Leutschach an der Weinstraße

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Leutschach an der Weinstraße
Wappen Österreichkarte
Wappen von Leutschach an der Weinstraße
Leutschach an der Weinstraße (Österreich)
Leutschach an der Weinstraße
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Leibnitz
Kfz-Kennzeichen: LB
Hauptort: Leutschach
Fläche: 75,74 km²
Koordinaten: 46° 40′ N, 15° 28′ OKoordinaten: 46° 40′ 1″ N, 15° 28′ 4″ O
Höhe: 352 m ü. A.
Einwohner: 3.735 (1. Jän. 2017)
Postleitzahlen: 8463, 8452, 8453, 8454, 8462
Vorwahl: 03454
Gemeindekennziffer: 6 10 54
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Arnfelser Straße 1
A-8463 Leutschach
Website: www.leutschach-weinstrasse.gv.at
Politik
Bürgermeister: Erich Plasch[1] (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(21 Mitglieder)
17
2
2
17 
Von 21 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Leutschach an der Weinstraße im Bezirk Leibnitz
Allerheiligen bei Wildon Arnfels Ehrenhausen an der Weinstraße Empersdorf Gabersdorf Gamlitz Gleinstätten Gralla Großklein Heiligenkreuz am Waasen Heimschuh Hengsberg Kitzeck im Sausal Lang Lebring-Sankt Margarethen Leibnitz Leutschach an der Weinstraße Oberhaag Ragnitz Sankt Andrä-Höch Sankt Georgen an der Stiefing Sankt Johann im Saggautal Sankt Nikolai im Sausal Sankt Veit in der Südsteiermark Schwarzautal Straß in Steiermark Tillmitsch Wagna Wildon SteiermarkLage der Gemeinde Leutschach an der Weinstraße im Bezirk Leibnitz (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Blick auf Leutschach

Leutschach an der Weinstraße ist seit 2015 eine Gemeinde mit 3735 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Bezirk Leibnitz in der Steiermark.

Leutschach an der Weinstraße entstand im Rahmen der Gemeindestrukturreform in der Steiermark[2] aus den mit Ende 2014 aufgelösten Gemeinden Leutschach, Schloßberg, Eichberg-Trautenburg und Glanz an der Weinstraße.[3] 2015 bezog die Verwaltung der Gemeinde das renovierte Amtshaus.

Mit insgesamt 732 ha Weinbaufläche ist der Ort die größte weinbautreibende Gemeinde der Steiermark [4] (entspricht gut 17 % der Weinbaufläche der Steiermark). Durch den Hopfenanbau auf ca. 95 ha rund um Leutschach (= größtes Hopfenanbaugebiet Österreichs) ist Leutschach an der Weinstraße gleichzeitig die einzige Hopfen- und Weinbaugemeinde in Österreich.[5]

Die Gemeinde bildet gemeinsam mit Ehrenhausen an der Weinstraße, Arnfels, Oberhaag und Straß in Steiermark den Tourismusverband „Die Südsteirische Weinstraße“.[6]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende zehn Ortschaften und gleichnamige Katastralgemeinden (Einwohner Stand 1. Januar 2015[7]; Fläche 2016[8]):

  • Eichberg-Trautenburg (579 Ew.; 1.420,68 ha)
  • Fötschach (623 Ew.; 541,86 ha)
  • Glanz (190 Ew.; 576,65 ha)
  • Großwalz (129 Ew.; 739,77 ha)
  • Kranach (191 Ew.; 701,28 ha)
  • Langegg (96 Ew.; 89,38 ha)
  • Leutschach (551 Ew.; 110,88 ha)
  • Pößnitz (477 Ew.; 1.190,93 ha)
  • Remschnigg (248 Ew.; 1.019,07 ha)
  • Schloßberg (651 Ew.; 1.172,75 ha)

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sankt Johann im Saggautal Großklein
Gamlitz
Arnfels

Oberhaag
Nachbargemeinden
Kungota (Slowenien)
Podvelka (Slowenien)
Selnica ob Dravi (Slowenien)
Maribor (Slowenien)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1250 wurde der Name Leutschach erstmals urkundlich erwähnt als Liubschach. 1458 verlieh Kaiser Friedrich III. dem Ort das Marktrecht und die eigene Gerichtsbarkeit.

Leutschach entstand 1850 aus dem Werbbezirk Trautenburg und war damals wesentlich größer. Sie wurde 1882 in die Gemeinden Markt Leutschach, Glanz, Schloßberg und Eichberg-Trautenburg aufgeteilt.

Durch die Gemeindestrukturreform der Steiermark endete nach 132 Jahren die Eigenständigkeit der vier Gemeinden.

Bürgermeister von 1860 bis 1882[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1850–1852 Josef Ludwig Bayer, Gutsbesitzer zu Amthofen
1852–1859 Ignaz Strohmeier
1859–1861 Philip Dreu
1861–1867 Alois Heu, Kaufmann
1867–1870 Ferdinand Hirzer, Bäcker
1870–1873 Johann Grabner
1873–1876 Alois Kniely, Gastwirt und Bäcker
1876–1882 Ferdinand Hirzer, Johann Brand und Johann Zaunschirm
1882–1883 Josef Hartnagel, Lederer

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erich Plasch wurde im Juni 2015 zum Bürgermeister der neu formierten Gemeinde gewählt.[1] Plasch war bereits bis 31. Dezember 2014 Bürgermeister der Marktgemeinde Leutschach. In der Zeit von 1. Jänner 2015 bis zur konstituierenden Sitzung führte Reinhold Elsnig als Regierungskommissär die Geschäfte der Fusionsgemeinde.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 21 Mitgliedern. Nach dem Ergebnis der Gemeinderatswahl 2015 setzt sich dieser wie folgt zusammen:

Die Bürgerinitiative Rebenland und Die Grünen schafften nicht den Einzug in den Gemeinderat.

Die letzten Gemeinderatswahlen brachten folgende Ergebnisse:
Partei 2015 2010
Großgemeinde Leutschach Eichberg Glanz Schloßberg
Stimmen  % Mandate St.  % M. St.  % M. St.  % M. St.  % M.
ÖVP 1949 74 17 324 85 8 456 77 7 798 82 13 610 74 11
SPÖ 0258 10 02 058 15 1 129 22 2 180 18 02 212 26 04
FPÖ 0243 09 02 nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert
Die Grünen 0070 03 00 nicht kandidiert 009 02 0 nicht kandidiert nicht kandidiert
Bürgerinitiative Rebenland 0101 04 00 nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert
Wahlberechtigte 3.174 458 677 1.171 926
Wahlbeteiligung 83 % 85 % 88 % 86 % 90 %

Wirtschaft, Verkehr und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leutschach an der Weinstraße ist die größte Weinbaugemeinde der Steiermark und somit ein wichtiges Zentrum des steirischen Weinbaus. Dazu ist der Tourismus, der sich in den letzten Jahrzehnten immer stärker entwickelte, die Haupteinnahmequelle der vielen Betriebe.

Leutschach ist außerdem das zweitgrößte Hopfenanbaugebiet Österreichs. Der hochwertige Hopfen wird in den steirischen Brauereien zu geschätzten Spezialbieren verarbeitet.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1910 war geplant, eine Eisenbahn von Marburg über den Pößnitzberg, das Pößnitz-, Saggau- und Sulmtal nach Leibniz zu führen. Das Projekt scheiterte dann durch den Beginn des Ersten Weltkriegs.

Verkehrsmäßig sind die einzelnen Katastralgemeinden und Ortschaften heute großteils durch den Individualverkehr gut erschlossen (271,7 km Gemeindestraßen). Öffentliche Buslinien verbinden Leutschach mit den Nachbargemeinden und der Bezirkshauptstadt Leibnitz. Die nächsten Bahnhöfe befinden sich in Ehrenhausen und Leibnitz.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Wohnsitzgemeinde bietet der Ort alle wichtigen Versorgungseinrichtungen sozialer und wirtschaftlicher Art. Drei Allgemeinmediziner, eine Fachärztin für Zahnheilkunde, eine Apotheke und eine Zweigstelle des Roten Kreuzes umfasst die medizinische Versorgung.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bildungseinrichtungen der Großgemeinde umfassen zwei Kindergärten (Leutschach und Langegg), die Kinderbetreuungseinrichtung Lachtraube, zwei Volksschulen (Leutschach und Langegg) und die NMS Leutschach.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Leutschach an der Weinstraße

Kultur, Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viele Vereine (Musikverein Rebenland Leutschach, Kirchenchor, Brauchtumsvereine, Volkstanzkreis) tragen zu einer guten Kulturarbeit bei. Zahlreiche Veranstaltungen wie Erntedankumzug, Faschingsumzug, Kirchenkonzerte, Adventkonzerte, Weihnachtsfeiern, Fronleichnamsprozession, Osterprozession, Kirchweihfest oder die Wallfahrt nach Heiligengeist am Pfingstsonntag gestalten das laufende Brauchtumsjahr.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Rebenland-Chronik: Die gemeinsame Geschichte der vier Gemeinden Eichberg-Trautenburg, Glanz an der Weinstraße, Leutschach und Schlossberg (2004), ISBN 3-902344-05-9
  • Amalia Schwaiger: Heimatbuch Leutschach.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Leutschach an der Weinstraße – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Gemeinde Leutschach an der Weinstraße: Gemeindevorstand, abgerufen am 30. Mai 2015
  2. Steiermärkische Gemeindestrukturreform.
  3. Kundmachung der Steiermärkischen Landesregierung vom 21. November 2013 über die Vereinigung der Marktgemeinde Leutschach und der Gemeinden Eichberg-Trautenburg, Glanz an der Weinstraße und Schloßberg, alle politischer Bezirk Leibnitz. Steiermärkisches Landesgesetzblatt vom 6. Dezember 2013. Nr. 154, 35. Stück. ZDB-ID 705127-x. S. 683.
  4. Startseite | LK Steiermark. Abgerufen am 18. August 2017.
  5. Hopfen aus der Steiermark weiterhin in heimischem Bier | Landwirtschaftskammer - Presse. Abgerufen am 18. August 2017.
  6. Südsteirische Weinstraße: Südsteirische Weinstraße: Home. Abgerufen am 18. August 2017 (deutsch).
  7. Einwohner nach Ortschaften (Excel-Datei, 766 KB); abgerufen am 29. Juli 2015
  8. Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen, Regionalinformation, Stichtag 31. Dezember 2016, abgerufen 19. Februar 2017
  9. Schlossbergwarte am Montikogel auf der Webseite der Marktgemeinde Leutschach an der Weinstraße