Lieferinger Kulturwanderweg

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Tafel 13 zum Lager Lexenfeld als Beispiel einer Schautafel des Lieferinger Kulturwanderwegs

Der Lieferinger Kulturwanderweg ist eine Reihe von 53 konzipierten Schautafeln zur Geschichte des Salzburger Stadtteils Liefering. Auf den in Liefering und darüber hinaus öffentlich aufgestellten Tafeln werden für die lokale Geschichte bedeutende Bauwerke, Stätten und Begebenheiten beschrieben.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Erarbeitung eines Buches über die Geschichte des ehemaligen Bauern- und Fischerdorfes Liefering entstand die Idee zur Errichtung eines Stadtteilmuseums.[1] Als Standort war das Lieferinger Mesnerhaus vorgesehen. Aufgrund fehlender finanzieller Mittel der Stadt Salzburg konnte es jedoch nicht eingerichtet werden,[2] sodass man sich als Ersatz zur Gestaltung eines „Wanderwegs“ mit Schautafeln entschied. Am 20. Oktober 2001 wurden die ersten acht Tafeln vorgestellt.[2] Die Errichtung der restlichen Tafeln erfolgte in zwei weiteren Etappen. Präsentiert wurde der fertige Weg mit 52 Tafeln am 1. Oktober 2006.[3] Mit der Eröffnung des Weges wurden die Inhalte der Tafeln auch als Buch publiziert, welches einige zusätzliche Informationen und weiteres Bildmaterial enthält.[4] Gleichzeitig mit der Eröffnung der S-Bahn-Haltestelle Salzburg-Liefering Mitte Dezember 2014 wurde auch eine 53. Tafel vor dem Zugang zur Haltestelle aufgestellt.

Initiiert hatte das Vorhaben der im Jahr 2000 gegründete Verein Stadtteilmuseum Salzburg-Liefering, die Arbeiten wurden ehrenamtlich durchgeführt.[5] Die Kosten für die einzelnen Tafeln trugen die öffentliche Hand, Vereine sowie Firmen und Privatpersonen. Der Lieferinger Kulturwanderweg wurde 2007 mit dem Förderpreis der Salzburger Volkskultur ausgezeichnet.

Die Schautafeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 53 Schautafeln des Wanderwegs sind in der Konzeption einheitlich gestaltet; die 100 × 60 cm großen Tafeln enthalten Abbildungen und Texte zu jeweils einem bestimmten Thema. Die Texte stammen von 32 Autoren, darunter namhaften Historikern, Archäologen und Archivaren. Die Abbildungen sind – sofern möglich – historischen Datums oder bestehen andernfalls meist in Form von Zeichnungen. Das rechte Viertel des Tafelraums ist bei allen Tafeln reserviert für ein Logo des Kulturwanderwegs und einen Stadtteilplan mit den gekennzeichneten Positionen der Tafeln. Auch wird hier der Stifter der jeweiligen Tafel genannt.

Aufgestellt sind die Schautafeln verstreut über den gesamten Stadtteil; sie befinden sich an historischen Stellen oder in unmittelbarer Nähe zu den heute noch existierenden Objekten, auch direkt angebracht an Gebäuden. Einige der Tafeln stehen außerhalb der Grenzen des heutigen Salzburger Stadtteils Liefering im Stadtteil Taxham (Tafeln 11, 12, 33, 40, 49) und im Gemeindegebiet von Wals-Siezenheim (Tafeln 10, 39, 52). (Liefering gehörte von der Einführung der Ortsgemeinden 1850 bis 1939 zur damaligen Gemeinde Siezenheim.)

Die Stationen sind in Plänen zwar nummeriert, nicht aber die Tafeln selbst, die auch räumlich keiner durchgehenden Aufstellungsordnung folgen. Der „Wanderweg“ durch den Stadtteil ist ebenfalls nicht gekennzeichnet, doch es gibt für die Betrachtung der Tafeln keine inhaltlich notwendige Abfolge. Derzeit sind 50 Tafeln zu sehen, zwei (Nr. 37 und 51) wurden mittlerweile im Zuge von baulichen Veränderungen entfernt und eine (Nr. 20), weil das beschriebene Objekt aufgelassen wurde. Tafel 37 am Saalachspitz ersetzte man durch neue, anders gestaltete Informationstafeln.

Die Schautafeln des Lieferinger Kulturwanderwegs
Nr. Titel / Thema Standort der Tafel Positionierung Kurzbeschreibung
1 Die Peter-Pfenninger-Schenkung Am Peter-Pfenninger-Haus, Törringstraße 2
47° 49′ 26″ N, 13° 0′ 30,8″ O
Peter Pfenninger-Haus, Salzburg.jpg Die 1877 beurkundete Peter-Pfenninger-Schenkung ist das Vermächtnis des letzten hauptberuflichen Fischers der Lieferinger Fischerinnung, welche im Dienst der Salzburger Erzbischöfe gestanden war. Zu den Aufgaben des heutigen aus 10 Lieferinger Persönlichkeiten bestehenden Kuratoriums der Schenkung zählt im Besonderen die Betreuung der örtlichen Fischereigewässer wie etwa die an den Salzachseen.
2 Lieferinger Pfarrkirche hll. Petrus und Paulus Im Eingangsbereich der Alten Lieferinger Pfarrkirche, Lieferinger Hauptstraße 87
47° 49′ 26,8″ N, 13° 0′ 32,3″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafel 02.jpg Erstmals 790 urkundlich erwähnt, fiel der erste Kirchenbau einer Brandkatastrophe um 1100 zum Opfer. Der nachfolgende romanische Bau, der heute in Teilen noch erhalten ist, wurde spätgotisch umgebaut (geweiht 1561). Aus dem späten 17. Jahrhundert stammen der barockisierte Altar und die Turmhaube. Ebenfalls zu dieser Zeit erfolgten Anbauten an der Außenseite der Kirche, die bei Renovierungsarbeiten um 1980 abgebrochen wurden. Vom ehemaligen gotischen Altar erhalten blieben acht kleine Altartafeln von ca. 1465.
3 Das Mesnerhaus Am Mesnerhaus, Lieferinger Hauptstraße 106
47° 49′ 25″ N, 13° 0′ 34,1″ O
Mesnerhaus - Salzburg-Liefering-1.JPG Das Mesnerhaus stammt aus dem 17. Jahrhundert und diente bis 1900 als Grundschule. Im 20. Jahrhundert fungierte es unter anderem als Pfarrhof (bis 1993). Nach einer Generalsanierung beherbergt es seit 2002 einen örtlichen Stadtteilverein.
4 Alte Lieferinger Volksschule An der Stützmauer vor der Volksschule Liefering 1, Törringstraße 4
47° 49′ 27″ N, 13° 0′ 27,9″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafel 4.jpg Schulunterricht in Liefering ist seit 1661 bezeugt. Nachdem im Mesnerhaus und im Schlossbauerngut unterrichtet worden war, wurde das Gebäude der jetzigen Volksschule Liefering 1 im Jahr 1900 in Betrieb genommen. Das Haus wurde im 20. Jahrhundert erweitert, die Wandmalerei stammt von Wilhelm Kaufmann aus dem Jahr 1967.
5 Das Dorf in der Stadt Auf der Überdachung des Lieferinger Tunnels
47° 49′ 20,7″ N, 13° 0′ 33,1″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafel 05.jpg Liefering war seit jeher und bis zu seiner Eingemeindung nach Salzburg (1939) ein Dorf, dessen landwirtschaftlichen Erträge in erster Linie dem Eigenbedarf dienten. Grundeigentümer waren bis 1848/49 die Salzburger Fürsterzbischöfe. Seit dem frühen 20. Jahrhundert nahm die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe stetig ab. Eine Identität als Dorf hat sich Liefering bis heute bewahrt, und es propagiert sich selbst als „das Dorf in der Stadt“.
6 Die Teilung Lieferings durch die Reichsautobahn 1938 Auf der Überdachung des Lieferinger Tunnels beim Kinderspielplatz
47° 49′ 21,7″ N, 13° 0′ 31,7″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafel 06-2.jpg Die Fortsetzung des Baus der Reichsautobahn von München nach Wien begann nach Fertigstellung des Teilstücks bis zum Grenzübergang Walserberg und unmittelbar nach dem Anschluss Österreichs mit einer Spatenstichfeier am 7. April 1938. Die Autobahntrasse zerteilte das Siedlungsgebiet Lieferings, mehrere Bauten mussten der Autostraße weichen. Auf dem vorerst unvollendet gebliebenen Bau fanden von 1947 bis 1965 publikumsträchtige Motorradrennen statt. Als eine Art Wiedervereinigung empfand man die Errichtung des Lieferinger Tunnels über die heutige Westautobahn (A1), der als Emissionsschutz gegen Lärm und Abgase 1999 bis 2001 errichtet wurde.
Siehe auch Lieferinger Tunnel
7 Das Schlossbauerngut mit der St.-Anna-Kapelle An der Lieferinger Hauptstraße – Einmündungen Zufahrt Nr. 86 und Preßlweg
47° 49′ 17,6″ N, 13° 0′ 41,1″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafel 7.jpg Siehe Schlossbauerngut
8 Der Baldehof Auf der Zufahrt zum Baldehof
47° 49′ 17,3″ N, 13° 0′ 38,7″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafel 08-2.jpg Der Vorgängerbau des jetzigen barocken Baldehofs wurde um 1700 zu einem Landsitz erweitert, der später in adeligem Besitz war. Namensgeber des Hauses war der Lederhändler Wilhelm Balde, der das Anwesen 1864 kaufte. 1889 kam es in den Besitz der Kongregation der Barmherzigen Schwestern. Seit 1990 beherbergt das Gut den Pfarrhof der katholischen Pfarre Liefering.
9 Römerzeitliche und frühmittelalterliche Gräber an der Lexengasse Lexengasse – Einmündung Baldehofstraße
47° 49′ 12,2″ N, 13° 0′ 31,7″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafel 09-1.jpg Auf dem Feld neben der Lexengasse[6] fanden sich ab den 1920er Jahren etliche Gräber, von denen als ältestes ein Kindergrab um das Jahr 100 n. Chr. stammt. Das Gelände wurde bis zur Gründung der Lieferinger Kirche im 8. Jahrhundert als Friedhof genutzt. Viele der Gräber waren geplündert worden. Große Teile des Friedhofs hat man nicht freigelegt; man schätzt die Existenz von 200 bis 300 Gräbern.
10 Ein Dorf der Hallstattzeit Am Bahnweg neben der Brücke über die Westautobahn in Wals-Siezenheim an der Gemeindegrenze zum Salzburger Stadtteil Taxham
47° 49′ 11,9″ N, 13° 0′ 19″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafel 10-1.jpg Im Zusammenhang mit Bauarbeiten kamen 1942/43 an der Trasse der Bahnstrecke Rosenheim–Salzburg Spuren einer Siedlung und Fundgegenstände aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. (ältere Eisenzeit) zum Vorschein. Es handelte sich um eine Ansiedlung bestehend aus zumindest acht parallel ausgerichteten Häusern in Pfahlbauweise. Die Fundstätte nahe dem Container-Terminal Salzburg ist wieder zugeschüttet.
11 Der römische Gutshof von Liefering Vor dem Haupteingang der „Spar“-Zentrale nächst dem Kreisverkehr bei der Autobahnausfahrt Salzburg-Kleßheim in Taxham
47° 49′ 0,6″ N, 13° 0′ 16,8″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafel 11.jpg Im Zuge des Baus der damaligen Reichsautobahn von München nach Wien kamen um 1940 die Überreste eines römischen Gutshofes (Villa rustica) und dazugehörende Kleinfunde zum Vorschein. Das Objekt umfasste Wohngebäude für den Gutsherren und das Gesinde sowie etliche Wirtschaftsgebäude und war Teil eines ganzen Rings von solchen Bewirtschaftungen, die die Vorläuferstadt von Salzburg, Juvavum, mit Lebensmitteln versorgte. Die Fundstätte aus dem 1. bis 4. Jahrhundert n. Chr. liegt bei der heutigen Autobahnausfahrt Salzburg-Kleßheim, das zum Gelände der österreichischen „Spar“-Zentrale gehört.
12 Ein Grab aus der Hallstattzeit Dr.-Gmelin-Straße – Einmündung Favoritagasse (Stadtteil Taxham)
47° 48′ 42,4″ N, 13° 0′ 35,5″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafel 12-2.jpg An der Stelle befand sich bis in die 1970er Jahre als sanfter Hügel erkennbar eine Grabstätte aus der Zeit um 600 v. Chr. Bei dem Brandgrab wurden Gefäße, Schmuckstücke und Beschlagteile eines vierrädrigen Wagens aufgefunden.
13 Lager Lexenfeld Peter-Pfenninger-Straße – Einmündung Baldehofstraße
47° 49′ 2,7″ N, 13° 0′ 43,7″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafel 13.jpg Das nach dem Anschluss Österreichs von den Nationalsozialisten angelegte Lager mit 17 Holzbaracken stand auf dem Gelände des Privatgymnasiums der Herz-Jesu-Missionare und diente während der NS-Zeit als Behelfsunterkunft für Soldaten. Nach dem Krieg waren hier Flüchtlinge aus Osteuropa und bis in die 1960er Jahre andere hilfsbedürftige Personen untergebracht. Die letzte Baracke, die den Kindergarten Lexenfeld beherbergte, war bis 1991 in Betrieb und wurde 1993 abgerissen.
14 Das Gut Schönleiten Vor dem Eingang zum Gymnasium der Herz-Jesu-Missionare, Schönleitenstraße 1
47° 48′ 56,9″ N, 13° 0′ 50,4″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafel 14.jpg Siehe Schloss Schönleiten
15 Die Christian-Doppler-Klinik Vor der Christian-Doppler-Klinik, Ignaz-Harrer-Straße – Einmündung Guggenmoosstraße
47° 48′ 46,3″ N, 13° 1′ 19,3″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafel 15.jpg Siehe Christian-Doppler-Klinik
16 Die Philomenakapelle Bei Ignaz-Harrer-Straße 89 – Einmündung Schönleitenstraße
47° 48′ 53″ N, 13° 1′ 14,9″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafel 16.jpg Siehe Philomenakapelle (Salzburg)
17 Der Gasthof Kohlpeter Am Gasthof Kohlpeter neben dem gastgartenseitigen Eingang, Lieferinger Hauptstraße 23
47° 49′ 1,2″ N, 13° 1′ 1,7″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafel 17.jpg Das Haus wurde in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts – angeblich mit den Mitteln aus einem am Lieferinger Hügel aufgefundenen Geldschatzes – errichtet. Dritter Besitzer war ab 1847 Peter Six, der darin eine Kohlenhandlung und ein kleines Wirtshaus betrieb, woraus sich auch der Hausname herleitet. Das Haus ist seit 1882 in Besitz der Nachkommen der damaligen Käufer Franz und Theresia Doppler.
18 Das Gärtnergut Vor dem Gärtnergut, Peter-Pfenninger-Straße 4
47° 49′ 11,2″ N, 13° 0′ 49,3″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafel 18-2.jpg Für das Gärtnergut ist ab dem 16. Jahrhundert eine geschlossene Besitzerreihe nachzuweisen, doch ist ein Vorgängerbau, das Preßlgut, schon einige Zeit zuvor urkundlich erwähnt. Der Name Gärtnergut geht auf den Lodronschen Gärtner Martin Mayr zurück, der das Anwesen 1723 erwarb. Seit 1851 ist das Haus im Besitz der Familie Eschenlohr.Vor dem Gebäude befindet sich ein aus dem 18. Jahrhundert stammender Ginkgobaum.
19 Die Haber- oder Haferlmühle An der Lieferinger Hauptstraße auf Höhe Nr. 70
47° 49′ 13,8″ N, 13° 0′ 51,1″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafel 19-1.jpg Die bereits um etwa 1350 belegte Mühle ist der älteste nachweisbare Gewerbebetrieb von Liefering. Viele Besitzer betrieben neben der Mühle ein zweites Gewerbe, so gab es daneben auch von den Besitzern betriebene Bäckereien, ein Sägewerk oder einen Krämerladen. Die Mühle war bis 1976 in Betrieb und wird heute als Wohngebäude und Lagerraum genutzt.
20 Die evangelische Johanneskapelle Stauffeneggstraße 51 Tafel wurde entfernt. Für protestantische Flüchtlinge aus Südosteuropa, die nach dem Zweiten Weltkrieg nach Salzburg gekommen waren, wurden mehrere Wohnmöglichkeiten geschaffen. In das Gebäude Stauffeneggstraße 49–51 wurde eine Kapelle integriert, die bis zur Errichtung der evangelischen Pfarrkirche in Taxham neben der Christuskirche als zweites Gotteshaus in Salzburg diente. Das Altarbild stammte vom Salzburger Maler Wilhelm Kaufmann, Figuren von der Tiroler Künstlerin Brigitte Gmach. Neben anderen Veranstaltungen fanden zweimal monatlich Gottesdienste statt. Die Kapelle wurde um 2010 aufgelassen.
21 Die Pfarre St. Martin Vor der Pfarrkirche St. Martin am Glockenturm, Triebenbachstraße 26
47° 49′ 21,1″ N, 13° 1′ 14,5″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafel 21-1.jpg Nachdem in den 1960er Jahren die Bevölkerung Lieferings stark zugenommen hatte, wurde aus räumlichen Gründen eine zweite katholische Kirche fällig. Anfangs wurden ab 1968 Gottesdienste außerhalb der Alten Pfarrkirche Liefering im Gebäude der neu errichteten Volksschule Liefering 2 abgehalten, ab Weihnachten 1972 in dem schon bestehenden Pfarrsaal. Gegen Jahresende 1969 war die Gründung der neuen Pfarre Salzburg-St. Martin beschlossen worden. Der Baubeginn des gesamten Pfarrzentrums mit sozialen Einrichtungen erfolgte erst im Mai 1979, die Einweihung der Kirche am 9. November 1980. Die Pfarre erstreckt sich auf das Salzachseegebiet und den gesamten Raum östlich der Münchner Bundesstraße.
22 Salzachschifffahrt Am Ende der Theodostraße an der Salzach
47° 49′ 56,7″ N, 13° 1′ 34″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafel 22-3.jpg Vom Mittelalter bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts herrschte auf der Salzach reger Handelsverkehr hauptsächlich zwischen Hallein und Laufen (Salz, Getreide, Wein und andere Waren). Kontrolliert wurde der Verkehr von den Schiffseignern in Laufen. Der Fluss diente zudem sowohl Lieferinger als auch Laufener Fischern als Fanggrund. Mit der neuen Grenzziehung zwischen Bayern und Salzburg im Jahr 1816 entlang der Salzach beschränkte sich der Handel zusehends und kam mit dem Anschluss der Städte an die Eisenbahn Mitte des 19. Jahrhunderts völlig zum Erliegen.
23 Die Donauschwaben in der Salzachseesiedlung Am Rande der Salzachseesiedlung, bei der Kreuzung Theodostraße – Schmiedingerstraße
47° 49′ 50,9″ N, 13° 1′ 17,6″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafel 23-1.jpg Die im 18. Jahrhundert in den unteren Donauraum angeworbenen deutschsprachigen Siedler (Donauschwaben) wurden im Zweiten Weltkrieg enteignet, vertrieben oder deportiert. Nach dem Krieg kamen viele dieser Flüchtlinge auch nach Salzburg, wo sie sich Anfang der Fünfzigerjahre in der neu erschlossenen Salzachseesiedlung in mehr als 50 Häusern neue Heime errichteten.
24 Die Lieferinger Fischer Bei der Brücke der Fischergasse über die Altglan
47° 49′ 54,2″ N, 13° 0′ 45,5″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafel 24-2.jpg Das Gebiet des Zusammenflusses von Saalach und Salzach (Saalachspitz) war früher fischreiches Gewässer und in Liefering der Fischerberuf stark vertreten. Bis 1803 hatten die Lieferinger Fischer als Lieferanten des fürsterzbischöflichen Hofes von Salzburg Sonderrechte. Streitigkeiten um die Fanggründe gab es wiederholt mit den Salzachschiffern von Laufen. Heute wird das Handwerk des Fischens in Liefering nur noch als Hobby betrieben.
25 Römische Siedlungsspuren am Forellenweg Hinter der Forellenwegsiedlung bei Eugen-Müller-Straße 99
47° 50′ 7,3″ N, 13° 0′ 9,5″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafel 25-2.jpg Im nördlichen Bereich der Forellenwegsiedlung wurden bei Grabungsarbeiten in den 1980er Jahren Spuren von landwirtschaftlichen Gebäuden und Vorrichtungen der Römer aus der Zeit um die Besetzung Norikums gefunden. Es ist unklar, ob diese zur römischen Villa in Kleßheim oder zu einem möglichen näher befindlichen Lager gehörten.
26 Das Saalachkraftwerk Rott Neben dem Kraftwerk Rott
47° 50′ 5,4″ N, 12° 59′ 42″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafel 26.jpg In den 1940er Jahren wurde das Kraftwerk Rott an der Saalach auch aus Gründen zur Sicherung der wenige hundert Meter oberhalb befindlichen Eisenbahnbrücke angelegt und 1950 in Betrieb genommen. Nach rund fünfzig Betriebsjahren war es technisch und aus ökologischer Sicht veraltet und bot auch keinen sicheren Hochwasserschutz mehr. Vom November 2002 bis Jänner 2005 wurde daher ein neues Kraftwerk errichtet. Parallel dazu wurde auch die unmittelbar daneben befindliche Grenzbrücke nach Freilassing erneuert.
27 Brücken über die Saalach Auf der Grünfläche zwischen dem Kraftwerk Rott und der Saalachbrücke
(nächst Tafel 26 und unmittelbar neben Tafel 46)
47° 50′ 5,8″ N, 12° 59′ 42,2″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafel 27.jpg Im Bereich der heutigen Grenzübergänge von Salzburg nach Freilassing auf Bahn und Straße über die Saalach gab es wahrscheinlich bereits zur Römerzeit eine Brücke der Via Julia. Erstmals urkundlich ist eine mautpflichtige Brücke von 1372. Im Laufe der Zeit gab es wiederholt verschiedene Neubauten und Provisorien. Die derzeitigen Überquerungsmöglichkeiten der Saalach sind die Eisenbahnbrücke der Kaiserin Elisabeth-Bahn von 1860, die Straßenbrücke der österreichischen Münchener Straße bzw. der deutschen Bundesstraße 304 von 2004 sowie der Fußgänger- und Fahrraddamm am Kraftwerk Rott von 2005. Die zweigleisige Eisenbahnbrücke wird 2015/2016 durch eine weitere mit einem dritten Gleis ergänzt.
28 Die Haselwimmerkapelle Beim Haselwimmerhaus, Pulvermacherweg 4
47° 49′ 53,3″ N, 12° 59′ 41,8″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafel 28.jpg Die 1997 errichtete und 1998 der hl. Maria geweihte Haselwimmerkapelle steht an der Stelle einer früheren Kapelle aus dem 19. Jahrhundert. Das Altarbild ist original.
29 Das alte Zollhaus in der Rott Am alten Zollhaus, Saalachstraße 78
47° 49′ 51,4″ N, 12° 59′ 40,7″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafel 29.jpg Nachdem 1816 ein Teil Salzburgs aufgrund neuer Grenzen zu Bayern gekommen war, wurde 1829 das neue Grenzgebäude fertiggestellt. Das Haus beherbergte eine Zoll- und Finanzwacheabteilung und war bis zur Errichtung des neuen Zollamts Freilassing-Saalbrücke 1960 in Betrieb.
30 Die Freiwillige Feuerwehr Liefering Vor dem Lieferinger Feuerwehrhaus, Bichlfeldstraße 7
47° 49′ 40,7″ N, 13° 0′ 11,8″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafel 30-1.jpg Da Liefering in der Vergangenheit von Großbränden weitestgehend verschont geblieben war, kam es auch erst 1890/91 zur Gründung einer örtlichen Freiwilligen Feuerwehr, die bis zum Anschluss Österreichs an Nazideutschland 1938 existierte. Erst erneute Brandserien zu Beginn der 1990er Jahre waren Anlass zur neuerlichen Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr Liefering; die Gründungsversammlung erfolgte im Februar 1995, die Eröffnung der neuen Feuerwache im Mai 1996.
31 Der Franzosenhügel Am Lieferinger Hügel bei Törringstraße 9
47° 49′ 27″ N, 13° 0′ 25,8″ O
Lieferinger Hügel - Törringstraße 01.JPG Siehe Lieferinger Hügel
32 Der Hartlwirt Am Gebäude des Hartwirts seitlich des Eingangs, Lieferinger Hauptstraße 120
47° 49′ 29,7″ N, 13° 0′ 34,4″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafel 32-1.jpg Das Wirtshaus ist 1779 erstmals urkundlich erwähnt, bestand vermutlich aber schon weitaus länger. Ein späterer Besitzer war ein überaus erfolgreicher Pferdehändler, ein Teil der Stallungen befand sich hier. Das Haus erhielt 1907 den ersten Telefonanschluss in Liefering. Nach einer Renovierung 1976 diente der vorherige Kuhstall für zwei Jahrzehnte als Proberaum für die Camerata Academica. Das Gasthaus wird heute auch als Pension geführt.
33 Die Eisenbahn in Liefering An der Peter-Pfenninger-Straße gegenüber dem Europark nahe der S-Bahn-Haltestelle Salzburg Taxham
47° 48′ 56,5″ N, 13° 0′ 34,1″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafel 33-1.jpg Der Bau der Kaiserin Elisabeth-Bahn bzw. des Abschnitts der heutigen Bahnstrecke Rosenheim–Salzburg in den 1850er Jahren bewirkte eine Zerschneidung des Gebiets von Liefering. Der Bahndamm – vorerst jahrelang ohne Wegunterführungen – wirkte wie ein Riegel; gewachsene Verbindungen wurden quasi gekappt. Ursprünglich war im Bereich Lieferings der Salzburger Grenzbahnhof nach Deutschland vorgesehen, militärische Bedenken sprachen jedoch dagegen. Während des Zweiten Weltkriegs existierte ein Empfangsbahnhof für Gäste des nahe gelegenen Schlosses Kleßheim, das von den Nationalsozialisten als „Reichsgästehaus“ für hochgestellte Persönlichkeiten diente. 1985 wurde die geplante Erweiterung des Container-Terminals Salzburg aufgrund von Bürgerprotesten fallengelassen. Tatsächlichen Nutzen für Liefering brachte die Bahn erst im Zuge der Einrichtung der S-Bahn Salzburg mit dem Bau der Haltestellen Salzburg Taxham und Salzburg Liefering in den Jahren 2006 bzw. 2013.
34 Die Regulierung der Glan Linke Glanzeile, am sog. Glanspitz, der Mündung des Glankanals in die Salzach
47° 49′ 25,7″ N, 13° 1′ 54,8″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafel 34-1.jpg Bereits gegen Ende des 16. Jahrhunderts dachte man über eine Regulierung der Glan nach, beschlossen wurde eine solche erst nach 1924. Ziel war es, durch Austrocknung des Leopoldskroner Mooses im Süden der Stadt sowie im Bereich des Unterlaufs durch Eindämmung der Hochwassergefahr die Grundlagen für eine Ausbreitung der Stadtbesiedelung herzustellen. In der ersten Bauphase der Glanregulierung wurde in Liefering an der heutigen Grenze zum Stadtteil Lehen von November 1933 bis April 1935 ein Hochwasserentlastungsgerinne, der sogenannte Glankanal, angelegt. Die weiteren Regulierungsmaßnahmen bis 1953 betrafen obere Abschnitte der Glan. Für die Bauarbeiten wurden auch Insassen des Zigeunerlagers Maxglan als Zwangsarbeiter herangezogen.
35 Von der Dult zum Salzburger Messezentrum Am Messezentrum, bei der alten Obuskehre vor dem Arena City Hotel
47° 49′ 19,9″ N, 13° 1′ 41,5″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafel 35-2.jpg Die beiden traditionellen, geschichtlich lange zurückreichenden Jahrmärkte in Salzburg sind der Rupertikirtag im September und die rein volksfesthafte Dult zu Pfingsten. Die im Frühjahr stattfindende Dult ist erstmals um 1368 erwähnt und fand im Laufe der Zeit an verschiedenen Orten im Zentrum Salzburgs statt. 1896 wurde die Dult eingestellt und nach einem Intermezzo 1924 erst wieder nach dem Zweiten Weltkrieg fix eingerichtet. Seit Ende der Sechzigerjahre findet sie in Liefering statt. Auf dem Veranstaltungsgelände wurde in den frühen Siebzigerjahren das Salzburger Ausstellungszentrum angesiedelt, das mittlerweile baulich stark erweitert das Messezentrum Salzburg bildet.
36 Sagen und Märchen aus Liefering An der Salzach auf Höhe eines Zugangs zum Badesee Liefering
47° 50′ 21,5″ N, 13° 1′ 6″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafel 36-2.jpg Häufig sind in Moor-, Sumpf- und anderen Feuchtgebieten im Volksmund schaurige Geschichten über sagen- und märchenhafte Figuren anzutreffen. Das Mündungsgebiet der Saalach in die Salzach war früher eine solche Gegend, sodass auch hier – besonders von den Schiffern auf der Salzach – grauenhafte Ereignisse erzählt wurden. Bestärkt wurde dieses Phänomen durch die Tatsache, dass im extrem kalten Winter von 1800 beim Kampf gegen die einrückenden Truppen Napoleons Getötete in dem morastigen Boden festgefroren waren. Neben Wassergeistern und der Figur des Wassermannes gibt es auch Geschichten um den Riesen Abfalter, eines Bewohners des Untersbergs, von dem wiederholt die Sage geht, dass in ihm Menschen leben oder auf ihm Menschen verschwinden.
37 Die Regulierung der Saalach und Salzach / Regulierungsmaßnahmen im Bereich Herrenau und Saalachspitz Am Saalachspitz Tafel wurde entfernt. Als 1816 das Land Salzburg zu Österreich kam, war auch aus militärischer Sicht eine exakte Definition der Grenze notwendig. Da sich von Natur aus die unregulierten Flussläufe von Saalach und Salzach ständig veränderten, wurde eine Begradigung der Flussläufe beschlossen und 1817 eine Trasse kartiert, wobei die Flussmitte die Landesgrenze darstellen sollte (und die sie bis heute ist). Es wurden Böschungen angelegt und die Flüsse in engere Bette gezwängt, was über etliche Jahrzehnte eine Austrocknung des Gebiets bewirkte und infolge eine Nutzung des Landes ermöglichte. Eine letzte Kartierung des Grenzverlaufs erfolgte in den 1950er Jahren. Die Salzach wurde im damaligen Stadtgebiet von Salzburg von 1854 bis 1867 reguliert, letzte Ausbauten erfolgten bis 1930. Am Saalachspitz wurden 2014 zu Hochwasserschutzzwecken bauliche Veränderungen vorgenommen.
38 Die Entscheidung an der Saalachbrücke / Die kampflose Übergabe der Stadt Salzburg am 4. Mai 1945 Nahe der Eisenbahnbrücke über die Saalach, vor den Grundstücken Saalachstraße 59 und 63
47° 49′ 54,1″ N, 12° 59′ 26,3″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafel 38-2.jpg Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs war man von nationalsozialistischer Seite noch der Ansicht, dass die Stadt Salzburg gegen die Rote Armee verteidigt werden müsse. Tatsächlich rückten aber nach der Einnahme Münchens US-amerikanische Truppen nach Salzburg vor und es wurde die Straßenbrücke von Liefering nach Freilassing gesprengt. Der örtliche Kampfkommandant Oberst Hans Lepperdinger widersetzte sich aber am 3. Mai 1945 der Anordnung zur Verteidigung der Stadt und verkündete tags darauf um 6.00 Uhr früh per Rundfunk die kampflose Übergabe der Stadt an die Amerikaner. Nach Verhandlungen am selben Morgen rückte gegen Mittag die US-Armee kampflos in die Stadt Salzburg ein.
39 Das Vorfeld von Schloss Kleßheim Neben der Einfahrt zum Schloss Kleßheim in der Gemeinde Wals-Siezenheim
47° 49′ 4,7″ N, 12° 59′ 45,4″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafel 39-1.jpg Bis in die 1940er Jahre gab es zum Schloss Kleßheim keine mittig angelegte Zufahrt, man erreichte das Schloss auf der Kleßheimer Allee seitlich beim Winterschloss (heute: Kavalierhaus). Die Felder davor wurden landwirtschaftlich genutzt. Die Nationalsozialisten planten als Zufahrt in der Mittelachse des Gartenparterres mit Ausblick nach Salzburg eine breit angelegte "Europastraße", die aber nie zustande kam. Die heutigen Torpavillons als Teil dieser Achse wurden 1940–1942 nach Plänen von Otto Strohmayr errichtet, die marmornen Adler stammen vom Bildhauer Jakob Adlhart. Das Vorfeld des Schlosses wurde für Industrie- und Gewerbezwecke hergegeben, sodass kein imposanter Zugang zur Schlossanlage besteht.
40 Die Bellaria vor Kleßheim Ecke Peter-Pfenninger-Straße – Norbert-Brüll-Straße im Stadtteil Taxham
47° 48′ 49,5″ N, 13° 0′ 30,2″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafel 40-1.jpg Auf der Sichtachse von Schloss Kleßheim nach Salzburg befand sich etwa an der Stelle der Schautafel ein Lustschlösschen in Form eines zweistöckigen Zwölfeckbaus mit Türmchen. Der Bau entstand wahrscheinlich erst nach der Fertigstellung von Schloss Kleßheim und wurde vermutlich im Zuge der Kampfhandlungen bei Einrücken der Franzosen nach Salzburg um 1800 zerstört. Die Bezeichnung Bellaria für den Bau (analog der Wiener Bellaria) existiert heute noch in der verballhornten Form Bolaring als Name der hier angrenzenden Wohnsiedlung.
41 Der Annahof Vor dem alten Annahof, Gailenbachweg 13
47° 48′ 38,1″ N, 13° 1′ 19,7″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafel 41-2.jpg Das ehemalige Landwohnhaus von 1848 dient seit der ersten Hälfte der 1950er Jahre als Schule und war über mehrere Jahrzehnte ein Internat. Zusammen mit dem Neubau aus den 1950er Jahren (1997 erweitert und 2002 generalsaniert) beherbergt der Komplex heute die Höhere Lehranstalt und Fachschule für wirtschaftliche Berufe sowie die Fachschule für Mode und Bekleidungstechnik.
42 Klein-Amerika in Salzburg – Die General-Keyes-Siedlung Auf dem Grundstück General-Keyes-Straße 6
47° 48′ 50,9″ N, 13° 1′ 20,5″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafel 42-1.jpg Auf dem Gelände eines ehemaligen Arbeitsdienstlagers der Zwischenkriegszeit entstand um 1950 eine von der amerikanischen Besatzungsmacht errichtete Wohnsiedlung für die stationierten Armeeangehörigen. Die 272 Wohneinheiten umfassende Siedlung umfasste auch zwei Kaufhäuser, eine Tankstelle und eine KFZ-Werkstätte. Die großzügig angelegte Siedlung wurde von den Salzburgern als „Klein-Amerika“ bewundert. Benannt ist die Siedlung nach dem Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte in Österreich Geoffrey Keyes. Nach dem Abzug der Amerikaner gingen die Wohnbauten in das Eigentum des Bundes über, der sie 2003 an private Investoren verkaufte.
43 Die Südtirolersiedlung Siebenbürgerstraße Ecke Gottscheerstraße
47° 49′ 4,4″ N, 13° 1′ 10,7″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafel 43-1.jpg Nach dem Ersten Weltkrieg ging der südliche Teil Tirols von Österreich an Italien. 1939 hatten Hitler und Mussolini sich geeinigt, dass die sich als Deutsche bekennenden Südtiroler „heim ins Reich“ geholt werden sollten. Die 220 Kleinwohnungen umfassende Siedlung, errichtet von der Siedlungsgesellschaft „Neue Heimat“, entstand zu Beginn des Zweiten Weltkriegs und war für deportierte Südtiroler vorgesehen. Nach Kriegsende wurden amerikanische Armeeangehörige untergebracht. Nach dem Abzug der amerikanischen Besatzung ging die Siedlung in das Eigentum des Bundes über; sie wird heute von der BUWOG verwaltet.
44 Die Siedlung am Lieferinger Spitz Vor dem Haus Lieferinger Hauptstraße 152
47° 49′ 39,7″ N, 13° 0′ 25,6″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafel 44-1.jpg Die 1935 errichtete Siedlung an der Einmündung der Lieferinger Hauptstraße in die Münchner Bundesstraße umfasst zehn Einfamilienhäuser, die sich dadurch auszeichneten, dass sie mit einem gemeinsamen rund tausend Quadratmeter großen Grundstück versehen waren. Die Bewohner hatten die Auflage, mindestens vier Fünftel der Fläche für Obst- und Gemüseanbau für den Eigenbedarf und für den Verkauf zu verwenden. Außerdem war die Haltung von Nutzvieh wie Hühnern oder Schweinen vorgesehen, deren Stallungen sich im selben Haus wie die Wohnungen befanden.
45 Das Jugend- und Kinderhaus Liefering Laufenstraße 43, an der Hausmauer
47° 49′ 19,6″ N, 13° 1′ 25,2″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafel 45.jpg
(Die Oberfläche der Tafel ist rein weiß und trägt keine Informationen mehr.)
Das Fehlen betreuter Freizeiteinrichtungen für Kinder und Jugendliche im Süden Lieferings führte in den 1990er Jahren dazu, dass auf private Initiative hin letztlich 1998 von der Stadt Salzburg die Errichtung eines Hauses für Sechs- bis Achtzehnjährige in Angriff genommen wurde. Der überregional beachtete und 2001 mit Preisen ausgezeichnete Bau bietet ein Raumkonzept, das den verschiedenen altersbedingten Bedürfnissen und Interessen gerecht wird und etwa unterschiedliche Gemeinschaftsräume und Rückzugsmöglichkeiten für die Kinder und Jugendlichen bietet (u. a. ein eigener Bereich für Mädchen). Das Haus mit seinem Einzugsbereich von 1300 Kindern und Jugendlichen bietet Platz für 150 Besucher.
46 Die Zollwache an der Saalach / Der Grenzübergang nach Freilassing Auf der Grünfläche zwischen dem Kraftwerk Rott und der Saalachbrücke
(nächst Tafel 26 und unmittelbar neben Tafel 27)
47° 50′ 5,8″ N, 12° 59′ 42″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafeln 46 und 27.jpg
Tafel 46 (links) und Tafel 27 (rechts)
Am Grenzübergang zwischen Liefering und Freilassing bestand unter verschiedenen Bezeichnungen der Kontrollorgane eine österreichische Zollwache zur Überwachung des Warenverkehrs zwischen Österreich und Deutschland seit 1830. Aufgehoben war sie nur in der Zeit Österreichs im Nationalsozialismus. Mit dem EU-Beitritt Österreichs 1995 wurde die Zoll-Grenzkontrolle in eine innerösterreichische Zollkontrollstelle umgewandelt und letztlich 2004 aufgelassen.
47 NS-Zwangsarbeiter in Liefering Auf dem Gelände des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers Grafenberg, an der Törringstraße gegenüber Nr. 14
47° 49′ 23,5″ N, 13° 0′ 15,7″ O
Salzburg-Liefering - an der Törringstraße.jpg In Liefering gab es in der NS-Zeit mehrere Lager für Zwangsarbeiter. Die im Lager „Grafenberg“ am südlichen Fuß des Lieferinger Hügels untergebrachten Arbeitshäftlinge wurden für den Eisenbahnbau und für die Errichtung der neuen Staatsbrücke in der Salzburger Altstadt herangezogen.
48 Die Forellenwegsiedlung In der Forellenwegsiedlung am Gebäude Eugen-Müller-Straße 59
47° 50′ 2,7″ N, 13° 0′ 8,3″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafel 48.jpg Siehe Forellenwegsiedlung
49 Die evangelische Pfarrgemeinde Salzburg-West Neben der Matthäuskirche am Martin-Luther-Platz – Einmündung Kleßheimer Allee in Taxham
47° 48′ 45,2″ N, 13° 0′ 13,1″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafel 49-2.jpg In den 1950er Jahren zogen vermehrt evangelische Glaubensangehörige in den Stadtteil Taxham, sodass nicht zuletzt deshalb im Westen Salzburgs eine eigene evangelische Kirche notwendig wurde. Die 1969 eingeweihte Matthäuskirche in Taxham ist heute das Zentrum der Pfarre, die seit 2014 die Bezeichnung „Evangelische Pfarrgemeinde A. und H. B. Salzburg Matthäuskirche“ trägt und der auch Liefering angehört.
50 Papageno in Liefering / Vogelfang in Liefering An der Lieferinger Hauptstraße – Einmündung Rottweg (bei Lieferinger Hauptstraße 95B)
47° 49′ 34,4″ N, 13° 0′ 30,2″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafel 50.JPG Der Vogelfang in Liefering war besonders im 18. und 19. Jahrhundert weit verbreitet und ein einträgliches Geschäft. An den Salzburger fürsterzbischöflichen Hof waren jährlich 5000 Vögel für den Verzehr abzuliefern. Es wird angenommen, dass die tatsächliche Zahl wesentlich höher lag.
51 Montessori-Zentrum Liefering Bei der Volksschule Liefering 2, Laufenstraße 50 Tafel wurde entfernt. Die Montessoripädagogik wurde 1979 als Schulversuch an der Lieferinger Volksschule 2 eingeführt. In späteren Jahren erfolgte eine Erweiterung auf Klassen der Hauptschule und auf den Kindergarten, was damals einzigartig in Österreich war. Die Montessori-Klassen in Liefering zählen heute zu den viel beachteten Einrichtungen Österreichs mit diesem pädagogischen Konzept.
52 Die römische Saalachbrücke / Die Römerstraße Via Julia An der Saalach in der Gemeinde Wals-Siezenheim, 900 m westlich des Schlosses Kleßheim
47° 49′ 12,3″ N, 12° 58′ 47,9″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafel 52-2.jpg Funde von Holzpfählen in diesem Bereich der Saalach deuten auf eine Brücke der römischen Fernstraße von Juvavum über Bedaium Richtung Bodensee, der Via Julia, hin.
53 Ein Schwertgrab aus der Bronzezeit Vor der S-Bahn-Station Salzburg-Liefering am Ende der Törringstraße
47° 49′ 26,3″ N, 13° 0′ 4,8″ O
Lieferinger Kulturwanderweg - Tafel 53-2.jpg Im Zuge von Bauarbeiten zur Errichtung der Salzburger S-Bahn kam 2011 an dieser Stelle ein Grab aus der Zeit der Urnenfelderkultur zutage. Besonders bedeutsam unter den Fundstücken erscheint ein reich verziertes Bronzeschwert. Eine derartige Fundstelle, die auf das 12. Jahrhundert v. Chr. datiert wird, ist im Land Salzburg einmalig. Weitere Bilder zu den Funden befinden sich auf dem Bahnsteig der S-Bahn-Haltestelle.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Lieferinger Kulturwanderweg. hrsg. vom Verein Stadtteilmuseum Salzburg-Liefering. Salzburg 2006, DNB 990260704.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lieferinger Kulturwanderweg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Lieferinger Kulturwanderweg. hrsg. vom Verein Stadtteilmuseum Salzburg-Liefering. Salzburg 2006, S. 17. Bei dem Buch handelt es sich um: Liefering. Das Dorf in der Stadt. hrsg. vom Kuratorium der Peter-Pfenninger-Schenkung Liefering. Salzburg 1997, DNB 954749960
  2. a b salzburg.gv.at, abgerufen am 9. Oktober 2015.
  3. Werner Hölzl: So kam dieser Weg ans Ziel. Vorwort. In: Der Lieferinger Kulturwanderweg. hrsg. vom Verein Stadtteilmuseum Salzburg-Liefering. Salzburg 2006, S. 5.
  4. Siehe Literatur.
  5. liefering.at, abgerufen am 8. Oktober 2015.
  6. Das freistehende Gelände östlich der Lexengasse wurde 2014/15 mit Wohnhäusern bebaut.