feuers beträgt für weißes Licht ca. 16 Seemeilen.[1]

Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Leuchtturm ist noch in voller Funktion und wird durch die Verkehrszentrale des Wasser- und Schifffahrtsamtes Lübeck in Travemünde ferngesteuert und überwacht.[5] Im Leuchtturm befindet sich eine Bildergalerie. Im Volksmund wird der Turm auch Hein Bülk genannt. Die Aussichtsplattform ist zugänglich für Besucher.

In den Gewässern vor Bülk wurde 2009 das Wrack des dort im Jahr 1715 versenkten schwedischen Linienschiffs Prinsessan Hedvig Sophia identifiziert.

Aussicht vom Turm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Leuchtturm Bülk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Wasser- und Schifffahrtsamt Lübeck, Leuchtturm Bülk, abgerufen am 18. Dezember 2007
  2. a b c d e www.deutscheleuchtfeuer.de, Bülk, abgerufen am 18. Dezember 2007
  3. strande.de Historie, abgerufen am 18. Dezember 2007
  4. Pieper-Wöhlk H, Wöhlk D, Leuchttürme und Feuerschiffe an der Kieler Förde: Feuerschiff Bülk, abgerufen am 18. Dezember 2007
  5. a b www.leuchtturm-buelk.de, Geschichte, abgerufen am 18. Dezember 2007