Lew Samuilowitsch Klein

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Lew Samuilowitsch Klein

Lew Samuilowitsch Klein (russisch Лев Самуилович Клейн; * 1. Juli 1927 in Witebsk) ist ein sowjetischer und russischer Gelehrter, Archäologe, Anthropologe, Philologe, Wissenschaftshistoriker und Mitbegründer der Europäischen Universität zu Petersburg.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lew Samuilowitsch Klein wurde am 1. Juli 1927 in einer jüdischen Familie in Witebsk geboren. Seine Familie war atheistisch und streng russifiziert. Beide Großväter waren vor der Revolution Unternehmer, einer war Betriebseigner, der andere Kaufmann der ersten Gilde.

Der Vater, Stanislaw Semjonowitsch (im Ausweis Samuil Simchowitsch) Klein wurde in Warschau geboren, im Bürgerkrieg war er Sanitätsoffizier in der Freiwilligenarmee Denikins, am Ende des Bürgerkrieges (ab 1920) in der Roten Armee. Er war nie in der Partei. Die Mutter, Assja Mojseewna, war eine renommierte Chirurgin. Lew Klein besuchte eine weißrussische Mittelschule und eine Musikschule.

Als 1941 Lews Eltern beide als Armeeärzte an die Front gerufen wurden, wurde der Rest der Familie (der junge Lew zusammen mit den Großeltern und dem jüngeren Bruder Boris) nach Wolokolamsk evakuiert, von dort nach Egorjewsk und dann nach Joschkar-Ola. Dort arbeitete Klein anfangs im Kolchos, beendete dann die neunte Klasse der Mittelschule und ging im Alter von 16 Jahren als Zivilarbeiter an die Front. 1944 diente er an der 3. Weißrussischen Front in Militärbautruppen und bewegte sich mit dem Truppenteil von Smolensk bis an die deutsche Grenze. Danach studierte Klein ein Jahr in einem Eisenbahntechnikum.

Nach dem Krieg lebte die Familie in Grodno, wo sein Vater als Direktor eines Krankenhauses und seine Mutter als Chirurgin in einem anderen Krankenhaus und als Leiterin der städtischen Schnellen medizinischen Hilfe arbeiteten. Klein legte seine Examen für das Reifezeugnis ab und besuchte die Fakultät für Sprache und Literatur des Pädagogischen Instituts von Grodno.

Nach einem Studienjahr am Grodnoer Pädagogischen Institut schrieb sich Klein 1946 in die Leningrader Universität als Fernstudent ein und wechselte ein Jahr später dorthin. Die ersten Jahre studierte er zugleich an der philologischen Fakultät (russische Philologie bei Wladimir Jakowlewitsch Propp) und der historischen Fakultät (am Lehrstuhl der Archäologie unter der Leitung von M. I. Artamonow) und schloss seine Ausbildung an der historischen Fakultät 1951 mit Diplom und Auszeichnung ab.

Eineinhalb Jahre arbeitete er als Bibliograph an der Bibliothek der Akademie der Wissenschaften in Leningrad. Die nächsten Jahre arbeitete er als Lehrer in Mittelschulen Leningrads, dann in Wolosowo, danach in Grodno. 1957 begann er eine Aspirantur an der Leningrader Universität für Archäologie, die er 1960 abschloss. Danach gab er am selben Institut Vorlesungen und wurde 1962 als Assistent des Instituts aufgenommen. 1968 promovierte er mit der Dissertation Der Ursprung der Donezker Katakombenkultur und arbeitete ab 1976 als Dozent. Die erste wissenschaftliche Arbeit erschien 1955, die erste Monographie 1978. Er nahm an einer Reihe archäologischer Expeditionen in die Wälder Russlands und Weißrusslands, aber hauptsächlich in der Steppe der Ukraine und im Don-Stromgebiet teil, an den letzten fünf als der Leiter. Ausgrabungen gab es in altrussischen Städten, Hügeln der Bronzezeit und der Skytho-Sarmatischen Zeit.

Hauptwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine vollständige Bibliographie mit mehr als 500 Titeln gibt es auf der Internetseite [archaeology.ru] und bis zum Jahr 2000 bei L. B. Wischnjazkij, A. A. Kowalew, O. A. Schtscheglowa: Archeolog: detektiw i myslitel. Sbornik statej posvjaschtschennyj 77-letiju L’wa Samuilowitscha Klejna. SPb, izd. S.-Peterbugskogo uniwesiteta, 2004. – 502 S. – ISBN 5-288-03491-5.

Archäologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Archeologitscheskie istotschniki- Wtoroe, dopolnennoe izd. – SPb.; Farn, 1995. – 350 s. – (Klassika archeologii). Die erste Ausgabe war gedruckt im J. 1978: Archeologitscheskie istotschniki/ – L.: Izd-wo LGU, 1978. – 119 s.
  2. Archeologitscheskaja tipologija. – L.: LF ZENDISI: Leningr. Nuatschn.-issled. Archeol. Ob-nie, 1991. – 447 s. (vollständige Auflage des Buches, das erst 1982 in Oxford gedruckt was, dann in Ljubljana slowenisch 1988; die englische Auflage – Klejn L. S.)
  3. Archaeological typology / Translated by Penelope Dole. — Oxford, British Archaeological Reports. — 1982. — 321 + Errata and corrigenda in a separate pamphlet, 8 p. p. — (BAR International Series, no. 153).
  4. Fenomen sowetskoj archeologii. – SPb.: Farn, 1993. – 128 s. (deutsche, spanische und englische Ausgaben)
  5. Prinzipy archeologii. – SPb.: Bel’weder, 2001. – 152 s. – ISBN 5-9259-0009-X
  6. Wwedenie w teoretitscheskuju archeologiju. Kniga I. Metaarcheologija. – SPb.: Bel’weder, 2001. – 472 s. – ISBN 5-9259-0039-1 (erweiterte Ausgabe des Buches Klejn L.S. Metaarchaeology – Acta Archaeologica. – København: Blackwell – Munksgaard, 2001. — Vol. 72:1. — P. 1–149. — 149 p.)
  7. Nowaja Archeologija (krititscheskij analiz teoretitscheskogo naprawlenija w archeologii Zapada). – Donezk: DonNU, 2009. – 293 s.
  8. Formula Monteliusa (schwedkij raziobnalizm w archeologii Mal’mera). – Donezk: DonNU, 2010. – 258 s. – ISBN 978-966-639-438-8
  9. Wremja kentawrow. Stepnaja prarodina grekow i ariew. – SPb.: Ewrazija, 2010. – 496 s., ill. Zw. 32 s. – 2000 ekz. – ISBN 978-5-8071-0367-3
  10. Istorija archeologitscheskoj mysli. W 2 tomach. – SPb.: izd-wo SPb universiteta, 2011. (im Druck).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Spor o warjagach. Istorija protiwostojanija i argumenty storon. – SPb.; Ewrazija, 2009. – 400 s. – 1000 ekz. – ISBN 978-5-8071-0329-1

Anthropologie

  1. Drugaja ljubow’: priroda tscheloweka i gomoseksual’nost’. – SPb.; Folio-Press, 2000. – 864 s. – ISBN 5-7627-0146-8
  2. Drugaja storona swetila: Neobytscgnaja ljubow’ wydajuschtschichsja ljudej: Rossijskoe sozwezdie. – SPb.: Folio-Press, 2002. –n 656 s. – ISBN 5-7627-0166-2
  3. Garmonii epoch. Otscherki antropologii muzyki. SPb, Ewrazija, 2011 (im Druck).

Publizistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Verkehrte Welt: in Breshnews Lagern; Essays = Перевернутый мир. — 1. Aufl. — Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl., 1991. — 166 p. — ISBN 978-3-7466-0009-3 (Russische Ausgabe: Lew Samojlow. Perewernutyj mir. – SPb.; Farn, 1993. – 223 s., neue Auflage – Klejn L. S. Perewernutyj mir. – 2-e izdanie, isprawlenoe i dopolnennoe. – Donezk.: DonNU, 2010. – 406 s. – (Nautschno-publizistitscheskaja serija: Arccheolog i kul’tura). – ISBN 978-966-639-440-1)

Bibliographie über L. S. Klein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Archeolog: detektiw i myslitel’. Sbornik statej posvjaschtschennyj 77-letiju L’wa Samuilowitscha Klejna/ L. B. Wischnjazkij, A. A. Kowalew, O. A. Schtscheglowa. / SPb, izd. S.-Peterbugskogo uniwesiteta, 2004. – 502 S. – ISBN 5-288-03491-5.
  2. Klejn L. S. Trudno byt’ Klejnom: Awtobiografija w monologach i dialogach. – SPb.: Nestor-Istorija, 2010. – 730 s. – 500 ekz. – ISBN 978-5-98187-368-3
  3. Klejn L. S. Autobiography (engl.)/ Awtobiogragija (russ.). – klejn.archaeology.ru (hier auch eine Serie von Foto-Porträten verschiedener Zeiten).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • L. S. Klejn Archeologija sporit s fizikoj. Spor o dostowernosti i titschnosti radiouglerodnoj chronologii // Priroda. – 1966. – №2. – s. 51 – 62; №3 – s. 94 – 100.
  • Lew Klejn Gor’kie mysli „priweredliwogo rezensenta“ ob utschenii L. N. Gumilewa // Newa. – 1992. – №4. – s. 228 – 246. – Publiziert auf dem site scepsis.ru (Skanieren und Bearbeitung von Marija Sahcarowa).
  • Toska po „respektu“: prestozh biznesa i biznesmena w Rossii. „Kontekst“. Mezhdisziplinarnyj lektorij. – Auftritt L. S. Kleins im Lektorium und Diskussion. Nachgeprüft am 25. Januar 2011.
  • Ilza Kukulin. Grazhdanin Klejn. OpenSpace.ru (4. März 2010). – Besprechung des Memoir-Buch „Trudno byt’ Klejnom“. Nachgeprüft am 25 Januar 2011.
  • Lew Klejn Antinormanism kak diagnos. Polit.ru (3. Dezember 2010). – Istorik i archeolog Lew Klejn otwetschaet kritikam (otwet W. W. Fominu). Nachgeprüft am 25 Januar 2011.

Chranitel’ russkoj ikony.

  • Die Kapitel der Bücher von L. S. Klejn über Homosexualität im Internet.
  • Artikeln in der Zeitschrift „Raswitie litschnosti“ / „Entwicklung der Person“ / „Personalism: Kul’tura i litschnost’“; „Stanowlenie gumanitarnoj tradizii: ot perwobytnosti do Wosrozhdenija“ u a.).
  • Artikeln in der Zeitschrift „Nowy mir iskusstwa“ / „Die neue Welt der Kunst“.
  • Artikeln in der Zeitung der Gelehrten „Troizki Wariant“

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Leo Klejn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien