Liamine Zéroual

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Liamine Zéroual (arabisch ‏اليمين زروال‎, DMG al-Yamīn Zarwāl; * 3. Juli 1941 in Batna) war algerischer Präsident von 1994 bis 1999.

Zéroual wurde 1941 in Batna geboren und erhielt in Moskau und Paris seine militärische Ausbildung. Er nahm am Algerienkrieg teil und machte danach Karriere innerhalb der Armee. 1989 wurde er Oberbefehlshaber der Armee, trat aber bald wegen Meinungsverschiedenheiten mit Chadli Bendjedid zurück; danach übte er ein Jahr lang den Posten des algerischen Botschafters in Rumänien aus. 1994 wurde er vom Hohen Rat zum Staatspräsidenten ernannt und 1995 in einer Wahl bestätigt. Durch eine Verfassungsreform wurden die Rechte des Präsidenten erheblich erweitert.

Während seiner Regierungszeit dauerte der Bürgerkrieg mit den radikalen Islamisten an. Mit der Armee kam es zunehmend zu Unstimmigkeiten über die Behandlung der islamistischen Gruppen. Zéroual trat für Verhandlungen mit einigen Gruppen ein, während das Militär die Vernichtung der islamistischen Terroristen forderte. Wegen diesen Auseinandersetzungen kündigte Zéroual 1998 seinen Rücktritt an und übergab 1999 die Regierung an Abd al-Aziz Bouteflika.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bernhard Schmid: Algerien - Frontstaat im globalen Krieg? Neoliberalismus, soziale Bewegungen und islamistische Ideologie in einem nordafrikanischen Land. ISBN 3-89771-019-6

Weblinks[Bearbeiten]