Liang Zhu (Volkssage)

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Liang Zhu (chinesisch 梁祝; auch: Butterfly Lovers - Die Schmetterlings-Liebenden) ist eine bekannte chinesische Volkssage. Der Titel setzt sich aus den Familiennamen des Liebespaares, Liang Shanbo (梁山伯) und Zhu Yingtai (祝英台) zusammen. Die Geschichte zählt zu den Vier Großen Volkssagen Chinas (四大民間故事 Si da min wen gu shi).[1]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte spielt zur Zeit der Jin-Dynastie im Westen Chinas.

Zhu Yingtai ist das neunte Kind und die einzige Tochter der reichen Zhu-Familie aus Shangyu in der Provinz Zhejiang. Das Mädchen hat, entgegen der alten Tradition, den Traum, eine Universität zu besuchen. Nachdem sie ihren Vater von ihrem Plan überzeugt hat, nimmt sie, als Mann verkleidet, an den Vorlesungen in Hangzhou teil. Dort lernt sie Liang Shanbo, einen Studenten aus Kuaiji kennen. Sie unterhalten sich und bald verbindet sie eine tiefe Freundschaft. Auf einer Brücke schwören sie ich, ewig zusammen zu bleiben. In den drei Jahren an der Universität verliebt sich Zhu in ihren Kommilitonen. Dieser bemerkt jedoch nicht, dass Zhu eine verkleidete Frau ist.

Eines Tages erhält Zhu einen Brief von ihrem Vater, in dem er sie bittet, umgehend nach Hause zurückzukehren. Obwohl sie sich geschworen hat, Liang nicht mehr zu verlassen, bleibt ihr keine andere Wahl. Sie muss der Bitte ihres Vaters nachkommen und sich von ihrem Freund verabschieden. Fest entschlossen, für immer mit ihm zusammen zu bleiben, offenbart sie der Ehefrau des Direktors ihre wahre Identität. Außerdem hinterlässt sie dort einen Jade-Anhänger als Verlobungsgeschenk für Liang.

Liang begleitet Zhu eine Strecke, um sich dann zu verabschieden. Während der Reise macht Zhu wiederholt Andeutung, in der Hoffnung, dass Liang dadurch bemerkt, dass es sein „Freund“ in Wirklichkeit eine Frau ist. Unter anderem vergleicht sie ihre Freundschaft mit Mandarinenten, welche in der chinesischen Kultur ein Symbol für Liebespaare sind. Liang versteht die Hinweise jedoch nicht. Letztendlich bietet Zhu Liang an, ihn der „Schwester“ vorzustellen. Deshalb soll er in naher Zukunft ihr Elternhaus besuchen. Dort soll er dann Zhus „Schwester“ heiraten. Mit dieser Abmachung trennen sich Liang und Zhu widerwillig im Pavillon von Changting.

Einige Monate später besucht Liang Zhus Elternhaus und erkennt, dass sie eine Frau ist. Er verliebt sich in sie, und die beiden schwören sich ewige Liebe bis in den Tod. Das gemeinsame Glück ist jedoch nur von kurzer Dauer, denn Zhus Eltern haben bereits beschlossen, die Tochter mit Ma Wencai, einem reichen Kaufmann, zu verheiraten. Liang ist am Boden zerstört und kehrt allein zurück. Sein Gesundheitszustand verschlechtert sich so stark, dass er ernsthaft krank wird und einige Tage später an seinem gebrochenen Herzen stirbt.

Am Tag ihrer Hochzeit mit Ma Wencai verlässt Zhu die Zeremonie, um Liang, dessen Grab am Weg liegt, die letzte Ehre zu erweisen. Sie trauert und bittet verzweifelt, dass sich das Grab öffnen möge. Mit einem Donnerschlag öffnet sich das Grab und Zhu tritt ohne zu zögern ein, um bei ihrem Liang zu sein. Kurz darauf tauchen zwei Schmetterlinge am Grab auf, die gemeinsam davonfliegen. Die Seelen des Liebespaares können nun endlich zusammen sein.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Idema, Wilt L.: Old Tales for New Times: Some Comments on the Cultural Translation of China's Four Great Folktales in the Twentieth Century 二十世紀中國四大民間故事的文化翻譯. Juni 2012, abgerufen am 30. November 2018.
  2. The Butterfly Lovers. Abgerufen am 30. November 2018.