Liebenberg (Löwenberger Land)

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Liebenberg
Koordinaten: 52° 53′ 43″ N, 13° 15′ 23″ O
Höhe: 58 m ü. NHN
Einwohner: 211 (5. Jan. 2015)
Eingemeindung: 1. Januar 1957
Eingemeindet nach: Neulöwenberg
Postleitzahl: 16775
Vorwahl: 033094
Schloss Liebenberg

Liebenberg ist ein Ortsteil der Gemeinde Löwenberger Land im Norden des Landes Brandenburg. Seit dem 16. Jahrhundert wurde die Entwicklung des Ortes durch Schloss Liebenberg geprägt. Theodor Fontane behandelte in seinem Buch Fünf Schlösser von 1889, dem fünften Band der Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Schloss Liebenberg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liebenberg auf einem Messtischblatt der Preußischen Uraufnahme von 1840

Liebenberg liegt im Südosten des Naturraums der Granseer Platte und wird von der Bundesstraße 167 durchquert. Zum Ortsteil gehören die Wohnplätze Hertefeld und Luisenhof.[1] Die größten Seen sind der Große Lankesee, der Weiße See, der Moddersee und der Lindsee. Liebenberg grenzt im Norden an den Ortsteil Häsen und die Stadt Zehdenick, im Osten an den Ortsteil Falkenthal, im Süden an die Stadt Liebenwalde, im Süden und Westen an den Ortsteil Grüneberg sowie im Westen an den Ortsteil Neulöwenberg.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf einer Halbinsel im Großen Lankesee liegt der Burgstall des slawischen Burgwalls Liebenberg aus dem 8. bis 12. Jahrhundert. Liebenberg wurde erstmals 1267 urkundlich als Leveberge in Bistumsbesitz erwähnt. 1459 wurde die Schreibweise Lievenberg vermerkt. Die Bezeichnung Dorf an einem lieben Berg war ein typischer Name der mittelalterlichen deutschen Ostsiedlung, „er drückt etwas Schönes aus, um Siedler anzulocken […].“[3]

Die Feldsteinkirche hat ihren Ursprung im 13. Jahrhundert. Die Familie von Bredow entwickelte den Ort im 16. Jahrhundert zum Rittersitz. Ab 1652 führte das klevesche Adelsgeschlecht derer von und zu Hertefeld die Güter zum Wohlstand. Das Schloss entstand in mehreren Bauphasen 1743 bis 1906.

1816/18 kam Liebenberg von Glin-Löwenbergischen Kreis der Mark Brandenburg an den neuen Kreis Templin der Provinz Brandenburg.[4] 1867 fiel das Gut im Erbgang an die Grafen zu Eulenburg. Der ehemalige Barockgarten wurde im 19. Jahrhundert in Anlehnung an Gestaltungsentwürfe von Peter Joseph Lenné zum Landschaftspark überformt. 1908 kam das Seehaus hinzu. Das Gut wurde während des Kaiserreiches, der Zeit des Nationalsozialismus und in der Deutschen Demokratischen Republik Jagdgesellschaften der jeweiligen Staatsspitzen genutzt.

Vom Herbst 1943 bis zum Frühjahr 1945 war das Kaiser-Wilhelm-Institut für Zellphysiologie unter Leitung von Otto Warburg kriegsbedingt in das Seehaus Liebenberg ausgelagert.[5] Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden Schloss und Gut Liebenberg durch die Sowjetische Militäradministration in Deutschland entschädigungslos enteignet und der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) überschrieben. Im Schloss entstanden Wohnungen, Geweberäume, eine Arztpraxis und ein Kindergarten. Das Gut wurde ein Betrieb der SED. Das Seehaus wurde weiterhin als Jagdschloss genutzt.

Seit der Verwaltungsreform von 1952 gehörte Liebenberg zum Kreis Gransee des Bezirks Potsdam. Am 1. Januar 1957 wurde Liebenberg nach Neulöwenberg eingemeindet.[6] Am 31. Dezember 1997 schloss sich die Gemeinde Neulöwenberg mit neun weiteren Gemeinden zur neuen Gemeinde Löwenberger Land zusammen. Neulöwenberg und Liebenberg bilden seitdem jeweils einen Ortsteil.[1]

Nach der Deutschen Wiedervereinigung ging das Gut nach mehreren Zwischenbesitzern an die DKB-Stiftung für gesellschaftliches Engagement, die es als Veranstaltungs- und Seminarzentrum nutzt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Tabelle zeigt die Einwohnerentwicklung von Liebenberg zwischen 1875 und 1950 im Gebietsstand des jeweiligen Stichtages:[6]

Stichtag Einwohner Bemerkungen
01. Dez. 1875 260 Volkszählung
01. Dez. 1890 241 Volkszählung
01. Dez. 1910 404 Volkszählung
16. Juni 1925 384 Volkszählung
16. Juni 1933 308 Volkszählung
17. Mai 1939 323 Volkszählung
29. Okt. 1946 423 Volkszählung
31. Aug. 1950 456 letzte Volkszählung vor Eingemeindung

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Liebenberg geboren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Liebenberg verbunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Liebenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Gemeinde Löwenberger Land. In: service.brandenburg.de. Das Dienstleistungsportal der Landesverwaltung. Landesregierung Brandenburg, abgerufen am 22. Juli 2015.
  2. Brandenburg-Viewer. Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg, abgerufen am 1. August 2015.
  3. Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, S. 104 ISBN 3-937233-30-X, ISSN 1860-2436.
  4. O. V.: Ortschafts=Verzeichniß des Regierungs=Bezirks Potsdam nach der neuesten Kreiseintheilung vom Jahre 1817, mit Bemerkung des Kreises, zu welchem der Ort früher gehörte, der Qualität, Seelenzahl, Confession, kirchlichen Verhältnisse, Besitzer und Addreß-Oerter nebst alphabethischem Register. Georg Decker, Berlin (Volltext in der Google-Buchsuche – o. J.).
  5. Krebsforschung unterm Dach des Seehauses. In: Märkische Allgemeine. 11. Mai 2014, abgerufen am 7. Dezember 2015.
  6. a b Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Land Brandenburg (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oberhavel (= Beitrag zur Statistik. Band 19.7). Potsdam 2006 (statistik-berlin-brandenburg.de [PDF; 300 kB]).