Licinia Eudoxia

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Solidus, der zur Feier der Hochzeit Valentinians III. und Licinia Eudoxias geprägt wurde. Auf der Rückseite werden sie zu dritt in Hochzeitskleidung dargestellt.

Licinia Eudoxia (* 422) war eine spätantike römische Kaiserin.

Licinia Eudoxia war die Tochter der Aelia Eudocia und des oströmischen Kaisers Theodosius II. Sie wurde 424, im Alter von zwei Jahren, mit dem damals fünfjährigen Kaiser Valentinian III., dem Vetter ihres Vaters, verlobt. Die Hochzeit fand am 29. Oktober 437 in Konstantinopel statt. Nach einem Winteraufenthalt in Thessalonike reiste das junge Paar 438 nach Ravenna, damals Kaiserresidenz. Hier wurde Licinia Eudoxia der Titel einer Augusta verliehen. Die beiden Töchter Eudocia und Placidia wurden etwa zu dieser Zeit geboren. Später hielt sich die Kaiserin vor allem in Rom auf. Dort stiftete sie die römische Basilika San Pietro in Vincoli.

Nach der Ermordung Valentinians im Jahr 455 (ein Racheakt, weil dieser zuvor seinen übermächtigen Heerführer Aëtius umgebracht hatte) wurde Licinia Eudoxia zur Ehe mit dessen Nachfolger Petronius Maximus gezwungen, um dessen Herrschaft Legitimität zu verleihen; seinen Sohn und Unterkaiser Palladius vermählte Maximus mit Eudoxias Tochter Eudocia. Nur Wochen darauf landeten die Vandalen unter Geiserich vor der Stadt Rom, was zu einer erneuten Plünderung Roms und zur Ermordung des Maximus führte. In den Quellen hält sich hartnäckig das Gerücht, Licinia Eudoxia habe Geiserich zu seiner Plünderung angestiftet, was möglich, aber nicht wahrscheinlich scheint. Die Vandalen führten Licinia Eudoxia und ihre beiden Töchter als Gefangene mit sich in ihr Reich nach Africa, wo Eudocia Geiserichs Sohn Hunerich ehelichte, mit dem sie seit 442 verlobt gewesen war. Erst um 462 gelang es den wiederholten Gesandtschaften des oströmischen Kaisers, Licinia freizusetzen. Sie verließ Africa mit ihrer Tochter Placidia, während Eudocia dort blieb und Hunerich einen Sohn namens Hilderich gebar. Dieser Enkel der Licinia Eudoxia sollte später von 523 bis 530 über die Vandalen herrschen.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Licinia Eudoxia – Sammlung von Bildern