Lilija Bulatowna Schobuchowa

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Lilija Schobuchowa Leichtathletik

Liliya Shobukhova, London Marathon 2011.jpg
Lilija Schobuchowa 2011 beim London-Marathon

Voller Name Lilija Bulatowna Schobuchowa
Nation RusslandRussland Russland
Geburtstag 13. November 1977 (39 Jahre)
Geburtsort BelorezkRussland
Größe 163 cm
Gewicht 52 kg
Karriere
Disziplin Langstreckenlauf
Bestleistung 14:23,75 min (5000)
2:18:20 h (Marathonlauf)
Verein Bashkortostan Army
Trainer Jewgeni Sentschenko/Tatjana Sentschenko
Medaillenspiegel
Europameisterschaften 0 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
Hallenweltmeisterschaften 0 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze

Lilija Bulatowna Schobuchowa (russisch Лилия Булатовна Шобухова, engl. Transkription Liliya Shobukhova, geb. ВолковаWolkowa – Volkova; * 13. November 1977 in Belorezk) ist eine russische Langstreckenläuferin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2005 und 2006 wurde sie nationale Hallenmeisterin im 3000-Meter-Lauf, und 2002, 2005 sowie 2008 nationale Meisterin im 5000-Meter-Lauf. Bei ihrem zweiten 3000-m-Titel brach sie den Hallenweltrekord,[1] bei ihrem dritten 5000-m-Titel stellte sie den aktuellen Europarekord von 14:23,75 min auf.[2]

2002 wurde sie bei den Leichtathletik-Halleneuropameisterschaften in Wien Fünfte über 3000 m und belegte bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in München den 17. Platz über 5000 m. Über dieselbe Distanz kam sie bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen auf den 13. Rang. 2005 wurde sie bei den Hallen-EM in Madrid erneut Fünfte über 3000 m und bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Helsinki Neunte über 5000 m. 2006 folgten Silbermedaillen bei den Leichtathletik-Hallenweltmeisterschaften in Moskau über 3000 m und bei den EM in München über 5000 m. Ebenfalls über 5000 m wurde sie Sechste bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking.

2009 startete sie erstmals bei einer internationalen Meisterschaft über 10.000 m und belegte bei der WM 2009 in Berlin den 19. Platz.

Seit 2007 startet sie bei Straßenläufen. Auf Anhieb gewann sie den Prag-Halbmarathon desselben Jahres. 2008 siegte sie beim Philadelphia-Halbmarathon und schlug dabei Catherine Ndereba.[3]

Auch ihr Debüt über die Volldistanz verlief erfolgreich: Beim London-Marathon 2009 wurde sie Dritte in 2:24:24 h. Im selben Jahr gewann sie die Newport 10,000 und den Chicago-Marathon.[4] 2010 siegte sie als erste Russin beim London-Marathon.[5] Im Herbst verteidigte sie dann ihren Titel in Chicago mit dem russischen Rekord von 2:20:25 h[6] und sicherte sich damit den Sieg in der World-Marathon-Majors-Serie 2009/10.

2011 wurde sie in London trotz einer weiteren Verbesserung auf 2:20:15 h von Mary Jepkosgei Keitany geschlagen. In Chicago gewann sie in 2:18:20 h zum dritten Mal hintereinander[7] und gewann damit die World-Marathon-Majors-Serie 2010/11. Schnellere Zeiten über die Marathondistanz war nur Paula Radcliffe gelaufen.

Lilija Schobuchowa lebt in Baschkortostan und gehört der russischen Armee an. Sie wird von Jewgeni und Tatjana Sentschenko trainiert.

Doping[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 29. April 2014 wurde bekannt, dass der russische Leichtathletik-Verband Lilija Schobuchowa wegen Dopings für zwei Jahre gesperrt hat. Im biologischen Pass der Sportlerin wurden verdächtige Werte festgestellt, die auf Blutdoping hinweisen. Die Strafe trat rückwirkend zum 24. Januar 2013 in Kraft. Alle Titel und Rekorde Schobuchowas seit dem 9. Oktober 2009 wurden der Russin aberkannt.[8] In der ARD-Dokumentation Geheimsache Doping von Hajo Seppelt erklärte sie Ende 2014, dass ihre Blutwerte dem russischen Verband schon 2012 bekannt waren und sie sich den Start bei den Olympischen Spielen in London mit 450.000 Euro erkauft habe.[9] Am 6. März 2015 wurde ihre Sperre, die im Januar abgelaufen war, um 14 Monate vom Internationalen Sportgerichtshof erhöht, den der Weltverband IAAF angerufen hatte.[10] Im Juli 2015 wurde wegen ihrer Mitarbeit, die zur Aufdeckung und Untersuchung von Anti-Doping-Verstößen von anderen Personen, einschließlich Athletenbetreuern, führen können, die Sperre von der WADA um sieben Monate bis zum 23. August 2015 verkürzt.[11]

Persönliche Bestzeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: August 2015[12]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. IAAF: World Indoor 3000 m record smashed by Shobukhova on second day at Russian Indoor Champs. 18. Februar 2006
  2. IAAF: European 5000 m record in Kazan – Russian Championships day 3. 20. Juli 2008
  3. IAAF: Birhanu and Shobukhova lead home the 31st Philly. 22. September 2008
  4. IAAF: 2:05:41 course record for Wanjiru while Shobukhova surprises in Chicago. 11. Oktober 2009
  5. IAAF: Commanding victories for Kebede and Shobukhova – London Marathon report. 25. April 2010
  6. IAAF: Wanjiru and Shobukhova defend titles in Chicago. 10. Oktober 2010
  7. IAAF: Mosop and Shobukova scorch to Chicago titles. 9. November 2011
  8. Leichtathletik: Marathon-Star Schobuchowa wegen Dopings gesperrt. Spiegel Online. 29. Mai 2014. Abgerufen am 29. Mai 2014.
  9. ARD-Dokumentation: Belege für staatlich gestütztes Doping in Russland zeit.de 3. Dezember 2014
  10. Sperre gegen Ex-Marathonstar Schobuchowa verlängert. Abgerufen am 7. August 2015.
  11. WADA Statement regarding Liliya Shobukhova’s Sanction wada-ama.org 24. August 2015
  12. Athletenporträt von Lilija Schobuchowa bei der IAAF (englisch)