Liebätz

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Liebätz
Koordinaten: 52° 8′ 55″ N, 13° 11′ 40″ O
Höhe: 39 m ü. NHN
Fläche: 6,2 km²
Einwohner: 75 (31. Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte: 12 Einwohner/km²
Eingemeindung: 6. Dezember 1993
Postleitzahl: 14947
Vorwahl: 033732
Luftaufnahme von Liebätz, 2008
Luftaufnahme von Liebätz, 2008

Liebätz ist ein Ortsteil der Gemeinde Nuthe-Urstromtal im Landkreis Teltow-Fläming in Brandenburg.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt nördlich des Gemeindezentrums. Die angrenzenden Ortsteile und Gemeinden sind (im Uhrzeigersinn): Märtensmühle, Wiesenhagen, Woltersdorf, Ruhlsdorf und Berkenbrück. Ein Großteil der Gemarkung ist mit Wald und Wiesen bewachsen und gehört zum Landschaftsschutzgebiet Nuthetal-Beelitzer Sander. Im Osten fließt die Nuthe in Süd-Nord-Richtung durch das wasserreiche Gebiet. Sie wird in Liebätz durch den zufließenden Illickengraben und den Horst-Wallgraben gespeist.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bedeutung des Ortsnamens ist umstritten. Einige Quellen geben an, dass es sich um einen Siedler mit dem Namen Lubek gehandelt haben soll, andere ziehen die wendische Göttin Liuba hinzu, während eine dritte Deutung das slawische Wort für Tiefe oder tief liegender Ort angeben.[1]

Überlieferungen zufolge sind aus dem 6. bis zum 12. Jahrhundert Spuren slawischer Besiedlungen bekannt. Die erste urkundliche Erwähnung findet sich im Jahr 1226 als Lubetz, später Lubecz, aber auch Lubetzk, Lubeetz und Liebäz. 1285 gehörte es zum Kloster Zinna in Jüterbog.

1598 errichtete die Kirchengemeinde inmitten des Rundlings einen Sakralbau. 1605 kam es zu einem Großbrand, bei dem die Höfe vernichtet wurden. Kurz nach ihrem Wiederaufbau zerstörten schwedische Soldaten im Dreißigjährigen Krieg das Dorf. Einige Bewohner konnten auf den östlich gelegenen, rund 44,7 Meter hohen Liezenberg fliehen.[2] Das Dorf fiel nicht wüst, sondern wurde wieder aufgebaut, wenn auch erst 1655 mit einer neuen Kirche. In dem Dorf sind aus dem Jahr 1813 ein Lehnschulze, neun Bauern, zwei Kötter, fünf Büdner, ein Schulhaus, ein Gemeinde-Kuhhirtenhaus sowie ein Pferde- und Schweinehirtenhaus überliefert. Das lässt den Rückschluss zu, dass die Tiere des Dorfes gemeinsam gehütet wurden.[3] Es gab weiterhin einen Schneider, fünf Webstühle sowie vier Weber mit zwei Gehilfen. Der Haupterwerb lag jedoch in der Fischerei – von Liebätz aus wurde insbesondere das südlich gelegene Luckenwalde beliefert. Für das Fischrecht zahlten die Einwohner zwei Scheffel Roggen an das Amt Zinna. In der Mitte des 19. Jahrhunderts musste der Kirchturm abgestützt werden – das Bauwerk wurde baufällig und drohte einzustürzen. 1856 errichtete die Kirchengemeinde daher eine neue, neugotische Saalkirche. Um 1860 verlandete der See Lubetza[4] und damit endete auch die Fischerei in Liebätz. Gleichzeitig kämpfte die Weberei mit der aufkommenden Konkurrenz aus Luckenwalde und musste schließlich ebenfalls eingestellt werden. Am 1. Mai 1945 kam es im Zuge des Zweiten Weltkrieges zu einem Beschuss durch Artillerie. Die Kirche brannte aus; weitere Gebäude wurden stark beschädigt. 1950 begann der Wiederaufbau, der 1952 mit einer erneuten Kirchweihe abgeschlossen werden konnte.

Vor der Gründung der Gemeinde Nuthe-Urstromtal 1993 war Liebätz ein Ortsteil der Gemeinde Märtensmühle. Seitdem ist es ein eigenständiger Ortsteil innerhalb der neuen Gemeinde.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft, Politik und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort existieren eine Hundepension, eine Weberei und ein Ca­fé.

Der Ortsvorsteher ist Sven Suck.

Die Kreisstraße 7220 führt von Trebbin aus über Märtensmühle in nördlicher Richtung in den Ort und in süd-westlicher Richtung über Ruhlsdorf nach Luckenwalde. Etwa in der Mitte der Gemarkung des Ortes zweigt von ihr die Kreisstraße 7221 in süd-östlicher Richtung nach Woltersdorf. Die Verkehrsgesellschaft Teltow-Fläming bindet den Ortsteil mit der Linie 757 nach Luckenwalde und Trebbin an.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Liebätz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Notizen zur Chronik des Ortes (bei Woltersdorf und Luckenwalde), zusammengestellt von Chris Janecke, Bearbeitung: Februar 2016, abgerufen am 1. Juli 2016.
  2. Informationstafel Liebätz, an der Kirche, Juli 2016.
  3. Informationstafel über Liebätz, Dorfanger, Juli 2016.
  4. Liebätz auf der Website der Gemeinde Nuthe-Urstromtal, abgerufen am 5. Juni 2016.
  5. Georg Dehio (Bearb. Gerhard Vinken u. a.): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler – Brandenburg. Deutscher Kunstverlag, München/ Berlin 2012, ISBN 978-3-422-03123-4.