Licania

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Licania
Licania tomentosa als Alleebaum

Licania tomentosa als Alleebaum

Systematik
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Malpighienartige (Malpighiales)
Familie: Goldpflaumengewächse (Chrysobalanaceae)
Tribus: Chrysobalaneae
Gattung: Licania
Wissenschaftlicher Name
Licania
Aubl.

Licania ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Goldpflaumengewächse (Chrysobalanaceae). Die meisten der über 210 Arten sind in Südamerika verbreitet; nur zwölf Arten kommen in Nordamerika, drei in Asien und eine in Afrika vor.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erscheinungsbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innerhalb der Gattung Licania kommen sowohl Sträucher als auch Bäume vor, die Wuchshöhen von bis zu 35 Meter erreichen. Einige wenige Ausnahmen, wie beispielsweise Licania dealbata und Licania michauxii sind auch halbstrauchartig.

Blätter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind einfach und ganzrandig.

Zur Unterscheidung der Arten ist die Blattunterseite von Bedeutung. Im Wesentlichen gibt es hier fünf verschiedene Typen. In den meisten Fällen ist die Behaarung wollig und bedeckt die gesamte Blattunterseite. Im einfachsten Fall hingegen ist die Aderung unauffällig und die Blattunterseite unbehaart. In der dritten Ausprägung ist die Blattnervatur mit Härchen besetzt. Im Bereich der Untergattung Licania kommt bei einigen Arten eine brüchige Behaarung der Blattunterseite vor, die in der Familie der Goldpflaumengewächse einzigartig ist. Im letzten Fall ergeben sich durch eine ausgeprägte Nervatur kleine Kämmerchen. Die Blattoberseite ist meist in einem Bereich um den Blattstiel mit Drüsen besetzt, nur der Blattstiel selbst ist mit Ausnahme von Licania licaniiflora drüsenlos.

Zusätzlich gibt es drei Ausprägungen von meist haltbaren Nebenblättern. Beim ersten Typ handelt es sich um kleine, freistehende, pfriemförmige Blättchen. Jene des zweiten Typus setzen seitlich an und haben die Form eines schmalen . Der letzte Typus ist intrapetiolar.

Blütenstand, Blüten und Früchte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früchte der Licania tomentosa

Der Blütenstand kommt ebenfalls in verschiedenen Ausprägungen vor. Am häufigsten besteht er aus einer ungestielten, verzweigten oder einfachen, zymösen Traube. Selten sind die Zymen der Traube aber auch kurzstielig mit kurzstieligen Blüten.

Die meist zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch oder leicht zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Eine Ausnahme bildet die einzige afrikanische Art Licania elaeosperma, deren Blüten eingeschlechtig sind. Der auf der Innenseite behaarte Blütenboden ist bei einem Durchmesser von 1 bis 8 Millimetern meist tassen- oder urnenförmig; manchmal ist er kreisel- oder kniescheibenförmig. Es gibt sowohl fünf Kelchblätter. Es gibt meist fünf Kronblätter, sie können jedoch fehlen. Die Zahl der Staubblätter reicht von drei bis 40, wobei die meist kahlen Staubfäden entweder einen Kreis bilden oder nur auf einer Seite sitzen. Die in der Nähe des Blütenboden sitzenden Fruchtknotens sind einblättrig und einfächrig. Der Griffel ist fadenförmig und besitzt drei unauffällige Lappen an seiner Spitze.

Die Steinfrüchte sind von 12 mal 8 Millimeter bis 10 mal 5 Zentimeter groß. Die Außenhaut der Früchte ist entweder filzig behaart, glatt oder warzig.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung Licania wurde 1775 durch Jean Baptiste Christophe Fusée Aublet in Histoire des Plantes de la Guiane Françoise, 1, S. 119, Tafel 45[1] aufgestellt. Der botanische Gattungsname Licania leitet sich durch Umstellung von der ursprünglichen karibischen Bezeichnung Calignia ab. Typusart ist Licania incana Aubl. Synonyme für Licania Aubl. sind: Afrolicania Mildbr., Coccomelia Ridl., Dahuronia Scop., Hedycrea Schreb., Lincania G.Don, Plegerina B.D.Jacks., Trichocarya Miq.[2]

Licania-Arten kommen pantropisch vor. Die meisten Licania-Arten finden sich in Regenwäldern. Ausnahmen sind hier zum Beispiel Licania michauxii, welche sogar auf Sanddünen in Florida wächst, und Licania arborea die in trockenen Wäldern von Peru bis nach Mexiko vorkommt.

Licania ist eine Gattung im Tribus Chrysobalaneae innerhalb der Familie der Chrysobalanaceae. Die Gattung Licania ist in fünf Untergattungen gegliedert. In der Untergattung Licania haben die Arten meist unter zehn Staubfäden und sind in der Neuen Welt verbreitet. Die ebenfalls nur in Amerika vorkommenden Arten der Untergattung Moquilea (Aubl.) Prance besitzen zwischen zehn und zwanzig Staubfäden. Die weiteren drei Untergattungen enthalten jeweils nur wenige Arten. Die südamerikanische Licania licaniiflora ist die einzige Art der Untergattung Parinariopsis Huber. Die Untergattung Afrolicania die einzige afrikanische Art Licania elaeosperma. Die asiatischen Arten finden sich in der Untergattung Angelesia (Korth.) Prance & F.White. Die Untergattungen Moquilea, Afrolicania und Angelesia werden nach R. Govaerts als eigenständige Gattungen angesehen.[3]

Arten (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung Licania umfasst mehr als 210 Arten[4]. Hier eine Liste von Arten nach Bewertung von Kew - World Checklist of Selected Plant Families:[3]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von einigen Arten werden die Früchte gegessen und einige Arten werden als Zierpflanzen verwendet.

Aus den Samen von Licania rigida wird Oiticicaöl und von Licania arborea das Cacahuanancheöl gewonnen, sie werden vor allem in der Lackindustrie verwendet.[5][6]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ghillean T. Prance: Flora Neotropica, Volume 009: Supplement: Chrysobalanaceae, 1989, S. 74–75.
  • Ghillean T. Prance: Chrysobalanaceae In: Rodrigo Bernal, Enrique Forero (Hrsg.): Flora de Colombia, Band 19, 2001, S. 111–124.
  • Ghillean T. Prance, F. White: The Genera of Chrysobalanaceae: A Study in Practical and Theoretical Taxonomy and Its Relevance to Evolutionary Biology, In: Philosophical Transactions of the Royal Society of London. Series B, Biological Sciences, Band 320, No. 1197, 1988, S. 1–184. Abstract online.
  • Ghillean T. Prance, Cynthia A. Sothers: Chrysobalanaceae 1 & 2, In: Species Plantarum: Flora of the World, 9, 10, Australian Biological Resources Study, Canberra, 2003, S. 1–319 und S. 1–268.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erstveröffentlichung eingescannt bei biodiversitylibrary.org.
  2. Licania bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis Abgerufen am 18. März 2020.
  3. a b c d Rafaël Govaerts (Hrsg.): Licania. In: World Checklist of Selected Plant Families (WCSP) – The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew, abgerufen am 18. März 2020.
  4. Ghillean T. Prance: Chrysobalanaceae In: Rodrigo Bernal, Enrique Forero (Hrsg.): Flora de Colombia, Band 19, 2001, S. 111 ff.
  5. Sabine Krist: Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle. 2. Auflage, Springer, 2013, ISBN 978-3-7091-1004-1, S. 533 ff.
  6. Heinz A. Hoppe: Drogenkunde. Band 1: Angiospermen, 8. Auflage, De Gruyter, 1975, ISBN 3-11-003849-8, S. 650.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Licania – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien