Liebling Kreuzberg

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Seriendaten
Deutscher Titel Liebling Kreuzberg
Liebling kreuzberg 1997.svg
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Jahr(e) 1986–1998
Länge 50 Minuten
Episoden 58 in 5 Staffeln
Genre Anwaltserie
Produktion Novafilm Fernsehproduktion im Auftrag von SFB, NDR und WDR
Idee Jurek Becker
Musik 1. Staffel: Hans-Martin Majewski
2.–5. Staffel: Klaus Doldinger
Erstausstrahlung 17. Februar 1986 auf Erstes Deutsches Fernsehen
Besetzung

Hauptdarsteller:

Manfred Krug
Robert Liebling, Rechtsanwalt
Roswitha Schreiner
Sarah, Lieblings Tochter
Michael Kausch
Dr. Giselmund Arnold, Rechtsanwalt (Staffel 1–3)
Jenny Gröllmann
Isolde Isenthal, Rechtsanwältin (Staffel 4)
Stefan Reck
Dr. iur. Bruno Pelzer, Rechtsanwalt (Staffel 5)
Corinna Genest
Paula Fink, Rechtsanwaltsgehilfin (Staffel 1–3, 5)
Anja Franke
Senta Kurzweg, Azubi, später Rechtsanwaltsgehilfin

Nebendarsteller:

Peter Schiff
Rechtsanwalt Dr. Wolter (Freund und Kollege von Robert Liebling in Staffel 1–5)
Diana Körner
Rosemarie Monk, Staatsanwältin (Staffel 2–4)
Bodo Wolf
Staatsanwalt Fricke, Oberstaatsanwalt Ingverding
Andreas Grothusen
Staatsanwalt Humpe, Staatsanwalt Hainbucher
Friedrich-Karl Praetorius
Herr Wittlich (Referendar in der 2. Staffel)
Brigitte Grothum
Erika Liebling (Exfrau von Robert Liebling in Staffel 1–2)
Isa Jank
Lena Lewandowsky (Staffel 4)
Barbara Morawiecz
Richterin Böhm/Schnake (Staffel 2–4)
Martina Gedeck
Ria Hegenbach (Staffel 3–4)
Hans Nitschke
Justizbeamter (Staffel 1–5)
Friedrich G. Beckhaus
Herr Grollmann (Staffel 1–3)
Rolf Zacher
Willy Gumpert, geb. Rodegast (Staffel 2–4)
Regina Lemnitz
Frau Gumpert (Staffel 2–4)
Joachim Kemmer
Bauunternehmer Klinda (Staffel 4)
Gunter Schoß
Richter (Staffel 4)

Liebling Kreuzberg ist eine Fernsehserie der ARD, die in fünf Staffeln mit insgesamt 58 Folgen erstmals von 1986 bis 1998 gesendet wurde.

Die Drehbücher der Staffeln eins bis drei und fünf stammen von Jurek Becker, der seinem Freund Manfred Krug die Rolle des eigenwilligen Berliner Anwalts Robert Liebling auf den Leib schrieb. Die vierte Staffel wurde von Ulrich Plenzdorf verfasst. Regie führten Heinz Schirk (erste Staffel), Werner Masten (zweite bis vierte Staffel) und Vera Loebner (fünfte Staffel). Die Serie wurde vom SFB, NDR und WDR produziert. Die Musik der ersten Staffel stammt von Hans-Martin Majewski, in den späteren Staffeln von Klaus Doldinger.

Inhalt und Figuren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die namensgebende Hauptfigur Robert Liebling (* 12. Juni 1939) ist Rechtsanwalt und Notar, der seine Kanzlei im Berliner Bezirk Kreuzberg hat. Er trägt in den ersten vier Staffeln einen Dreitagebart, trägt Schlapphut, fährt erst Motorrad (zuerst eine Honda, dann eine BMW) und Cabrios (4. Staffel ein Mercedes-Benz Baureihe 124, 5. Staffel ein Mercedes-Benz W 111), raucht Zigarre und konsumiert in großen Mengen Götterspeise, die ihm seine Sekretärinnen Paula (gespielt von Corinna Genest) und Senta (Anja Franke) stets auf Vorrat bereithalten müssen. Mitunter hat Liebling mehrere Freundinnen gleichzeitig, was nicht selten zu Schwierigkeiten führt. Während er selbst solche Dinge ziemlich locker nimmt, reagiert er mit Eifersucht, wenn eine seiner Liebschaften in die Nähe der Untreue rückt.

Liebling nimmt prinzipiell nur Fälle an, die ihn interessieren. In der 1. Folge der 1. Staffel erklärt er, dass er ein von seinem Vater ererbtes Immobiliengeschäft verkauft hat und nun in seiner Eigenschaft als Notar alle daraus entstehenden Kaufverträge beurkundet. Dies sichert ihm eine gewisse finanzielle Unabhängigkeit, so dass er es sich leisten kann, Arbeit möglichst zu umgehen. Viel lieber geht er tagsüber an der Spree spazieren oder schläft in seinem Büro. Von der dennoch anfallenden Arbeit delegiert Liebling möglichst viel an seine Sozii. In den ersten drei Staffeln ist dies Michael Kausch in der Rolle des Dr. Giselmund Arnold, später Jenny Gröllmann als Isolde „Issi“ Isenthal und zuletzt Stefan Reck als Dr. Bruno Pelzer. Sie sind zumeist idealistischer, gleichzeitig auch konventioneller und insofern als Antagonisten des pragmatischen, aber eigenwilligen Liebling angelegt. Nicht zuletzt aus diesem Gegensatz resultiert ein Großteil des Dialogwitzes dieser Serie. Der Widerspruch ist indes häufig nur ein scheinbarer, weil Liebling auch selbst idealistische Züge hat.

Die einzelnen Episoden behandeln meist kleinere Rechtsstreitigkeiten, die den Laien häufig mit unerwarteten Rechtstatbeständen konfrontieren. Im parallelen Handlungsstrang sind Lieblings Freundinnen ein tragendes Thema. In den frühen Folgen wechseln die Beziehungen meist rasch, während in späteren Episoden die Spannung durch den beruflichen oder privaten Hintergrund der Frauen entsteht. In der 1. Staffel ist das Dodo (gespielt von Almut Eggert) und Anna Linder (Claudia Amm), in Staffel 2. und 3. sind dies die Staatsanwältin Rosemarie Monk (gespielt von Diana Körner), Lilly (Karin Eickelbaum), in der 4. Staffel Lena Lewandowsky (Isa Jank), in der 5. Staffel lange Zeit die verheiratete Lola Kornhaus (Monika Woytowicz) und zum Schluss Miriam Breslauer (Johanna Liebeneiner). Eine weitere wichtige Rolle in der privaten Rahmenhandlung spielt seine chaotische und chronisch geldknappe Tochter Sarah Liebling (Roswitha Schreiner), die in der letzten Staffel – zunächst im Geheimen – die Freundin von Lieblings Sozius Dr. Bruno Pelzer wird. Der Drehbuch-Autor Jurek Becker hat einen Cameo-Auftritt als Ex-Mann von Rosemarie Monk. Günter Schubert und Jörg Gudzuhn spielen in Staffel 4 zwei ehemalige Flüchtlinge aus der DDR, die ihren Cadillac nach einem Unfall auszulösen versuchen und nach Kanada wollen. Um das Geld zusammenzubekommen, helfen sie in der Kanzlei als Hausmeister aus.

Geschichtlicher Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liebling Kreuzberg ist nicht zuletzt auch ein Zeitdokument der geteilten und später wiedervereinigten Stadt Berlin. In den Staffeln 1 bis 3 (1985–1989) wird die Berliner Mauer zwar nicht eigentlich thematisiert, ist jedoch häufig im Bildhintergrund präsent, in der Folge 3 Der Beschützer klopft Liebling an die Mauer und sagt zu Arnold „deutsche Wertarbeit“. Zudem wird von Zeit zu Zeit der Viermächtestatus in Berlin am Rande thematisiert, so z.B. Strafen bei illegalem Waffenbesitz. In der 4. Staffel (1994), deren Drehbücher von Ulrich Plenzdorf geschrieben wurden, wird der Schauplatz der Handlung in den Berliner Osten, insbesondere in die Stadtteile Berlin-Mitte (Filmkanzlei am Monbijouplatz 12; das Haus ist mittlerweile saniert) und Prenzlauer Berg verlegt, womit sich auch die Sujets der Rechtsfälle verändern. In der 5. Staffel (1997, Filmkanzlei Bevernstraße, Ecke Köpenicker Straße) schließlich tritt die Stadt als Thema zunehmend in den Hintergrund.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jurek Becker erhielt für die Episode Taschenpfändung 1989 den DAV-Pressepreis Fernsehen des Deutschen Anwaltvereins[1][2]. Heinz Schirk, Jurek Becker und Manfred Krug erhielten 1987 für die Episode Der Beschützer den Adolf-Grimme-Preis mit Gold und 1988 für die gesamte Serie den Adolf-Grimme-Preis mit Silber. 1995 bekam Ulrich Plenzdorf den Adolf-Grimme-Preis mit Bronze für die vierte Staffel.

Darüber hinaus wurde die Serie mit dem Bayerischen Fernsehpreis 1990 und dem Telestar 1988 ausgezeichnet. Überdies wurde die Filmmusik in der Begründung des Adolf-Grimme-Preises 2005 für Klaus Doldinger explizit gewürdigt.[3]

Staffeln, Episoden und Sendezeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten drei Staffeln wurden montags, die vierte und fünfte dienstags, jeweils um 20:15 Uhr im ersten Programm der ARD erstmals ausgestrahlt. Seitdem wurde die Serie mehrfach in den Dritten Programmen und auf arte wiederholt.

Vorspanntitel der ersten Staffel 1986

1. Staffel (Erstausstrahlung 17. Februar – 24. März 1986)

Folge Titel Rechtsthema Gastauftritt
1 Der neue Mann Scheidung Karin Baal
2 Ein dringender Fall Geiselnahme Martin May, Christiane Maybach, Volker Brandt, Lutz Mackensy
3 Der Beschützer Körperverletzung Tayfun Bademsoy
4 Doppeleinsatz Unterschlagung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte Klaus Schwarzkopf, Manfred Lehmann
5 Kleine Fische Kautionsbetrug Wolfgang Spier
6 Der Retter Selbstmordversuch, Raubüberfall Ute Christensen, Klaus Dahlen, Peter Kuiper, Ronald Nitschke
Vorspanntitel der zweiten und dritten Staffel 1988/90

2. Staffel (Erstausstrahlung 22. Februar – 16. Mai 1988)

Folge Titel Rechtsthema Gastauftritt
1 Taschenpfändung Taschenpfändung Gerhard Olschewski, Lambert Hamel
2 Glück kommt, Glück geht Beamtenbeleidigung Alexander Radszun, Bodo Wolf, Harald Effenberg
3 Die Staatsanwältin Peter Seum, Werner Kreindl
4 Der Besuch Christoph Hofrichter, Joachim Pukaß
5 Die Abkassierer Betrug, Haftverschleppung Tilo Prückner, Wolf-Dietrich Sprenger, Hans Georg Panczak
6 Teilerfolg Diebstahl, Hehlerei, Mord Helmut Pick, Wilfried Herbst, Andreas Mannkopff, Gerhard Wollner
7 Zweimal Entlassung Arbeitsrecht Diether Krebs, Winfried Glatzeder, Rolf Zacher
8 Hausbesuche Waffenbesitz, Hehlerei Dietrich Mattausch, Irm Hermann, Walo Lüönd
9 Das eigene Geld Entmündigung, Gütertrennung Gerda Gmelin, Hartmut Becker, Christine Wodetzky
10 Rom und zurück Haftverschonung, Mietvertrag Klaus Wennemann, Wolf-Dietrich Berg, Ulli Kinalzik
11 Alles auf Bewährung Nötigung Maximilian Wigger, Ulli Kinalzik
12 Die Fehler der anderen Brandstiftung, Gewalt an Schulen Herbert Stass, Dieter Pfaff, Hans-Joachim Grubel
13 Ehrengericht Arbeitsrecht, Beleidigung Peter Matic, Hermann Treusch, Kostas Papanastasiou

3. Staffel (Erstausstrahlung 5. März – 23. April 1990)

Folge Titel Rechtsthema Gastauftritt
1 Ein Bruch nach dem anderen Einbruch Martin Semmelrogge, Georg Tryphon
2 Blumen für den Rechtsanwalt Versuchte Vergewaltigung Rüdiger Weigang
3 Selbsthilfe Stalking, Körperverletzung Martina Gedeck, Wolf-Dietrich Sprenger
4 Ausnahmsweise umsonst Bestechung Jurek Becker
5 Die Freiheit der Kunst Arbeitsrecht, Raub Eberhard Feik, Dieter Landuris
6 Anwälte unter sich Ladendiebstahl, Betrug, Komplizenschaft Jochen Kolenda, Christian Brückner, Jürgen Kluckert
7 Die Tochter der Freundin des Vaters Grundstücksrecht Iris Berben, Rolf Zacher, Regina Lemnitz
8 Jede Menge Abschied Frank Zander
Vorspanntitel der vierten Staffel 1994

4. Staffel (Erstausstrahlung 4. Januar – 5. April 1994)

Folge Titel Rechtsthema Gastauftritt
1 Einmal Anwalt – immer Anwalt
2 Berlin ist ein Dorf Nachbarschaftsstreit
3 Rote Ohren Hehlerei Martina Gedeck, Diana Körner
4 Lernet, ihr Richter auf Erden Pfändung Amorn Surangkanjanajai
5 Des Menschen Wille Prostitution Amorn Surangkanjanajai
6 Speckkartoffeln mit Pflaumen Claudia Michelsen, Walter Plathe
7 Widerstand und so weiter Sachbeschädigung Peter Matic, Karin Gregorek
8 Spatz in der Hand
9 Wer schmeißt denn da mit Lehm Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte Jaecki Schwarz
10 Kein bißchen schwanger Unterhaltspflicht
11 Ein bißchen Gewalt Scheidung
12 Ladendiebstahl lohnt sich Manfred Lehmann, Florian Lukas
13 Weiche Landung Gefährdung des Straßenverkehrs Jürgen Holtz, Stefan Krause

5. Staffel (Erstausstrahlung 7. Oktober 1997 – 17. März 1998)

Folge Titel Rechtsthema Gastauftritt
1 Lieblings neues Glück Henry Arnold, Angelika Milster, Heinz Rennhack
2 Unter uns Machos Joachim Paul Assböck, Gerd Baltus, Christine Neubauer, Peter Sattmann
3 Der Verbieter Diether Krebs, Maja Maranow, Michael Roll
4 Wissen ist Macht
5 Der Bauch eines Richters Claudia Schmutzler
6 Schmerzensgeld Thomas Hackenberg, Christian Goebel, Joachim Hermann Luger
7 Ausländersachen Victor Schefé
8 Paradies mit Folgen Franziska Troegner
9 Eine nette Intrige Roman Knižka, Gerhard Olschewski, Gila von Weitershausen
10 Der Krawattenmann Jörg Schüttauf
11 Die Sache Anja Clemens Andreas Grothusen
12 Paula, komm wieder
13 Besorgte Väter Bodo Wolf
14 Teure Zeugen Rufus Beck, Nina Hoger, Renate Krößner, Doris Kunstmann
15 Der Killer Ferdinand Dux, Veit Stübner
16 Hirngespinste Michael Lesch
17 Schwer verdientes Geld Uwe Steimle
18 Der einzige Ehrliche Billie Zöckler

DVDs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1. Staffel

  • Liebling Kreuzberg, 1. Staffel (2 DVDs, ET: 26. September 2007, ARD Video)

2. Staffel

  • Liebling Kreuzberg, 2. Staffel (4 DVDs, ET: 26. März 2008, ARD Video)

3. Staffel

  • Liebling Kreuzberg, 3. Staffel (3 DVDs, ET: 25. Februar 2009, ARD Video)

4. Staffel

  • Liebling Kreuzberg, 4. Staffel (4 DVDs, ET: 12. August 2010, ARD Video)

5. Staffel

  • Liebling Kreuzberg, 5. Staffel, Folgen 1–9 (3 DVDs, ET: 25. August 2006, Sony BMG/Pixis Medien)
  • Liebling Kreuzberg, 5. Staffel, Folgen 10–18 (3 DVDs, ET: 10. November 2006, Sony BMG/Pixis Medien)

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Staffeln eins bis drei erschienen von Alexander Rentsch bei Droemer Knaur begleitende Bücher in Romanform. Drei Bücher zur vierten Staffel sind unter dem Titel Liebling, Prenzlauer Berg von Ulrich Plenzdorf im Aufbau-Verlag erschienen. Zur fünften Staffel liegen episodenweise begleitende Romane aus dem Ullstein-Verlag von Horst Friedrichs und Jurek Becker vor.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Naserümpfen oder Verachtung - Norbert F. Pötzl über den Ansehensverlust der westdeutschen Anwälte (I) in Der Spiegel 4. Dezember 1989
  2. Liebling Kreuzberg DVD-Besprechung auf pixis-medien.de
  3. Grimme-Institut.de

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]