Liebieghaus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt das Liebieghaus in Frankfurt am Main. Zu anderen Gebäuden ähnlichen Namens siehe Liebighaus.
Liebieghaus
Museum am Schaumainkai 71

Museum am Schaumainkai 71

Daten
Ort Frankfurt am Main, Hessen
Architekt Leonhard Romeis
Bauherr Heinrich von Liebieg
Baujahr 1896
Höhe ca. 25 m
Koordinaten 50° 6′ 7″ N, 8° 40′ 18″ OKoordinaten: 50° 6′ 7″ N, 8° 40′ 18″ O
Besonderheiten
Museum

Das Liebieghaus ist eine schlossartige historistische Villa am Sachsenhäuser Mainufer in Frankfurt am Main und beherbergt die Städtische Galerie Liebieghaus, die zu den Museen am Museumsufer zählt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der böhmische Textilfabrikant Baron Heinrich von Liebieg (1839–1904), Mitglied der Familie Liebieg, ließ 1896 die Villa als Altersruhesitz für sich erbauen; entworfen wurde sie von dem Münchener Architekten Leonhard Romeis.

Im Jahr 1907 erwarb die Stadt Frankfurt das Anwesen und widmete das Haus zu einem Museum für die städtische Skulpturensammlung um (aktueller Name: Liebieghaus Skulpturensammlung).

Erster Direktor war Georg Swarzenski, der ab 1907 die Sammlung aufbaute und 1909 das Museum eröffnete. Bedeutende Wissenschaftler waren seitdem als Kuratoren am Liebieghaus tätig, darunter die Kunsthistoriker Anton Legner und Herbert Beck (1969–2006) und die Archäologen Peter Cornelis Bol (1974–2006) und Vinzenz Brinkmann (seit 2006). Von 2006 bis 2016 war Max Hollein Direktor der Liebieghaus Skulpturensammlung. Nach seinem Weggang liegt die Leitung des Städel Museums, des Frankfurter Liebieghauses sowie der Schirn Kunsthalle seit 1. Oktober 2016 bei Philipp Demandt.[1]

Das Museum ist am Schaumainkai inmitten eines Gartens gelegen, in dem auch einige Skulpturen ausgestellt sind. Unter anderem steht dort unter einer kleinen Baumgruppe eine Kopie von Danneckers Ariadne.

Nach dem durch das Berliner Büro Kuehn Malvezzi konzipierten Umbau wurden im Oktober 2009, anlässlich der 100-Jahr-Feier, die neugestalteten Ausstellungsräume wiedereröffnet. Ein Schaudepot ermöglicht nun erstmals die Besichtigung eines Teils der nicht in der Dauerausstellung ausgestellten Werke.

Sammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sammlung[2] ist eine der bedeutendsten in Europa und umfasst griechische, römische und ägyptische Skulpturen aus der Antike sowie Stücke aus Mittelalter, Renaissance, Barock und Klassizismus als auch Werke aus Ostasien.

Das Liebieghaus besitzt eine universal ausgerichtete Sammlung, die sich weniger aus regionaler Kunst, Adelssammlungen oder säkularisiertem Kirchenbesitz speist, sondern auf dem internationalen Kunstmarkt zusammengekauft und durch Stiftungen erweitert wurde. Nur vergleichsweise wenige der Werke sind deswegen mit Frankfurt oder der Frankfurter Geschichte verbunden.

Zu den bedeutendsten Stücken gehören:

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1976: Olympia – Eine archäologische Grabung
  • 2006: Der Furienmeister
  • 2006: Schön im Leiden – Skulpturen der Passion Christi von Hans Multscher
  • 2006/07: Die phantastischen Köpfe des Franz Xaver Messerschmidt
  • 2008: Launen des Olymp. Der Mythos von Athena, Marsyas und Apoll
  • 2008: Bunte Götter – Die Farbigkeit antiker Skulptur[3]
  • 2009: Jean-Antoine Houdon. Die sinnliche Skulptur
  • 2010: Sahure – Tod und Leben eines großen Pharao
  • 2011: Elfenbein. Barocke Pracht am Wiener Hof
  • 2010/11: Niclaus Gerhaert. Der Bildhauer des Mittelalters
  • 2012: Jeff Koons. The Painter & The Sculptor (in Kooperation mit der Schirn Kunsthalle)
  • 2012/13: Kunstschätze des Mäzens Heinrich von Liebieg, Museum Giersch, Frankfurt am Main
  • 2013: Zurück zur Klassik. Ein neuer Blick auf das alte Griechenland
  • 2013/14: Nok. Ein Ursprung afrikanischer Kultur[4]
  • 2014/15: Die große Illusion. Veristische Statuen und ihre Techniken[5]
  • 2016: Athen. Triumph der Bilder.[6]
  • 2016/17: Heilige Nacht. Katalog.[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Liebieghaus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Claus-jürgen Göpfert: Kunsthalle Frankfurt: Demandt leitet auch die Schirn. In: fr-online.de. 29. Juli 2016 (fr-online.de [abgerufen am 6. August 2016]).
  2. Dokumentation der Sammlung im Bildindex der Kunst und Architektur.
  3. Vinzenz Brinkmann (Hrsg.): Bunte Götter. Die Farbigkeit antiker Skulpturen. Liebieghaus Skulpturensammlung, Frankfurt am Main. ISBN 978-3-9809701-6-7.
  4. Zwei Formenwelten in FAZ vom 30. Oktober 2013, S. 37.
  5. Wie die Kunst das Täuschen lehrt in FAZ von 4. Oktober 2014, S. 11.
  6. Rätsel aus dem Meer in FAZ vom 30. Mai 2016, Seite B4
  7. Eine himmlische Familie in FAZ vom 26. November 2016, Seite 13