Levier

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Levier
Levier (Frankreich)
Levier
Region Bourgogne-Franche-Comté
Département Doubs
Arrondissement Pontarlier
Kanton Frasne
Gemeindeverband Altitude 800
Koordinaten 46° 57′ N, 6° 7′ OKoordinaten: 46° 57′ N, 6° 7′ O
Höhe 679–901 m
Fläche 44,34 km2
Einwohner 2.143 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 48 Einw./km2
Postleitzahl 25270
INSEE-Code
Website www.levier.fr

Mairie Levier

Levier ist eine Gemeinde im französischen Département Doubs in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Sie gehört zum Kanton Frasne im Arrondissement Pontarlier. Bis 2015 war sie Hauptort des Kantons Levier

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Levier liegt auf 718 m über dem Meeresspiegel, etwa 19 km westnordwestlich der Stadt Pontarlier (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich im Jura, inmitten des weiten Hochplateaus von Levier, das zum zweiten Plateau des Juras gehört, östlich der Karstquelle des Lison.

Die Fläche des 44,34 km² großen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des französischen Juras. Der Hauptteil des Gebietes wird vom Hochplateau von Levier eingenommen, das durchschnittlich auf 730 m liegt und eine Breite von rund 5 km aufweist. Es ist überwiegend von Wiesland bedeckt, zeigt aber auch einige Waldflächen, insbesondere die Forêt de la Joux nordöstlich des Dorfes und die Forêt de Levier im Westen. Das gesamte Gebiet besitzt keine oberirdischen Fließgewässer, weil das Niederschlagswasser im verkarsteten Untergrund versickert. Im Süden bilden der Höhenrücken der Forêt de Maublin und des Bois de la Chapelle (894 m) die Abgrenzung des Plateaus und den Übergang zur Hochebene von Arlier. Die nördliche Grenze verläuft auf dem Kamm von Malvaux, auf dem mit 901 m die höchste Erhebung von Levier erreicht wird. Dieser langgezogene Kamm, der in geologisch-tektonischer Hinsicht eine Antiklinale darstellt, ist gemäß der Streichrichtung des Juras in dieser Region in Richtung Westsüdwest-Ostnordost orientiert.

Zu Levier gehören der Weiler Granges-Maillot (780 m) am Südabhang der Höhe von Malveau sowie einige Einzelhöfe. Nachbargemeinden von Levier sind Labergement-du-Navois, Bolandoz, Reugney und Amathay-Vésigneux im Norden, Septfontaines im Osten, Chapelle-d’Huin und Boujailles im Süden sowie Villers-sous-Chalamont, Villeneuve-d’Amont und Gevresin im Westen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf wird im Jahr 1261 bereits unter dem heutigen Namen Levier erstmals urkundlich erwähnt. Im weiteren Verlauf folgten die Bezeichnungen Livier (1264) und Lyvier (1277). Bei Granges-Maillot befand sich ein kleines Priorat, dessen Mönche im frühen 13. Jahrhundert für die Rodung und Urbarmachung des Plateaus sorgten. Das Gebiet gehörte seit dem Mittelalter den Herren von Chalon und bildete unter deren Oberhoheit eine Herrschaft.

Einer schweren Pestepidemie fielen 1636 zahlreiche Bewohner zum Opfer. Im Jahr 1639 wurde Levier von den vorbeiziehenden Truppen des Herzogs Bernhard von Sachsen-Weimar verwüstet. Zusammen mit der Franche-Comté gelangte das Dorf mit dem Frieden von Nimwegen 1678 an Frankreich. Im Lauf der Jahrhunderte war Levier von zahlreichen verheerenden Dorfbränden betroffen, insbesondere 1718, 1749, 1855 und 1958. Zu einer Gebietsveränderung kam es 1974, als das vorher selbständige Granges-Maillot nach Levier eingemeindet wurde. Seit 2002 ist Levier Mitglied des 11 Ortschaften umfassenden Gemeindeverbandes Communauté de communes Altitude 800.

Am 1. Januar 2017 wurde die Gemeinde Labergement-du-Navois nach Levier eingemeindet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfarrkirche wurde ab 1830 im Stil der Neugotik neu erbaut. Von 1860 stammt das Hôtel de Ville (Rathaus). Bei Granges-Maillot sind die Ruinen des ehemaligen Herrschaftssitzes erhalten wie auch das Schloss aus dem 19. Jahrhundert. Einen Besuch wert ist das Musée du Cheval de trait.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1962 1.332
1968 1.395
1975 1.446
1982 1.619
1990 1.785
1999 1.700
2006 1.885

Mit 2143 Einwohnern (1. Januar 2014) gehört Levier zu den mittelgroßen Gemeinden des Département Doubs. Nachdem die Einwohnerzahl in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stets im Bereich von rund 1300 Personen gelegen hatte, wurde seit Beginn der 1960er Jahre ein deutliches Bevölkerungswachstum verzeichnet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Levier war lange Zeit ein vorwiegend durch die Landwirtschaft, insbesondere Milchwirtschaft und Viehzucht, sowie durch die Forstwirtschaft geprägtes Dorf. Heute hat sich das Dorf zu einem regionalen Zentrum entwickelt, das zentralörtliche Funktionen für die Umgebung erfüllt. Es gibt verschiedene Betriebe des Klein- und Mittelgewerbes, vor allem in den Branchen Baugewerbe, Holzverarbeitung, Autozubehörindustrie (Herstellung von Scheibenbremsen) und mechanische Werkstätten sowie zahlreiche Geschäfte des Einzelhandels. Levier verfügt über ein Collège und eine landwirtschaftliche Berufsschule.

Die Ortschaft ist verkehrstechnisch gut erschlossen und bildet einen Knotenpunkt an der Hauptstraße D72, die von Dole via Pontarlier nach Lausanne führt. Weitere Straßenverbindungen bestehen mit Amancey, Frasne, Septfontaines und Villers-sous-Chalamont.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]