Leuchtturm Dornbusch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Leuchtturm Dornbusch
Leuchtfeuer Dornbusch, Juni 2016
Leuchtfeuer Dornbusch, Juni 2016
Ort: Wappen Hiddensee.svg Hiddensee auf der Schluckswiek
mev
Flag of Mecklenburg-Western Pomerania.svgMecklenburg-Vorpommern
Deutschland
Flag of Germany.svgDeutschland
Lage: Insel Hiddensee
Geographische Lage: 54° 35′ 56,8″ N, 13° 7′ 9,9″ OKoordinaten: 54° 35′ 56,8″ N, 13° 7′ 9,9″ O
Seekarte
Fahrwasser: Ostsee[1]
Leuchtturm Dornbusch (Mecklenburg-Vorpommern)
Höhe Turmbasis: 70 m ü. NHN
Turmhöhe: 27,5 m (90,2 ft)
Feuerhöhe: 94,7 m (310,7 ft)
Bauart: Mauerziegel, ursprünglich als Rundturm
Bauform: 12-seitig betonummantelter Turm mit Galerie und Laternenhaus
Tageslicht-
Markierung:
Turmkörper weiß, Laternendach rot
Kennung: Fl.WR.10s (0,8 s hell, 9,2 s dunkel)
Nenntragweite weiß: 24.9 sm (46,1 km)
Nenntragweite rot: 21.3 sm (39,4 km)
Optik: Fresnellinsen Halogenmetalldampflampe 2 kW / 380 V
Funktion: See- und Warnfeuer
Bauzeit: 1887 – 1888, 1927 12 seitige Ummauerung
Betriebszeit: seit 1888[2]
Listeneinträge
UKHO: C 2588[3]
NGA: 5864
ARLHS: FED-026
BSH: DE-216200

Denkmalliste: Denkmalplakette Deutschland.svg LT Dornbusch-00378[4]
Betreiber: WSA Ostsee[5]
Besichtigung: nach umfangreicher Sanierung seit 1994 öffentlich begehbar

Mit Leuchtturm Dornbusch wird der Leuchtturm mit der amtlichen Bezeichnung Leuchtfeuer Dornbusch/Hiddensee auf der Insel Hiddensee in Mecklenburg-Vorpommern bezeichnet und gehört seit 2005 zum Amt West-Rügen mit Sitz in der Gemeinde Samtens. Begrenzt wird die Insel durch den Schaproder Bodden und Vitter Bodden im Osten, den Gellenstrom (die Fahrrinne nach Stralsund) im Süden und die offene Ostsee nach Westen und Norden.

Der Leuchtturm steht auf dem rund 70 Meter hohen Schluckswiek[6][7] oder Schluckwieksberg im Dornbusch, dem Hochland im Norden der Insel.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erst nach der endgültigen Befreiung Europas und dem Sturz Napoleons kam es in Preußen mit dem Deutschen Bund zur Bildung eines lockeren Bündnisses von Staaten. Unter der Leitung von Peter Beuth auf der „Stelle eines vortragenden Raths bei der General Verwaltung für Gewerbe und Handel“[8] wurde eine umfangreiche Befeuerung der preußischen Küste begonnen. Nach der Turmerhöhung Memel (1819) wurden neu erbaut Rixhöft (1822), Arcona (1824), Hela (1826) und Jershöft (1830).[9] In der nachfolgenden Zeit bis zur Jahrhundertwende sind weit mehr als 20 Seefeuer an der deutschen Küste in Dienst gestellt worden.[10]

Technisches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Leuchtturm wurde in den Jahren 1887/1888 als runder Turm als Ziegelbau auf einem zwölfeckigen Felssteinfundament errichtet. Die Inbetriebnahme erfolgte am 19. November 1888. Bereits wenige Jahre nach der Fertigstellung fing das äußere Verblendmauerwerk zu verwittern und wurde mehrfach erfolglos saniert. Er wurde 1927 umgebaut und durch Torkretierarbeiten mit einem Stahlbetonmantel versehen. Der Turm ist 27,5 m hoch und hat eine Feuerhöhe von 94,7 m über Mittelwasser der Ostsee. Die Aussichtsgalerie befindet sich in 20 Meter Höhe. Sein Leuchtfeuer, ein Sektorenfeuer, hat folgende Sichtweiten: weiß 24,9 Seemeilen (45 Kilometer) und rot 21,3 Seemeilen (38 Kilometer). Die Kennung ist 0,8 Sekunden hell, 9,2 Sekunden dunkel (Blitz-Feuer). Im Beleuchtungsapparat strahlt als Lichtquelle eine Halogenmetalldampflampe.

Der Leuchtturm steht unter Denkmalschutz und wurde als Baudenkmal in die Kreisdenkmalliste des Landkreises Vorpommern-Rügen aufgenommen.[4]

Die Verantwortlichkeit für den Leuchtturm (Wartung und Unterhaltung) liegt seit 2020 beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Ostsee[5]

Walter Hoerenz war bis 1998 nicht nur der letzte Leuchtturmwärter des Leuchtturms Dornbusch, sondern auch der letzte im vereinigten Deutschland.[11]

Besichtigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Leuchtturm kann seit 1994 über 102 Stufen bestiegen werden. Damit es oben nicht zu eng wird, können ihn nur 15 Besucher gleichzeitig besichtigen. Für eine Besichtigung gilt ein Mindestalter von sechs Jahren. Ab Windstärke 6 bleibt der Turm aus Sicherheitsgründen geschlossen.

Philatelistische Würdigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Briefmarke, die den Leuchtturm Dornbusch zeigt, erschien am 13. Mai 1975 von der Deutschen Post der DDR. Die Marke gehört zur Serie Leuchttürme, Leit-, Leucht- und Molenfeuer[12] (Mi.Nr.2048) mit dem Wert von 25 Pfennig. Der Entwurf stammt vom Grafiker Jochen Bertholdt aus Rostock. Die Auflage betrug 5,5 Millionen Stück.

Am 2. Juli 2009 gab die Deutsche Post eine Sonderbriefmarke[13] (Mi.Nr.2743) mit dem Bild des Leuchtturms Dornbusch im Wert von 55 Eurocent in der Serie Leuchttürme heraus. Der Entwurf dieser Marke der Briefmarkenserie Leuchttürme stammt, wie alle bisherigen Briefmarken der Serie, vom Grafiker Professor Johannes Graf aus Dortmund nach fotografischer Vorlage vom Wissenschaftsfotograf Reinhard Scheiblich aus Norderstedt. Die Ausgabe erfolgte in einer Auflage von 10,96 Millionen Stück.

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Seefeuer [Leuchtthürme und Leuchtschiffe] der Deutschen Küsten und diejenigen Binnen- und Einsegelungsfeuer, welche mit Fresnel’schen Apparaten oder Fresnel’schen Laternen ausgerüstet sind von Ludwig Alexander Veitmeyer. Mit einer Karte. Als Manuscript gedruckt. Ernst & Korn, Berlin 1889. Seefeuer der Deutschen Küsten, Leuchtturm Hela - Seite 12 u. 41
  • Leuchtfeuer und Leuchtapparate. Historisch und konstruktiv dargelegt von Ludwig Alexander Veitmeyer. M. Geitel [Hrsg.], Oldenbourg-Verlag, München und Leipzig 1900 (Reprint-Verlag AG Leipzig 2005. 154 Seiten ISBN 978-3-8262-2202-3).
  • Bruchmüller: Der Umbau des Leuchtturms Dornbusch auf der Insel Hiddensee. In: Die Bautechnik, 9. Jahrgang, Heft 12 (17. März 1931), S. 156–161.
  • Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt: Leuchttürme der deutschen Küsten auf Briefmarken. Infoschrift mit Stand Juni 2021 (Druckschrift, PDF 6,32 MB)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Leuchtturm Dornbusch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Russ Rowlett: Lighthouses of Germany: Vorpommern (englisch) In: The Lighthouse Directory. University of North Carolina at Chapel Hill.
  2. Dt.Dig Biblio Leuchtfeuer Dornbusch auf Hiddensee
  3. Registrierungen:
  4. a b Auszug Kreisdenkmalliste. (PDF; Stand 11/2018, Seite 1) In: https://www.lk-vr.de/Kreisportrait/Denkmale/Denkmalliste LK Vorpommern-Rügen. Abgerufen am 31. Oktober 2022.
  5. a b WSA Ostsee - Startseite. In: wsa-ostsee.wsv.de. 29. September 2021, abgerufen am 5. Oktober 2022.
  6. Topographische Karte 1:25.000 1444 Vitte
  7. Birgit Toussaint, Frank Toussaint, Matthias Hünsch: Leuchttürme an der Deutschen Ostseeküste. Edition Maritim, 2009, ISBN 978-3-89225-616-8.
  8. GStA PK I. HA Rep. 120 A I 3 Nr. 2, fol. 3 r
  9. Leuchtfeuer und Leuchtapparate. Historisch und konstruktiv dargelegt von L. A. Veitmeyer. M. Geitel [Hrsg.]. Oldenbourg-Verlag, München und Leipzig 1900 (Reprint-Verlag AG Leipzig 2005. Seite 45–47. ISBN 978-3-8262-2202-3).
  10. Die See-Feuer (Leuchtthürme und Leuchtschiffe) der deutschen Küsten und diejenigen Binnen- und Einsegelungsfeuer, welche mit Fresnel'schen Apparaten oder Fresnel'schen Laternen ausgerüstet sind (Karte von 1889), auf dibiki.ub.uni-kiel.de
  11. 1986-Letzter Leuchtturmwärter muss gehen - Der Letzte macht das Licht aus. Norddeutscher Rundfunk, abgerufen am 19. November 2020.
  12. In Briefmarken DDR-1975
  13. In: Leuchttürme Briefmarken Katalog-2009