Lgow

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Stadt
Lgow
Льгов
Wappen
Wappen
Föderationskreis Zentralrussland
Oblast Kursk
Stadtkreis Lgow
Gegründet 1669
Stadt seit 1779
Fläche 38 km²
Bevölkerung 21.453 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte 565 Einwohner/km²
Höhe des Zentrums 150 m
Zeitzone UTC+3
Telefonvorwahl (+7) 47140
Postleitzahl 307750
Kfz-Kennzeichen 46
OKATO 38 410
Geographische Lage
Koordinaten 51° 40′ N, 35° 16′ OKoordinaten: 51° 40′ 0″ N, 35° 16′ 0″ O
Lgow (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Lgow (Oblast Kursk)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Kursk
Liste der Städte in Russland

Lgow (russisch Льгов) ist eine Stadt in der Oblast Kursk (Russland) mit 21.453 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010).[1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt im Südteil der Mittelrussischen Platte etwa 80 km westlich der Oblasthauptstadt Kursk am Seim, einem linken Nebenfluss der in den Dnepr mündenden Desna.

Lgow ist der Oblast administrativ direkt unterstellt und zugleich Verwaltungszentrum des gleichnamigen Rajons.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof von Lgow

In altrussischen Chroniken ist an Stelle der heutigen Stadt für die Jahre 1152 und 1207 eine Stadt Olgow (abgeleitet vom Namen Oleg) erwähnt. Sie wurde im 13. Jahrhundert von den Mongolen zerstört.

1669 wurde an Stelle der alten Stadt ein Lgow monastyr genanntes Kloster gegründet, welches bis 1764 existierte. Die um das Kloster entstandene Siedlung erhielt 1779 das Stadtrecht.

Mit dem Eisenbahnbau in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts (die ursprünglich kürzeste Verbindung zwischen Moskau und Kiew führte über Lgow) kam es zu einem wirtschaftlichen Aufschwung durch das Entstehen von Betrieben zur Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Lgow am 27. Oktober 1941 von der deutschen Wehrmacht besetzt und am 3. März 1943 von Truppen der Woronescher Front der Roten Armee im Rahmen der Schlacht um Charkow zurückerobert.

1954 wurden umliegende Ortschaften, so die Siedlung städtischen Typs Lgowski eingemeindet, sodass sich die Stadt heute über eine relativ große Fläche mit mehreren Ortskernen erstreckt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Bemerkung
1897 4.321
1939 7.732 plus etwa 7.600 selbständige Siedlung Lgowski
1959 21.328
1970 25.110
1979 26.523
1989 25.643
2002 23.783
2010 21.453

Anmerkung: Volkszählungsdaten

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt verfügt über ein Heimatmuseum und ein Literarisch-historisches Museum.

In der Nähe liegt der ehemalige Landsitz der Fürsten Baratynski aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Lgow gibt es Betriebe der Lebensmittelindustrie (u. a. Zuckerfabrik), des Maschinen- und Gerätebaus (u. a. Ausrüstungen für die Zuckerindustrie) sowie der Baumaterialienwirtschaft.

Der Bahnhof Lgow-Kijewski der Stadt ist ein bedeutender Eisenbahnknotenpunkt. Er liegt an der 1868 eröffneten Eisenbahnstrecke Kiew–Kursk, die hier von der Strecke BrjanskCharkiw (eröffnet 1887 bzw. 1911) gekreuzt wird.

Durch Lgow führt die Regionalstraße R199 Kursk–KurtschatowRylskukrainische Grenze und weiter nach Hluchiw.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lgow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien