Schlebusch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Leverkusen-Schlebusch)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Schlebusch (Begriffsklärung) aufgeführt.

51.039027.0525467Koordinaten: 51° 2′ 20″ N, 7° 3′ 9″ O

Schlebusch
„In Silber (Weiß), ein durch einen roten Ring von unten nach oben gezogener grüner Wolfshaken.“
Höhe: 67 m
Fläche: 10,31 km²
Einwohner: 26.149 (31. Mai 2013)
Eingemeindung: 1930
Postleitzahl: 51375
Vorwahl: 0214
Karte

Lage von Schlebusch in Leverkusen

Schlebusch ist ein Stadtteil der Stadt Leverkusen. Auf einer Fläche von 1031 ha[1] hat er 26.149 Einwohner (31. Mai 2013), die Bevölkerungsdichte beträgt 2536 Einwohner pro km².[2]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Der Stadtteil liegt im Südosten der Stadt und grenzt an Steinbüchel, Alkenrath, Manfort, Bergisch Gladbach-Schildgen und Köln-Dünnwald. Zu Schlebusch gehören auch die beiden Wohngebiete Waldsiedlung und Leimbacher Berg sowie die ländlichen Dörfer Edelrath bzw. Neuenhaus, Hummelsheim und Uppersberg. Eine neue Wohnsiedlung entsteht auf dem Gelände, das als „Bullenwiese“ bekannt ist. Durch die Lage im Bergischen Land und der früher hauptsächlich landwirtschaftlichen Nutzung vermittelt der Stadtteil eher den Flair eines kleinen, beschaulichen Dorfs. Durch seine ruhige und idyllische Lage gilt Schlebusch auch als eine beliebte und gute Wohngegend. So finden sich hier noble Wohnsiedlungen, in denen viele Führungskräfte der Bayer AG und Lanxess AG wohnen.

Geschichte[Bearbeiten]

Bürgermeisterei Schlebusch (rechts) um 1820. Die Grenzen Schlebuschs blieben bis 1929 weitgehend unverändert.

Schlebusch wurde im Jahre 1135 erstmals urkundlich erwähnt. Es gehörte seit dem Mittelalter dem Amt Miselohe im Herzogtum Berg an. 1795 wurde Schlebusch von französischen Revolutionstruppen besetzt. Es entstand die Mairie Schlebusch, die zum Kanton Opladen gehörte. Der Kanton Opladen wiederum war ein Teil des Arrondissement Düsseldorf im Departement Rhin im Großherzogtum Berg. 1815 wurde die preußische Bürgermeisterei Schlebusch gebildet, die zunächst zum Kreis Opladen und seit 1819 zum Kreis Solingen im Regierungsbezirk Düsseldorf gehörte. Die Bürgermeisterei umfasste auch wesentliche Gebiete der heutigen Stadtteile Alkenrath, Lützenkirchen, Quettingen und Steinbüchel sowie die heute zu Burscheid gehörenden Ortsteile Dürscheid und Hamberg. 1820 schied Wiesdorf aus der Bürgermeisterei Schlebusch aus. 1927 wurde die Bürgermeisterei Schlebusch in Amt Schlebusch umbenannt, die ab 1929 dem neuen Kreis Solingen-Lennep angehörte. Am 1. April 1930 bildete das Amt Schlebusch - allerdings ohne Lützenkirchen - zusammen mit der Stadt Wiesdorf sowie dem Amt Rheindorf und der Gemeinde Steinbüchel die Stadt Leverkusen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Marktplatz Schlebusch; im Hintergrund die Kirche St.Andreas

Schlebusch ist nach Wiesdorf und Opladen das dritte Zentrum Leverkusens. Mittelpunkt Schlebuschs ist die Anfang der 1990er zur Fußgängerzone umgewandelte Bergische Landstraße mit zahlreichen Geschäften.

Alljährlich findet am Fronleichnams-Wochenende ein großes Schützen- und Volksfest im Wuppermannpark, auf dem Marktplatz und am Schützenplatz statt. Am Karnevalssamstag zieht sich der „Schull- un Veedelzoch“ durch den Stadtteil.

Weiterhin verfügt Schlebusch über einen traditionsreichen Fußballverein, den SV Schlebusch 1923 e.V., und zwei Schachvereine, die Schachfreunde Schlebusch und den Schachverein Fideler Bauer.

Der 1886 gegründete Männer Gesang Verein Loreley-Schlebusch e. V. ist durch Konzertreisen über die Grenzen des Ortes hinaus bekannt. Er verstärkt durch seine Konzerte das gesellschaftliche Leben in Schlebusch.

Im Frühjahr 2005 wurde in der ehemaligen Sensenfabrik H.P. Kuhlmann Söhne das Industriemuseum Freudenthaler Sensenhammer eröffnet. Träger des „lebendigen“ Industriemuseums ist der Förderverein Freudenthaler Sensenhammer e.V. In der Dauerausstellung werden an den originalen Arbeitsplätzen die wichtigsten Schritte der Sensenherstellung erläutert, darüber hinaus gibt es regelmäßig Sonderausstellungen. In der Schmiedehalle finden Konzerte, Theaterabende und andere kulturelle Veranstaltungen statt. [3]

Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

DB-Bahnhof Schlebusch in Manfort

Schlebusch ist über die Autobahnausfahrt Leverkusen der Bundesautobahn 3 zu erreichen. Weiterhin führt die Bundesstraße 51 (Bremen-Köln-Saarland) quer durch Schlebusch, auf der auch die Buslinie 260 von Remscheid kommend über Schlebusch nach Köln-Deutz und Köln-Hauptbahnhof fährt.

Der Stadtteil liegt in der Nähe der Bahnstrecke Gruiten–Köln-Deutz. Der von der Deutschen Bahn AG als Leverkusen-Schlebusch bezeichnete Bahnhof liegt allerdings in Manfort. Dies hat historische Gründe: da es den Stadtteil Manfort bei Errichtung des Bahnhofes noch nicht gab, wurde der Name der nächstgelegenen Ortschaft verwendet. Versuche, eine Umbenennung des Bahnhofes zu erreichen, scheiterten mit Hinblick auf die entstehenden Kosten an der Deutschen Bahn.

Darüber hinaus verfügt Schlebusch über die einzige Stadtbahn-Haltestelle Leverkusens: Die Linie 4 der Kölner Verkehrs-Betriebe endet an der Haltestelle Schlebusch am Rande der Waldsiedlung, unmittelbar an der Stadtgrenze zu Köln-Dünnwald auf Kölner Stadtgebiet. Bei Fahrten ab Schlebusch gilt deshalb schon der Stadt-Kölner Tarif. Von 1928 bis 1958 führte diese Bahnlinie als Vorortbahn (Linie S) bis zur Reuterstraße in Schlebusch. Die Strecke war von den Mülheimer Kleinbahnen AG erbaut worden.

Einrichtungen[Bearbeiten]

Klinikum Leverkusen in Schlebusch

In Schlebusch befinden sich das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, die Gesamtschule Schlebusch, sowie diverse Grundschulen und Kindergärten.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Schlebusch in Zahlen. Abgerufen am 19. Juni 2013.
  2. Schlebusch. Abgerufen am 19. Juni 2013.
  3. Bernd Imgrund, Nina Osmers: 111 Orte im Kölner Umland, die man gesehen haben muss, Verlag Emons, Köln, 2010, ISBN 978-3-89705-777-7, Ort 67

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Leverkusen-Schlebusch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien