Lilian Akopova

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Lilian Akopova, 2017

Lilian Akopova (* 17. Juni 1983 in Jerewan, Armenische SSR, Sowjetunion) ist eine in Deutschland lebende armenisch-ukrainische Pianistin.[1]

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lilian Akopova wurde in Jerewan geboren. Sie ist die Tochter einer Musikerin und eines Ingenieurs und wuchs in Kiew auf. Kaum fünf Jahre alt, erhielt sie ihren ersten Musikunterricht. Ihr Klavierlehrer Konstantin Quartermeister erkannte rasch ihre Begabung. Sie trat in die Lysenko Zentrale Musikschule Kiew für hochbegabte Kinder und Jugendliche ein. Dort studierte sie u. a. bei Professor Valery Kozlov. Im Jahr 2000 schloss sie die Schule mit Auszeichnung ab.

Auf Einladung der georgischen Professorin Elisso Wirssaladze kam Lilian Akopova nach München. Im September 2001 setzte sie ihr Studium an der Hochschule für Musik und Theater München fort. Während ihrer Studien besuchte sie Meisterklassen bei dem ungarischen Pianisten András Schiff sowie bei dem österreichischen Pianisten Paul Badura-Skoda.[2][3]

Aufgrund ihrer Leistungen wurde sie Stipendiatin der Präsident-der-Ukraine-Stiftung, der Internationalen Vladimir Spivakov-Stiftung, der „Internationalen Vladimir-Krainev-Gesellschaft zur Förderung junger Musiker“, der Yehudi Menuhin ‚Live Music Now’ Stiftung, der Calouste Gulbenkian Stiftung und dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD). 2007 erhielt sie ihr Meisterdiplom für Klavier mit Auszeichnung. Seit 2007 lehrt sie an der Hochschule für Musik und Theater München.[4]

Lilian Akopova lebt in München. Sie hat zwei Söhne (* 2008 und * 2011).

Konzertlaufbahn als Pianistin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Konzertlaufbahn von Lilian Akopova erreichte 2018 einige Höhepunkte: Sie spielte ein Kammerkonzert mit den Geschwistern Well (Violine und Cello) im Herkulessaal der Münchener Residenz, wirkte bei einem literarischen Konzert neben den Wiener Schauspielern Peter Simonischek und Brigitte Karner als Solisten im Münchener Prinzregententheater mit und spielt ein Solokonzert im Rahmen von Münchens Nymphenburger Sommers.

Ein Kammerkonzert mit einer gewissen historischen Bedeutung veranstaltete Lilian Akopova im April 2017 mit den, wie sie, in Armenien geborenen Künstlern Anush Nikogosyan (Violine) und Levon Mouradian (Cello) anläßlich des Gedenktages an den Armenischen Genozid vor 102 Jahren. Der berühmte Chansonnier Charles Aznavour übernahm die Schirmherrschaft über das Konzert und der Bundestagspräsident Norbert Lammert verfasste ein Grußwort.

Im Mai 2016 spielte Lilian Akopova ein Solokonzert in dem berühmten großen Konzertsaal der Calouste Gulbenkian Foundation in Lissabon, Portugal, reihte sich damit in die vorderste Front der weltweiten Starpianisten, wie Sokolov, Trifonov u. a. ein. Im November 2016 spielte Lilian Akopova anläßlich der Gründung ihrer 'Lilian-Akopova-Stiftung für Kinder' ein Solokonzert in der Allerheiligen Hofkirche in der Residenz München.

Lilian Akopova debütierte 2002 in einem der berühmtesten Konzertsäle der Welt, dem „Großen Saal“ des Moskauer Pjotr Tschajkowski Konservatoriums. Seitdem gibt sie regelmäßig Konzerte in vielen europäischen Ländern und auch in den USA. Dabei tritt sie in bekannten Konzerthallen auf, wie z. B. im Konzerthaus Berlin, im Pariser Salle Cortot, im Palau de la Música in Valencia, im Teatro Bibiena in Mantua.[5]

Sie spielt u. a. mit dem Münchener Kammerorchester, dem Moskauer Staatsorchester, dem ukrainischen Staatsorchester Kiew, der Philharmonie Kharkow, dem Kärntener Sinfonieorchester, dem Haydn-Orchester, dem Kammerorchester Bozen, dem staatlichen Radio-Orchester Madrid. Lilian Akopova konzertiert unter der Leitung von Dirigenten wie Enrique García Asensio, Arthur Fagen, Volker Schmidt-Gertenbach, Gottfried Schneider. Zu ihren Kammermusikpartnern zählen der Bratschist Zheng Wenxiao, der Violinist David Schultheiss, der Geiger Mikhail Ovrutsky, die Violinistin Lena Neudauer, der Kontrabassist Roman Patkoló, das Kontrabass-Ensemble Bassiona Amorosa.

Als Solistin gastiert sie auch bei renommierten, internationalen Musikfestivals, z. B. beim Festival Classic Young Stars im Konzerthaus Berlin, beim Kissinger Sommer, bei der Mozartiade (seit 2012 mozart@augsburg) in Augsburg, beim Internationalen Oleg Kogan Musikfestival in Wildbach Kreuth, beim Festival de Musique de Menton, bei Jeunes Talents in Paris, beim International Chamber Music Festival im norwegischen Stavanger, beim Festival Internazionale di Pianoforte Città Di Rimini in Italien. Darüber hinaus trat sie auch in literarisch-musikalischen Programmen gemeinsam mit Schauspielern auf wie Wolf Euba und den aus Film, Fernsehen und Theater bekannten Darstellern Brigitte Karner und Peter Simonischek.[2][4]

Etliche ihrer Konzerte und Radioproduktionen wurden bereits vom Bayerischen Rundfunk sowie vom französischen, italienischen, ukrainischen und rumänischen Fernsehen und Radio übertragen.

Das Duo Lilian Akopova und Henri Bonamy für ein Klavier zu vier Händen sowie für zwei Klaviere wurde 2010 von Lilian Akopova mit ihrem Mann, dem Pianisten und Dirigenten Henri Bonamy gegründet und gab im selben Jahr sein Debüt bei den Tutzinger Brahmstagen. Es war über mehrere Jahre mit einem anspruchsvollen Repertoire erfolgreich. Die beiden Pianisten leiteten gemeinsam Konzertevents, wie 2011 das Kammermusikfestival in München und über mehrere Jahre die Klassik und Jazztage in Hinterzarten im Schwarzwald.[6]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2017: Maria Danishvar (soprano) & Lilian Akopova (piano): Rachmaninov Songs
  • 2010: Lilian Akopova mit Werken von Robert Schumann: Carnaval op. 9, Fantasiestücke op. 12; Felix Mendelssohn: Fantasie op. 28, Franz Liszt: Liebeslied (Widmung)
  • 2010: Sofia Molchanova (Klarinette) & Lilian Akopova (Piano) mit French Sonatas for Clarinett & Piano: Poulenc, Debussy, Milhaud, Saint-Saëns, Rosenblatt
  • 2005: Lilian Akopova (Piano) Van Cliburn International Piano Competition Preliminary Round: Bach-Busoni, Mendelssohn: Fantasia in F-sharp minor, Op. 28, Liszt: Transcendental Etude No. 9: Ricordanza, Liszt: Spanish Rhapsody
  • mehrere CDs mit dem berühmten internationalen Kontrabass-Ensemble BASSIONE AMOROSA & Lilian Akopova (Piano).

Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1994 und 2010 nimmt Lilian Akopova an über 10 internationalen Klavierwettbewerben teil. Sie gewinnt sechs 1. Preise, einen 2. und zwei 3. Preis sowie Sonderpreise:

  • 2014: Echo-Preisträgerin
  • 2010: 1. Preis „Vianna da Motta International Music Competition“ Lissabon, Portugal
  • 2010: Sonderpreis 'Chopin Nocturne' - "Vianna da Motta International Music Competition", Lissabon, Portugal
  • 2008: 1. Preis „International Piano Competition“, Carlet, Valencia, Spanien
  • 2007: 3. Preis Internationaler Klavierwettbewerb Ferruccio Busoni Bozen, Italien
  • 2005: 1. Preis International Piano Competition „Premio Sulmona“, Sulmona, Italien
  • 2005: 1. Preis „Rome International Piano Competition“, Rom, Italien
  • 2005: 3rd round „Van Cliburn Piano Competition“, Fort Worth, Texas, USA
  • 2003: 1. Preis Steinway-Preis, München, Deutschland
  • 2002: 2. Preis „Internationaler Klavierwettbewerb Premio Jaén“, Jaén, Spanien
  • 2000: Finalisten Diplom 52. Concorso Pianistico Internazionale F. Busoni
  • 1999: Sonderpreis beim Internationalen V. Horowitz Klavierwettbewerb, Kiew, Ukraine
  • 1997: Diplom 5th Takasaki International Highschool Music and Fine Arts Competition
  • 1996: 1. Preis „Vladimir Krainev International Piano Competition“, Kharkow, Ukraine
  • 1995: Diplom International Contest of Young Pianists in Memory of Vladimir Gorovets, Poland
  • 1995: Auszeichnung 1. Kategorie des 3. Internationalen Göttinger Chopin-Wettbewerb
  • 1994: Diplom: International Piano Festival, Glubczyce, Polen

Referenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Klangfeuerwerk am Flügel: Virtuoser Klavierabend mit Lilian Akopova und Henri Bonamy“, Gerda Völk, Obermain-Tagblatt, 16. Feb. 2012.
  • „Starkes Debüt“, Hajo Berns, Westfälische Allgemeine Zeitung, Jan. 2011.
  • „Lilian Akopova gibt ein sensationelles CD-Debüt mit Schumann und Menselssohn“, Robert Jungwirth, KlassikInfo.de, o. D. www.klassikinfo.de/Lilian-Akopova.1136.0.html.
  • „Du mein besseres Ich: Mozartiade rührende Liebesbriefe von Robert und Clara Schumann“, Abendzeitung, 26. Mai 2005.
  • „Grandiosa Lilian Akopova: Fantastico recital della pianista armena al Teatro Bibena in occasione die Concerti della Domenica“, Elide Bergamaschi, Mantova Guarda, 2006.
  • „Musikalische Spannung, die fast den Atem raubte“, Agnes Dürr, Hessisch/Niedersächsische Allgemeine, 8. März 2010, www.hna.de/nachrichten/schwalm-eder-kreis/melsungen/musikalische-spannung-fast-atem-raubte-662942.html
  • „Klangfeuerwerk am Konzerthimmel: Klavierduo Akopova/Bonamy“, Badische Zeitung, 9. Nov. 2010.
  • „F. Mendelssohn Bartholdy, R. Schumann: Lilian Akopova“, Sixtus König, Klassik Heute, 17. Nov. 2010.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Klavierabend Lilian Akopova & Henri Bonamy. Abgerufen am 16. Februar 2013
  2. a b Lilian Akopova, Klavier. Genuin.de. Abgerufen am 16. Februar 2013
  3. F. Mendelssohn Bartholdy • R. Schumann - Lilian Akopova. Klassik Heute. Abgerufen am 16. Februar 2013
  4. a b Winners & Masters: Lilian Akopova und Henri Bonamy. openPR. Abgerufen am 16. Februar 2013
  5. Lilian Akopova. Live Music Now. Abgerufen am 16. Februar 2013
  6. Tutzinger Brahmstage 2010. Abgerufen am 16. Februar 2013