Libuše Šafránková

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Libuše Šafránková auf einer Zeichnung
Unterschrift von 2011

Libuše Šafránková (* 7. Juni 1953 in Brünn, Tschechoslowakei) ist eine tschechische Schauspielerin. Ihren internationalen Durchbruch erlangte sie 1973 in der Titelrolle des Aschenbrödel durch den Märchenfilm Drei Haselnüsse für Aschenbrödel (Tři oříšky pro Popelku).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Libuše Šafránková wuchs in Šlapanice auf. 1971 machte sie ihren Abschluss an der dramaturgischen Abteilung des Konservatoriums Brno. 1972 trat die Schauspielerin in den Prager Schauspielclub ein. Ihre erste Filmrolle hatte sie als Barunka in der Literaturverfilmung Babička (Die Großmutter) nach dem gleichnamigen Roman von Božena Němcová sowie unter Regie von Václav Vorlíček. Dieser war so angetan von der jungen Schauspielerin, dass er drei Jahre später an Šafránková dachte,[1] als er ein Märchen von Božena Němcová verfilmen wollte. Dieser Film Drei Haselnüsse für Aschenbrödel (1973) wurde sehr populär und gehört bis heute in Deutschland und Tschechien zum weihnachtlichen Fernseh-Standardprogramm. Die Titelrolle des Aschenbrödel machte sie zu einer der bekanntesten Schauspielerinnen in Tschechien und sie spielte seither in über 60 Film- und Fernsehproduktionen.

In den 1970er Jahren war Šafránková vor Allem auf Rollen in Märchenfilmen festgelegt, darunter in Die kleine Meerjungfrau (1976) und Prinz und Abendstern (1978). Mit Pavel Trávníček, ihrem Mitspieler aus Drei Haselnüsse für Aschenbrödel spielte sie 1982 erneut in Der dritte Prinz nach einem Märchen von Karel Jaromír Erben. Ihre letzte Märchenfilmrolle hatte Šafránková 1993 als Glück in Wettstreit im Schloß. Sie war ebenfalls in internationalen Produktionen beteiligt, so spielte sie in einer Nebenrolle im Spielfilm Der Tag, der die Welt veränderte mit Christopher Plummer und Maximilian Schell. Ihre Charakterrollen erhielt sie mit zunehmendem Alter, beispielsweise in einer der Hauptrollen im tschechischen Filmdrama Kolya (1996), welches mit dem Oscar als Bester Fremdsprachiger Film ausgezeichnet wurde. Für ihre Darstellung erhielt sie den Böhmischen Löwen als Beste Hauptdarstellerin. In den 2000er Jahren stand sie vor allem für das Fernsehen vor der Kamera.

Ihre jüngere Schwester Miroslava Šafránková arbeitete ebenfalls als Schauspielerin. Beide spielten zusammen in Die kleine Meerjungfrau. Seit 1977 ist Šafránková mit dem Schauspieler Josef Abrhám verheiratet, mit dem sie einen Sohn hat. Das Ehepaar zog sich Anfang der 1990er Jahre vom Theater zurück und lebt zurückgezogen.

Seit 2014 ist sie an Lungenkrebs erkrankt.[2] In der Folge wurde ein Teil der Lunge entfernt. Bekannt wurde dies, da sie zur Verleihung der Verdienstmedaille von ihrer jüngeren Schwester Miroslava vertreten wurde.[3][4]

Synchronisiert wurde Libuše Šafránková von verschiedenen Synchronsprecherinnen, so Dorothea Meißner, Uschi Wolff, Ellen Hellwig, Madeleine Stolze, Elke Wieditz, Marina Erdmann, Roswitha Marks und Simone von Zglinicki.[5]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1971: Die Großmutter (Babička, TV)
  • 1972: Rodeo
  • 1973: Bakaláři – První pohled (TV)
  • 1973: Přijela k nám pouť
  • 1973: Drei Haselnüsse für Aschenbrödel (Tři oříšky pro Popelku)
  • 1974: Wie soll man Dr. Mrácek ertränken? (Jak utopit doktora Mráčka)
  • 1975: Der Tag, der die Welt veränderte (Sarajevski atentat)
  • 1975: Mein Bruder hat einen prima Bruder (Můj brácha má prima bráchu)
  • 1975: Die Abenteuer des Grafen Benovsky (Vivat Benovsky)
  • 1976: Die kleine Meerjungfrau (Malá mořská víla)
  • 1976: Palette der Liebe (Paleta lásky)
  • 1976: O Terezce a paní Madam (TV)
  • 1978: Ein Bruder, der sein Geld wert ist (Brácha za všechny peníze)
  • 1978: Der Prinz und der Abendstern (Princ a Večernice)
  • 1979: The Importance of Being Earnest (Jak je důležité míti Filipa)
  • 1980: Lauf, Ober, lauf! (Vrchní, prchni!)
  • 1980: Triptychon der Liebe (Triptych o láske, TV)
  • 1981: Křtiny
  • 1982: Der Salzprinz (Sůl nad zlato)
  • 1982: Der dritte Prinz (Třetí princ)
  • 1982: Hochzeitsfahrt nach Jilji (Svatební cesta do Jiljí)
  • 1983: Jára Cimrman, ležící, spící
  • 1983: Das Wildschwein ist los (Slavnosti sněženek)
  • 1985: Heimat, süße Heimat (Vesničko má, středisková)
  • 1986: Zlá krev
  • 1987: Zuřivý reportér
  • 1988: Zirkus Humberto (Cirkus Humberto)
  • 1989: Člověk proti zkáze (TV)
  • 1989: El mar es azul (Moře je modré)
  • 1991: Prager Bettleroper (Žebrácká opera)
  • 1991: Die Volksschule (Obecná škola)
  • 1992: Die Halskette (Náhrdelník, TV)
  • 1993: Wettstreit im Schloß (Nesmrtelná teta)
  • 1996: Kolya (Kolja)
  • 1997: Báječná léta pod psa
  • 1997: Dr. Munory a jiní lidé (TV)
  • 1999: Alle meine Lieben (Všichni moji blízcí)
  • 1999: Návrat ztraceného ráje
  • 2001: Elixír a Halíbela (TV)
  • 2001: Četnické humoresky
  • 2001: ELFilm
  • 2003: Stará láska nerezaví (TV)
  • 2004: Falesné obvinení (TV)
  • 2006: Psí kus (TV)
  • 2006: Náves (Episode: Policejní smyfonie) (TV)
  • 2007: Anglická rapsodie
  • 2011: Micimutr
  • 2013: The Don Juans (Donšajni)
  • 2014: Jak jsme hráli čáru

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joachim Reichow und Michael Hanisch: Filmschauspieler A–Z. Henschel, Berlin 1980, S. 392

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Libuše Šafránková – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Libuše Šafránková - Libušes Karriere
  2. Erschütternd! „Aschenbrödel“-Darstellerin hat Lungenkrebs, promiflash, 3. November 2015
  3. gala.de: Libuse Safrankova - „Aschenbrödel“ hat Krebs, 4. November 2015
  4. Aschenbrödel-Darstellerin leidet an Lungenkrebs. In: Die Welt, 4. November 2015, abgerufen am 19. Dezember 2015. Nach der Quelle der tschechischen Nachrichtenportals „Blesk“. „Ihr Mann Josef Abrhám, selbst Schauspieler, gibt keine Auskunft zum aktuellen Gesundheitszustand der Schauspielerin.“
  5. Libuše Šafránková in der Deutschen Synchronkartei
  6. CFTA Awards / 1996 / Nominations
  7. Verena Mayer: Zucker für die Augen. In: Süddeutsche Zeitung, 7. November 2015, S. 14