Liebenau (Hessen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Liebenau
Liebenau (Hessen)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Liebenau hervorgehoben
51.496199.28342176Koordinaten: 51° 30′ N, 9° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Kassel
Höhe: 176 m ü. NHN
Fläche: 48,87 km²
Einwohner: 3229 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 66 Einwohner je km²
Postleitzahl: 34396
Vorwahl: 05676
Kfz-Kennzeichen: KS, HOG, WOH
Gemeindeschlüssel: 06 6 33 016
Stadtgliederung: 8 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Lacheweg 1
34396 Liebenau
Webpräsenz: www.stadt-liebenau.de
Bürgermeister: Harald Munser (FWG)
Lage der Stadt Liebenau im Landkreis Kassel
Bad Karlshafen Gutsbezirk Reinhardswald Trendelburg Trendelburg Hofgeismar Hofgeismar Oberweser Oberweser Wahlsburg Reinhardshagen Liebenau Grebenstein Immenhausen Fuldatal Espenau Vellmar Calden Breuna Zierenberg Zierenberg Ahnatal Habichtswald Wolfhagen Naumburg Bad Emstal Schauenburg Baunatal Fuldabrück Lohfelden Söhrewald Helsa Kaufungen Nieste Niestetal KasselKarte
Über dieses Bild
Liebenau - Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655
Der Bahnhof Liebenau soll in den nächsten Jahren aufgelassen werden
Bereits 2015 hält hier nur noch wenige Male am Tag der Sauerland-Express (RE)

Liebenau (Niederdeutsch: Lebenogge) ist eine Kleinstadt im Landkreis Kassel in Nordhessen (Deutschland).

Geografie[Bearbeiten]

Niedermeiser vom Rosenberg gesehen (19. Aug. 2004)
Zwergen von der Colt gesehen (19. Aug. 2004)

Geografische Lage[Bearbeiten]

Liebenau liegt an der nördlichen Grenze zu Nordrhein-Westfalen fast im äußersten Norden des Landkreises Kassel am Südostrand der Warburger Börde. Es befindet sich etwa 25 km (Luftlinie) nordwestlich von Kassel zwischen Warburg im Westen und Hofgeismar im Osten.

Liebenau wird etwa in West-Ost-Richtung von der Diemel durchflossen, in die oberhalb der Ortschaft der Eggel (von Norden kommend), in Liebenau der Vombach (auch von Norden) und unterhalb davon die Warme (von Süden) einmündet.

Jeweils in einigen Kilometern Entfernung befinden sich nordöstlich von Liebenau der Solling, östlich der Reinhardswald, südlich der Habichtswald und nordwestlich das Eggegebirge, die bis auf den Reinhardswald von Naturparks eingerahmt werden.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Liebenau grenzt im Norden an die Stadt Trendelburg, im Osten an die Stadt Hofgeismar, im Südosten an die Stadt Grebenstein, im Süden an die Gemeinden Calden und Breuna (alle im Landkreis Kassel), sowie im Westen und Nordwesten an die Städte Warburg und Borgentreich (beide im Kreis Höxter in Nordrhein-Westfalen).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt besteht neben dem Hauptort Liebenau (687 Einwohner) aus den Ortsteilen Ersen (357 Einwohner), Grimelsheim (60 Einwohner), Haueda (372 Einwohner), Lamerden (426 Einwohner), Niedermeiser (760 Einwohner), Ostheim (387 Einwohner) und Zwergen (373 Einwohner).

Geschichte[Bearbeiten]

In Steinbrüchen bei Lamerden und Haueda befindet sich die größte fossile Fundstelle in Nordhessen. Unter anderem wurden hier im Muschelkalk die Überreste von Nothosauriern und von fossilen Seelilien gefunden. Besitzer dieser Fundstelle ist das Naturkundemuseum Kassel, das dort regelmäßig Ausgrabungen tätigt.

Die Warburger Börde mit ihren sanften Hügeln und fruchtbaren Niederungen ist ein uraltes Siedlungsgebiet. Zahlreiche Bodenfunde belegen eine durchgehende Besiedelung seit der Jungsteinzeit. Auch Grenzland ist hier schon lange. Früher kämpften Chatten, Cherusker und Sachsen, später die Bischöfe von Paderborn und die Landgrafen von Hessen um den Besitz der fruchtbaren Landschaft. Im Jahr 1465 nahm Landgraf Ludwig II. das im Jahre 1293 erstmals urkundlich erwähnte Liebenau im Zuge der Hessen-Paderbornischen Fehde (1464–1471) gewaltsam in Besitz und zerstörte die dortige Burg. Seither ist der Ort hessisch.

In den Jahren 1945 bis 1949 wurde der Bahnhof Liebenau (Bz Kassel)Bahnhof Liebenau zum Grenzbahnhof zwischen dem Britischen Sektor (Nordrhein-Westfalen) und dem US-amerikanischen Sektor (Hessen).

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Februar 1971 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Grimelsheim, Haueda, Lamerden und Ostheim in die Stadt Liebenau eingegliedert. Am 1. April 1972 kamen Ersen und Niedermeiser hinzu. Zwergen folgte am 1. August 1972.[2]

Sage der Stadt Liebenau[Bearbeiten]

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Eine Perle, gefasst in ein glänzend Band
gleichst du, einst Marienau.
Du Städtlein klein an der Diemel Strand
auf weiter lachender Au.
Umwogt von sonniger Saaten Gold,
umfasst von des Bergsohnes Arm.
Warst reich du einst an viel Frauen hold
und reich an viel Herzen so warm.

Doch des Feindes gehässiger, neidischer Blick,
er gönnt dir nicht Frieden noch Ruh.
Dein Frieden ist hin, bedroht ist dein Glück,
die Dämmerung gleitet herzu.
Geschützt von stürmischer, finsterer Nacht
wild zieht sichs im Tale herauf,
um die Mauern sich leget des Feindes Macht
und Feinde Landein und Landauf.

Und der Ritter schwört es mit zornigem Mund:
Ja trotzt nur ihr Mauern aus Stein
und wärst du mit allen Teufeln im Bund,
mein Städtlein, ich komme hinein!
Eh die Sonne sich hebet im Osten fern,
beginnend den täglichen Lauf,
wirst du dich beugen mir, deinem Herrn!
Ich gebe mein Ritterwort drauf!

Die Sturmböcke vor, die Leitern heran!
Durchschwimmt mir die eisige Flut!
Die Mauern hinauf bis zum letzten Mann!
Nicht zaudert! Ich lohne den Mut!
Da schlägt an die Glocke der ernsten Not
und sie wimmert und heult durch die Nacht!
Doch im Städtlein drinnen man trotzet dem Tod
und im Städtlein man hält gute Wacht.

Wer eilet so flink zu des Hauses Herd
und schüret und schüret die Glut?
Sagt an, ihr Frauen, wer hats euch gelehrt?
Wer gab in das Herz euch den Mut?
Sie gießen das Öl in des Kessels Rand,
sie schüren, entfachen den Brand.
Kein Wort entschlüpft dem verschlossenen Mund,
nur fleißig sie rühren die Hand.

Und das siedende Öl, sie tragens hinauf,
wo die Gatten halten die Wacht.
Und es eilen die Frauen, sie kommen zu Hauf,
das Auge durchdringet die Nacht.
Und wo sich nur zeiget eine Feindesgestalt,
da sind sie gar lustig dabei,
in des Feindes Gesicht mit List und Gewalt,
sie schütten das Öl und den Brei.

Geblendet den Blick, verbrannt das Gesicht,
so stürzen sie heulend hinab.
Doch die Frauen, die Treuen, sie kümmert es nicht.
Da unten, da ist euer Grab.
Da liegt ihr sicher, da findet ihr Ruh!
Vorbei euer Grimm, eure Wut!
Die Wellen der Diemel sie decken euch zu,
da liegt ihr sicher und gut!

Der edlen Tat, sie wurde bekannt,
des Landes Herr hörte davon:
Das Städtlein, es sei Liebenau genannt,
der Liebe der Frauen zum Lohn!
So ists denn geheißen seit jener Zeit,
das Städtlein in lachenden Aun,
Ein Denkmal, schön bis in Ewigkeit,
von der Treue und Liebe der Frauen!

Politik[Bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[3]

Kommunalwahl 2011
 %
60
50
40
30
20
10
0
58,1 %
34,1 %
7,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   2
   0
  -2
  -4
+0,3 %p
-0,2 %p
-0,1 %p
Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
FWG Freie Wählergemeinschaft Liebenau 58,1 13 57,8 13 50,7 12
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 34,1 8 34,3 8 42,2 10
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 7,8 2 7,9 2 7,1 1
Gesamt 100,0 23 100,0 23 100,0 23
Wahlbeteiligung in % 63,3 65,2 72,7

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Harald Munser (FWG).

Partnerschaften[Bearbeiten]

Liebenau unterhält seit 1991 eine Ringpartnerschaft zu den gleichnamigen Orten

Verkehr[Bearbeiten]

Liebenau hat einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Kassel–Warburg.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Maren Siegmann: Bunte Pracht - Die Perlen der frühmittelalterlichen Gräberfelder von Liebenau, Kreis Nienburg/Weser und Dörverden, Kr. Verden/Aller. Chronologie der Gräber, Entwicklung und Trageweise des Perlenschmucks, Technik der Perlen. In: Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas. Band 28; 5 Bände Beier & Beran, Weißbach und Langenweißbach 2002-2006

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 398.
  3. Wahlergebnis auf hsl.de

Weblinks[Bearbeiten]