Leukotrienrezeptor-Antagonist

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Leukotrienrezeptor-Antagonisten (LTRA), auch als Leukotrienantagonisten (LRA) oder Antileukotriene bezeichnet, werden in der Asthma-Therapie eingesetzt.[1] Sie bilden eine eigene Medikamentenklasse bzw. Wirkstoffgruppe.

Einsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten können bei der Therapie von leichtem bis mittelschwerem Asthma alternativ zu Kortisonbehandlungen zum Einsatz kommen, sind jedoch teilweise weniger wirksam.[2] Bei chronischem Asthma werden sie als Anfallsvorbeugung eingesetzt. Des Weiteren kommen sie bei der Therapie der Rhinitis allergica zur Anwendung.

Sie können zur Minderung der Kortisonbelastung der Patienten eine Kortisonbehandlung ergänzen (Additiv zu Kortikosteroiden und Placebo).

Wirkweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

LTRA binden an die Leukotrienrezeptoren (LTD4-Rezeptoren) im Lungensystem an und hemmen kompetitiv die Bindung von Leukotrienen an ihren Rezeptor in den Bronchien und die Aktivität von Cysteinylleukotrienen. Leukotriene bzw. Cysteinylleukotriene sind Entzündungsmediatoren, die an der Entstehung der Entzündung bei Asthma bronchiale beteiligt sind und auf die Atemwege bronchokonstriktiv (verengend) wirken und damit die Lungenfunktion verschlechtern.

Substanzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Substanzen können der Wirkstoffklasse zugeordnet werden:

In Deutschland ist 2005 nur Montekulast zugelassen und verfügbar.[4] Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat 2005 das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen mit der Nutzenbewertung verschiedener in der Asthma-Therapie zugelassener Medikamente beauftragt. Dabei wurde der Einsatz von Montekulast allein oder in Kombination mit anderen Medikationen untersucht.[5]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Cochrane Central Register of Controlled Trials (CENTRAL)
  • Excerpta Medica Database (EMBASE)
  • Medical Literature Analysis and Retrieval System Online (MEDLINE)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. J. P. Scott, M. Peters-Golden: Antileukotriene agents for the treatment of lung disease. In: American journal of respiratory and critical care medicine. Band 188, Nummer 5, September 2013, ISSN 1535-4970, S. 538–544, doi:10.1164/rccm.201301-0023PP, PMID 23822826.
  2. C. H. Fanta: Asthma. In: The New England journal of medicine. Band 360, Nummer 10, März 2009, ISSN 1533-4406, S. 1002–1014, doi:10.1056/NEJMra0804579, PMID 19264689.
  3. Ärzteblatt - Leukotrien-Rezeptor-Antagonist: Eine neue Option für Asthma-Patienten
  4. Eintrag zu Leukotrienantagonist im Flexikon, einem Wiki der Firma DocCheck, abgerufen am 8. Februar 2015.
  5. Berichtsplan des IQWIG von 2005, aufgerufen 8. Februar 2015