Lichtenhain (Jena)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Lichtenhain
Stadt Jena
Koordinaten: 50° 54′ 59″ N, 11° 34′ 8″ O
Höhe: etwa 200 m ü. NN
Fläche: 2,12 km²
Einwohner: 1260 (31. Dez. 2017)
Bevölkerungsdichte: 594 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1913
Postleitzahl: 07745
Vorwahl: 03641
Bild von Lichtenhain

Lichtenhain ist ein Stadtteil von Jena in Thüringen mit 1087 Einwohnern (30. Juni 2014) auf einer Fläche von 2,12 km².

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lichtenhain liegt in einem kleinen westlichen Seitental der Saale, etwa zwei Kilometer südwestlich des Stadtzentrums. Es grenzt im Osten unmittelbar an den Stadtteil Jena-Süd, während das Gelände zu den übrigen Seiten steil zur Muschelkalk-Formation der Ilm-Saale-Platte ansteigt. Südlich liegt die Lichtenhainer Höhe (321 Meter), dahinter die Stadtteile Ammerbach und Winzerla. Das Ortszentrum selbst erstreckt sich entlang der Mühlenstraße oberhalb der Carl-Zeiss-Promenade und der Lützowstraße in etwa 200 Metern Höhe.

Etwa 20 % der Einwohner sind Ausländer, größtenteils Studierende der Friedrich-Schiller-Universität Jena, die in den Wohnheimen am Herrenberg oberhalb von Lichtenhain untergebracht sind.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bier trinkende Verbindungsstudenten in Lichtenhain, Zeichnung um 1840

Lichtenhain wurde 1196[1] oder 1223[2] erstmals urkundlich erwähnt. Diese Erwähnungen stehen im Zusammenhang mit dem im Ort ansässigen Adelsgeschlecht derer von Lichtenhain, die ihren Stammsitz 1501 nach Schöngleina verlagerten. Später gehörte Lichtenhain als Exklave zum Herzogtum Sachsen-Meiningen, während Jena und das Umland Teil des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach waren. Im Herzogtum gehörte es zum Landkreis Saalfeld, bis es 1913 von Sachsen-Meiningen nach Sachsen-Weimar-Eisenach wechselte (im Tausch gegen einige Gebiete bei Kranichfeld) und in die Stadt Jena eingemeindet wurde. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden auf dem Gebiet zwischen dem Westbahnhof und Lichtenhain große Werksanlagen des Carl-Zeiss-Konzerns entlang der Carl-Zeiss-Promenade. Noch im 19. Jahrhundert war das Dorf ländlich geprägt und für sein Bier bekannt. Darüber hinaus bezeichnete es Meyers Konversations-Lexikon 1908 als einen der Hauptvergnügungsorte der Jenaer Studenten.[3] Beispielsweise war es ein Bierherzogtum und damit Austragungsort eines karnevalistisch-studentischen Trinkspiels.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das bedeutendste Baudenkmal Lichtenhains ist die evangelische Pfarrkirche St. Nikolaus. Die Wehrkirche entstand Anfang des 15. Jahrhunderts unter der Einbeziehung eines romanischen Vorgängerbaus. Bedeutend ist ein Wandbildzyklus auf der Außenwand der Kirche mit ursprünglich 118 biblischen Szenen aus der Zeit um 1420. Im Ort entstand die Biersorte Lichtenhainer.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Fünfte Auflage, Bad Langensalza, 2010. S. 165
  2. Website der Kirchgemeinde Lichtenhain (Memento des Originals vom 13. Oktober 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kirchkreis-jena.de
  3. Meyers Konversationslexikon. Band 12. Leipzig, 1908. S. 517.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lichtenhain (Jena) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien